Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Kollektive Lachsalven im Zeughaus

Wismar Kollektive Lachsalven im Zeughaus

Den Frauentagsabend am Dienstag im Wismarer Zeughaus könnte man folgendermaßen zusammenfassen: Ein notorisch schlecht gelaunter Österreicher trifft auf eine Berliner ...

Voriger Artikel
Handwerkskunst zum täglichen Gebrauch
Nächster Artikel
Österlicher Kunsthandwerkermarkt in der Halle am Hafen

Begeisterten die Frauen: Milan Kristin mit Akkordeon, Wendeline-Maria Blazejewski und Johannes-Paulus Sterkel.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Den Frauentagsabend am Dienstag im Wismarer Zeughaus könnte man folgendermaßen zusammenfassen: Ein notorisch schlecht gelaunter Österreicher trifft auf eine Berliner Göre mit mecklenburgischen Wurzeln, um mit einem stummen Slowaken böhmische Blasmusik auf dem Akkordeon zu spielen. Das Ergebnis waren viele Bravorufe und Szenenapplaus und richtig gut gelaunte 197 Frauen im Saal der Stadtbibliothek. Die drei Männer im Publikum haben auch gelacht.

Keine Bomben, kein Hass, kein Mensch, der dich erschreckt.“Wendeline-Maria Blazejewski, Sängerin

Die GalaBühne Berlin war zu Gast mit Johannes-Paulus Sterkel, dem Österreicher, der jungen Wendeline-Maria Blazejewski — sie ist in Berlin geboren und in der Nähe von Wismar aufgewachsen — und dem gebürtigen Slowaken Milan Kristin am Akkordeon. Wunderbar der griesgrämige Johannes Sterkel, der weder auf Frauen noch sonst was im Leben gut zu sprechen war. Mit seinem intensiven Mienenspiel brachte er die Damen im Publikum schon wortlos zum Lachen.

Mit dem Ruf „Ausziehen“ wurde er auf der Bühne begrüßt. Er hatte noch den Weihnachtspullover an. „Du hast seit November nichts mehr gewaschen“, giftete er seine Bühnenpartnerin an. Den beiden gelang der schwierige Spagat zwischen den schnellen Lachern und dem tiefsinnigen Programm. Wunderbar das Gedankenspiel der jungen Frau: Was wäre, wenn Gott eine Frau wäre? „Dann hieße der Kölner Dom Kölner Domina, das Blut Christi wäre ein Likörchen und es gäbe 1526 Gebote statt der zehn, inklusive einem ,Du sollst nicht schnarchen‘.“ Irgendwas mit weißen Socken in Sandalen, zu kurzen Hosen wird da sicherlich auch drin stehen. Intensiv ihr Lied, wie schöner die Welt wäre, wenn alle Männer Mädchen wären. „Keine Bomben, kein Hass, kein Mensch, der dich erschreckt“, sang Wendeline-Maria Blazejewski. Die Diplom-Schauspielerin ist keine Unbekannte in der Hansestadt, 2004 stand sie in einer Eigenproduktion unter der Regie von Christin Neichel als „Emilia Galotti“ auf der Wismarer Theaterbühne. Zwischen den nachdenklichen Stücken mitunter Bekanntes: „Warum heiratet der Mensch? Erst mangels Erfahrung. Er lässt sich scheiden mangels Geduld. Und er heiratet wieder mangels Gedächtnis.“ Oder den Witz, dass die AOK nun Pflaster bezuschusse, die dem Mann mehr Lust auf Sex mache. Man klebt es der Frau auf den Mund! Die Schauspielerin konterte — Johannes sei im Bett wie ein Vulkan, der alle 150 Jahre mal ausbricht. Eine spannende Mischung aus Musik, den scharfzüngigen Chansons und kleinen Mono- wie Dialogen. Dazu Böses wie das Lied „Der Frühling, der Frühling ist da, gehen wir Tauben vergiften im Park. Die Herzen sind wach und die Liebe ist stark, gehen wir Tauben vergiften im Park!“ Gesungen natürlich von Johannes-Paulus Sterkel zur Melodie des Albers-Klassikers „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins . . .“

Von Nicole Hollatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.