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Kunstvolle Schnitte im Wismarer Baumhaus

Wismar Kunstvolle Schnitte im Wismarer Baumhaus

Thomas Kleine ist regelmäßig im Künstlerhaus Plüschow zu Gast und lässt sich dort inspirieren

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Thomas Kleine in seiner Ausstellung im Wismarer Baumhaus. Er zeigt Papierschnitte und Unikat-Drucke. Kleine schneidet Muster in bedrucktes Papier.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Ganz ungewöhnlich – obwohl naheliegend – mit Musik des Wismarer Shantychores „Blänke“ durch die offenen Fenster des Baumhauses am Alten Hafen wurde eine Ausstellung eröffnet. Künstler Thomas Kleine ließ es sich nicht nehmen, zusammen mit seiner Kollegin Miro Zahra mitten unter den Maaten das Wismarlied mitzusingen. Die Musik kam bei Kunstgästen wie auch den Zufallspassanten am Hafen gut an. Genauso die Ausstellung.

Thomas Kleine zeigt seine „Lieder der Bäume“ – Papierschnitte und Unikat-Drucke. Die Papierschnitte fallen auf. Kleine schneidet mit einer Akribie und Geduld Muster in bedrucktes Papier. Bedrucktes Papier – Thomas Kleine sammelt es oder bekommt es geschenkt. Beispielsweise wie bei den großen runden „Wagenrädern“ im rechten Raum des Baumhauses als Andrucke eines Kalenders aus einer Druckerei. Er nutzt das Papier, das sonst geschreddert wird. Seine Art von Recycling. Kleine macht aus den großformatigen Kalenderblättern Kreisornamente, schneidet Dreiecke, Linien, geometrische Muster aus, analog zur Schildpattornamentik aus der Südsee.

Er spielt dabei vorsichtig mit den Motiven auf den großen Blättern und durchbricht so die eigentliche Strenge dieser Ornamentik. Ein Heuballen im Foto des unbekannten Fotografen wird zum kreisrunden Störball in der Perfektion, die Kalendarien im stilvollen Schwarz-Weiß zur neuen Bildmitte.

„Ich nutze Zitate aus dem Foto“, erklärt der Künstler die zweite so geschaffene Bedeutungsebene. Auf den ersten Blick wirken diese Wagenräder so perfekt konstruiert wie mit dem Zirkel und mit Maßband. Thomas Kleine schüttelt den Kopf. Er zeichnet die Muster frei auf die Rückseite, die sich so ergebende Unperfektheit gehört dazu. Perfekt seine „Lieder der Bäume“ als titelgebender Zyklus im linken Raum des Baumhauses. Blättrig spitze Ovale hat der Künstler aus den großen Papieren geschnitten. „An einer Ecke angefangen und es wuchert weiter“, erklärt er. Das „Wuchern“ dieser Blätter wird zum Muster. Windet sich dort ein grobes Seil? Ist das Pflanzenwerk? Oder die abgestoßene Haut einer Schlange? „Eine sehr meditative Arbeit, die ich sehr schätze. Dazu das Handwerkliche“, erzählt der Grafiker, der lange in Hamburg bei einem großen Magazin gearbeitet hat und nun die Freiheit der Kunst – auch die Zweckfreiheit – liebt. „Auf diese Weise entstehen am Ende des künstlerischen Prozesses Objekte, die an filigrane Gewänder von anmutender Schönheit erinnern. Wie ein Blatt, das, gerade vom Baum gefallen, sich am Ende des Sommers im herbstlichen Sonnenlicht aufzulösen scheint“, kommentierte Miro Zahra in ihrer Ausstellungseinführung.

Thomas Kleine ist regelmäßig Gast in „ihrem“ Schloss Plüschow, mietet sich dort als Gastkünstler ins Künstlerhaus und lässt sich inspirieren. „Vielleicht war es das gütige Raunen der großen Bäume um Schloss Plüschow oder die lebendige Stille des kleinen Buchenwaldes, die Thomas Kleine vor vielen Jahren so verzaubert haben“, mutmaßte sie.

Der Künstler

Thomas Kleine wurde 1953 in St. Wendel geboren, von 1974 bis 1979 studierte er Visuelle Kommunikation an der Universität Essen (Folkwang) bei Willy Fleckhaus, seit 1979 arbeitet er als Grafiker für verschiedene Buch- und Zeitschriftenverlage.

1981/1982 folgte ein Gaststudium an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Ulrich Rückriem, seit 2002 nimmt er regelmäßig am Sommeratelier im Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow teil.

Die Ausstellung im Wismarer Baumhaus ist bis zum 3. Juli zu sehen, täglich in der Zeit von 9 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Nicole Hollatz

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