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Lachen mit Jürgen von der Lippe

Wismar Lachen mit Jürgen von der Lippe

Veranstaltung des Unterhaltungskünstlers im Wismarer Theater war restlos ausverkauft

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Jürgen von der Lippe begeisterte die Gäste im ausverkauften Wismarer Theater. Fotos (2): Nicole Hollatz

Wismar. Heute könnte der bauchseitige Lachmuskelkater langsam abgeklungen sein. Verursacher war Jürgen von der Lippe. Der bekannte Unterhaltungskünstler war am Donnerstagabend im Theater der Hansestadt zu Gast. Normalerweise dauert es, bis sich das Wismarer Publikum traut, herzhaft loszulachen. Bei Jürgen von der Lippe hatte es mit solcher Schüchternheit keine Chance.

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Veranstaltung des Unterhaltungskünstlers im Wismarer Theater war restlos ausverkauft

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„Lachen Sie zeitnah“, raunte er mit seiner ruhigen Art ins Publikum. „Lachen Sie oft, denn Lachen macht schön!“ Wieder diese ruhige Stimme. Dazu der Blick ins Publikum. Die Kunstpause, ein kleines Nicken. Und die Masse bog sich vor Lachen. Er erklärte auch kurz die verschiedenen Lachtypen. Vom englisch nasalen Lacher — dem Nasenflügelbläher: „Nicht zu empfehlen bei vereiterten Nebenhöhlen!“ Im Plauderton kamen diese Pointen, dazu manch eine Zote, neu und frisch verpackt und auf bekannte — höchst amüsante Art vorgetragen.

Jürgen von der Lippe stellte sein Buch „Beim Dehnen singe ich Balladen“ vor — Kurzgeschichten und Glossen. „Warum sollten Sie das Buch kaufen? Weil sie nichts Witzigeres finden!“, warb er frech. Und las los: „Seite 88, wenn Sie mitlesen wollen!“ Ab jetzt gab es schon Momente, wo man sich über manch einen Gast Sorgen hätte machen müssen, ob dieser zwischen den intensiven Lachern noch genug Sauerstoff bekommt. Und noch die obligatorische Warnung in Zeiten von Smartphones und Dauererreichbarkeit: „Wenn es zwischendurch irgendwo klingelt, komm ich runter und geh ran. Und sag dann, er kann gerade nicht, er bekommt einen geblasen!“ Egal ob das als Warnung oder Versprechen beim Publikum ankam, es klingelte nicht einmal während der mehr als zwei Stunden. Er entschuldigte sich für das Taschentuch: „Ich bin Birkenpollenallergiker. Und es sieht so aus, als ob sich in ganz Mecklenburg-Vorpommern nur dieser Baum durchgesetzt hat.“ Angefangen hatte er, erzählte Jürgen von der Lippe, als Katzenallergiker: „Die waren mir lieber, ich kann ja nicht alle Birken überfahren!“ Dann die Lesung. Wunderbar, wie der Komiker die Szenen seiner Kurzgeschichten beschrieb, angefangen vom Schnellesswettbewerb im Nobelrestaurant mit Schachuhr und einem faulen Ei. Oder dem Ehepaar beim gemeinsamen Tennisgucken. Zu Hause mit dem eigenen Partner nachlesen — am besten mit verteilten Rollen! Oder seine Geschichte, wie Gott im Paradies mit Adam und Eva den Witz erfand. Von der Lippes dümmliche Sprechweise als Adam, dazu die tuntige Art der Männer in der Kneipe, als sie über die verschiedenen Ideen, einer Frau einen Heiratsantrag zu machen, debattieren. Zu manch einem bekannten Witz kam Unerwartetes: „Kennt einer der Anwesenden einen der fünf kategorischen Imperative von Kant?“, fragte er das Publikum. Als Antwort kam ein „Streber“. Jürgen von der Lippe reagierte mit einem mitleidigen Blick: „Ihre Eltern konnten Ihnen kein Studium ermöglichen?“ Und das Publikum brüllte vor Lachen.

Jürgen von der Lippe

Jürgen von der Lippe, geboren 1948 als Hans-Jürgen Hubert Dohrenkamp in Bad Salzuflen (Nordrhein-Westfalen), ist ein bekannter Fernsehmoderator, Entertainer, Schauspieler, Musiker und Komiker.

Den Künstlernamen wählte er auch, weil sein Geburtsort im Kreis Lippe liegt. Er studierte Germanistik, Philosophie und Linguistik für das Lehramt, schloss das Studium jedoch wegen der in Berlin unzulässigen Fächerkombination nicht ab.

Seine Karriere als Unterhaltungskünstler begann mit der Band „Gebrüder Blattschuss“ und ihrer Musik zwischen Blödelei und Tiefsinn — den Hit „Kreuzberger Nächte“ kennen viele noch.

Im Jahr 1980 begann die Fernsehkarriere von Jürgen von der Lippe, auf der Bühne sind seine Hawaiihemden ein Markenzeichen.

Von Nicole Hollatz

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