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Kräftige Hand bringt zarte Pinselstriche aufs Papier

Gägelow Kräftige Hand bringt zarte Pinselstriche aufs Papier

Paul Brendler aus Karow stellt seine Werke im MEZ in Gägelow aus / Besucher sind begeistert / Künstlerkollegin Beate M. Kunze lobt Leichtigkeit der Bilder

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Die rechte Hand von Paul Brendler auf einem seiner Bilder.

Gägelow. Die Hände sind groß und faltig. Kein Wunder, denn Paul Brendler muss zupacken. Er hat beruflich mit schwerem Stahl und großen Maschinen zu tun. In seiner Freizeit greift der 59-Jährige aber gerne zum Pinsel und bringt feine Linien aufs Papier. „Alle wundern sich, wie ich mit meinen breiten Pfoten so dünne Striche hinkriege“, schmunzelte der Vater zweier Töchter. Etwa 90 Bilder zeigt Brendler bis kurz vor Ostern im MEZ in Gägelow — im Center-Treff und auf dem Gang vor dem Kulturraum im Obergeschoss. Bei der Eröffnung der Ausstellung mit dem Titel „Zeichnungen und Malereien aus Wismar und Umgebung“ waren gut 100 Interessierte dabei.

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Dass Paul Brendler ein solches Talent hat und so schöne Kunst- werke schafft, hätte ich nicht vermutet.“Wilfried Zinke (60) aus Karow

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Paul Brendler, der in Karow bei Dorf Mecklenburg wohnt, malte viele Segelschiffe, aber auch reetgedeckte Häuser in Mecklenburg, umgestürzte Bäume im Zierower Wald und Wismar-Ansichten, zum Beispiel den Hafen, die Georgenkirche, Giebelhäuser, den Mühlengraben, ein Epitaph in St. Nikolai und einen Hinterhof am Spiegelberg. Auch eine holländische Landschaft, das Porträt eines Bauern aus dem Erzgebirge und eines Wikingers, Rom-Bilder, etwa der Petersdom und das Kolosseum, sowie Eindrücke aus London, wo Paul Brendlers Tochter Laura (30) lebt, fehlen nicht. Für einige Zeichnungen und Skizzen dienten alte Bilder als Vorlagen.

„Dass die rauen, an schwere Arbeit gewöhnten Hände auf so leichte und wundersame Weise mit Stift, Pinsel oder Rohrfeder Eindrücke auf Papier, Pappe oder Leinwand zaubern können, erstaunt und fasziniert“, sagte Beate M. Kunze, die die Laudatio im MEZ hielt. „Paul Brendlers Art, sich mit Stift, Kohle, Pinsel oder Feder auszudrücken, wirkt mühelos. Die Bilder des robust scheinenden Mannes zeichnen sich durch eine eigene Zartheit und Leichtigkeit aus, die fast schwerelos anmutet“, lobte die Künstlerkollegin aus Proseken. „Ganz wunderbar! Wir sind schon seit vielen Jahren Nachbarn. Aber dass Paul Brendler ein solches Talent hat und so schöne Kunstwerke schafft, hätte ich nicht vermutet“, erzählte Wilfried Zinke aus Karow. „Es macht Spaß, sich diese Ausstellung anzusehen. Dies ist ein richtiges Erlebnis“, so Karina Stenker. Die Center-Managerin schwärmte besonders vom Bild, das einen Gefriertrawler zeigt: „Man sieht, dass der lebt, arbeitet, durch die Wellen stapft, rostig ist.“ Außerdem stellte Stenker das Bild mit dem Naumburger Dom, durch dessen Fenster das Sonnenlicht strahlt, und ein witziges, detailreiches London-Bild heraus. Die erst Mitte Februar entstandene Karikatur — beim Betrachten sollte man sich Zeit nehmen — zeigt unter anderem ein Wikingerschiff auf der Themse, leicht bekleidete Damen am Bahnhof, eine Londoner Telefonzelle, das Sportauto und die Yacht eines russischen Oligarchen sowie einen Hinweis auf die Musikgruppe The Rolling Stones an einem Luftschiff.

„Das Malen steckt in mir drin“, erklärte Paul Brendler. „Es ist eine schöne Ablenkung vom Betriebsstress. Ich wechsle dann von einer Welt in eine andere. Manchmal gibt es so einen Antrieb. Dann zeichnet es sich von alleine.“ Der Firmenchef mag besonders die schnellen Skizzen, die auch schon mal während eines Telefonats im Büro entstehen. „Die sind aus einem Guss, da ist Bewegung drin.“

„Paul ist ein guter, schneller Zeichner“, freute sich Viola Kröger über das Talent ihres Schülers.

Auch Vorfahren mit Talent

1956 erblickte Paul Brendler in Leipzig das Licht der Welt. Sein Großvater Kurt Teubler war ein talentierter Kunstmaler, sein Urgroßvater Emil Teubler ein bekannter Holzschnitzer mit eigener Ausstellungsabteilung im Schneeberger Museum.

1984 zog der Diplom-Ingenieur für Maschinenbau nach Wismar. Auf der Werft arbeitete Paul Brendler als Kooperationsingenieur und später im Einkauf. Vor zwölf Jahren machte er sich dann im Stahl- und Maschinenhandel selbstständig.

Die Kunstschule von Viola Kröger in Wismar besucht Paul Brendler, der unter anderem die Umschläge der „Wismarer Stadtgespräche“ gestaltete, seit dem Jahr 2001.



Norbert Wiaterek

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