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Lachen, staunen und sich verzaubern lassen

Wismar Lachen, staunen und sich verzaubern lassen

Tausende Gäste besuchten das 11. Internationale Straßentheaterfest „boulevART“ / 150 Künstler aus ganz Europa verwandelten die Altstadt zwei Tage in eine große Bühne

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Die Akteure vom „Matz-Theater mit Masken“ aus Bremen brauchten keine Worte, um ihre Geschichten zu erzählen.

Quelle: Fotos: Nicole Hollatz

Wismar. Ein schöner Anblick in der Wismarer Altstadt: Beim 11. Internationalen Straßentheaterfest „boulevART“ zogen die Menschen am Sonnabend von Spielort zu Spielort, hielten inne, guckten ins Programmheft oder warteten darauf, dass die Künstler und ihre Begleiter an ihnen vorbeizogen und sie mitrissen. Wer Glück hatte, ergatterte gleich morgens einen der Papphocker und hatte so immer seinen eigenen Sitzplatz dabei.

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Tausende Gäste besuchten das 11. Internationale Straßentheaterfest „boulevART“ / 150 Künstler aus ganz Europa verwandelten die Altstadt zwei Tage in eine große Bühne

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Tausende Gäste waren im Zentrum und am Hafen unterwegs. Sie kamen aus Nordwestmecklenburg, aus Schwerin oder als Zufallstouristen auch von weiter her. Sie lachten lauthals, entdeckten wieder das alberne Kind in sich und ließen sich verzaubern. Zum Beispiel von dem menschlich beseelten Elefanten „Rudi“, der seinem Dompteur Kasper das Leben schwer macht und die kleinen wie großen Zuschauer amüsierte.

Die Besucher ließen sich einspannen und entspannten bei den „Sleepwalkers“, den Schlafwandlern aus Großbritannien, die mit Kissen und Kuscheltier unterm Arm über den Boulevard zogen, neben Passanten stehen blieben und für einige Minuten schnarchend um sie gekuschelt einschliefen. Zu den Schlafwandlern zählten auch Wismarer, die beim zweitägigen Workshop zum Straßentheaterfest mitgemacht hatten und sich nun in der Kunst des Walkacts ausprobierten. Wilfried Hartz (62) aus Grevesmühlen wurde so in der eigenen Verschnaufpause auf der Bank zu einem Kissen für alle.

„Dass ohne Sprache etwas gezeigt und erzählt werden kann, ist wunderbar“, beschrieb Zuschauer Jona Farnow (18) aus Wismar was ihn am Straßentheaterfest faszinierte. Beispielsweise bei dem, was die britische Gruppe „Everybody Dance“ im sechs Meter hohen Taversendom im Fürstenhofgarten vor der historischen Kulisse in die Luft zauberten: Akrobatik mit Träumfaktor.

Erschreckend real hingegen die französischen Adhok-Künstler. Als ungewöhnliche Prozession zogen sie durch die Stadt. Grauhaarige, faltige Menschen bewegten sich langsam durch die Menge. In den Händen balancierten sie jeweils ihr Frühstückstablett mit Pillendose, Wasserglas und dem Jogurt für die Verdauung. Ein Ausbruch aus dem Altersheim, erst ruhigen Schrittes, dann mitten im Menschengetümmel und menschlich berührend.

Ganz anders berührte das niederländische Tuig-Theater mit seinem Stück „Habgier“, das an beiden Tagen nach Einbruch der Dunkelheit am Hafen zu sehen war. Die Spieler präsentierten eine Geschichte über Wohlstand und das fragile Gleichgewicht der Kräfte, gezeigt mit einem großen Rad und vielen Seilen und Umlenkrollen.

Nicht minder berührend war der Hintergrund des Straßentheaterfestes, das dank der Lebenshilfe, der Aktion Mensch, der Hansestadt Wismar mit ihrem Theater und des Seehafens Wismar möglich wurde. 150 Künstler agierten ganz selbstverständlich miteinander, darunter auch Menschen mit Behinderungen, ein sonst oft unsichtbarer Teil der Gesellschaft. Nun standen sie ganz selbstbewusst im Mittelpunkt.

Und sie ernteten, wie die anderen Darsteller, viel Applaus und herzhaftes Lachen.

Nicole Hollatz

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