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Maaten spielen dreimal vor ausverkauftem Haus

Wismar Maaten spielen dreimal vor ausverkauftem Haus

Ein ungewöhnliches Stück für die Maaten der Niederdeutschen Bühne und ihr Publikum. „Wat den´ eenen sien Uul ...“ von Donald R.

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Sehr intensives Spiel: Für Petra (Marion Balbach, r.) bricht eine Welt zusammen, als ihr Mann sie an seinem 60. Geburtstag für eine Jünger verlässt. Ihre Tochter Lisa (Elke Rohlfs) ist stinksauer.

Quelle: Fotos: Nicole Hollatz

Wismar. Ein ungewöhnliches Stück für die Maaten der Niederdeutschen Bühne und ihr Publikum. „Wat den´ eenen sien Uul ...“ von Donald R. Wilde, Niederdeutsch von Meike Meiners, heißt das neue Stück unter der Regie von Christin Neichel. Was dem einen recht ist, muss dem anderen noch lange nicht billig sein.

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Ein ungewöhnliches Stück für die Maaten der Niederdeutschen Bühne und ihr Publikum. „Wat den´ eenen sien Uul ...“ von Donald R.

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Die Premierengäste am Sonnabend im ausverkauften Wismarer Theater erlebten nicht die übliche Verwechslungskomödie mit den Schenkelklopfern, kein angenehm leichtes Abendprogramm mit Lachtränen, sondern eine Komödie mit dramatischen Zügen und der Gefahr, dass viel zu viele im Publikum etwas Ähnliches schon selbst erlebt haben. Ein Experiment, das dank des Plattdeutschen und der guten schauspielerischen Leistung äußerst unterhaltsam präsentiert wurde.

Aber von vorn: Dr. Paul Burdick — Burkhard Wolter als Arzt in der Midlife-Crisis — gestaltet seine Feier zum 60. Geburtstag selbst zur Überraschungsparty und verlässt vor den Gästen die Ehefrau.

Wegen einer 29-jährigen Krankenschwester. „Mien Vadder hett een Fründin, de jünger is as ick!“, kommentiert Tochter Lisa Burdick. Elke Rohlfs spielt die starke Feministin, die als Schlüsselfigur die Gesellschaftskritik formuliert. Während der Vater sein Verhalten vollkommen normal findet, bekommt die verlassene Mutter Gewissensbisse, als sie einen weit jüngeren Mann kennenlernt. Die Schenkelklopfer kommen trotzdem, vielleicht etwas leiser. Denn womit beschäftigten sich ein 60-Jähriger und eine 29-Jährige? Natürlich mit Sex. Und worüber sprechen sie danach? Über die Probleme dabei. Hört sich „up platt“ natürlich viel weniger platt an.

Marion Balbach spielt intensiv die verlassene Petra zwischen Wut und Trauer. Vera und Monika, ihre beiden Freundinnen, sorgen dafür, dass das Dramatische im Stück nicht überhand nimmt. Marita Swars (Monika) und Astrid Kuß (Vera) lassen mit viel Situationskomik das Publikum und auch die Verlassene wieder herzhaft lachen. Mit Stefan Junge, dem 38-jährigen Junggesellen als „Lebenselixier“, kann sie das in der Geschichte auch wieder.

Uwe Laß hatte als Stefan Bühnenpremiere, mit Perücke und ohne Brille verwandelte sich der 48-jährige Wismarer in den jüngeren Mann. Eigentlich wollte er nur als Inspizient bei der Niederdeutschen Bühne anfangen, bekam aber gleich eine der Hauptrollen aufgedrückt. „Zum Glück sieht man das Publikum nicht wirklich“, erzählte er nach der Premiere. Das lachte dank seiner Sprüche herzhaft. „Ick bin 38. Un wenn Se hier morgen Abend nich updüükern, denn warr ick naakicht vör Se ehr Hussdöör töb'n!“, drohte er Petra vor dem ersten Date — und dem zweiten. Denn sie hat im Gegenteil zu ihrem Ex Gewissensbisse, geschürt durch die eigentlich emanzipierte Tochter. „Ick bün nich ganz bi kloek? Hest du vergäten, wo olt du büst? Du künnst sien Mudder sien!“

Und auch Paul, der Arzt mit seiner Krankenschwester, findet das gar nicht gut. „So een Konstellatschon hett keen Tokunft. Wat könnt ji all för gemeinsame Interessen hebb'n?“ Natürlich die gleichen wie er und seine Krankenschwester. Also doch eine echte Komödie mit vielen Lachern und einem Ende, das einfach Mut macht.

Die Premiere, dazu die Vorstellungen gestern und die am kommenden Sonnabend sind ausverkauft, am 8. Oktober gibt es eine weitere Vorstellung in Wismar. Davor — am 10. September — wird Lisa Kuß mit „Denk di doch wat anners ut“ Jubiläum feiern. 60 Jahre steht sie schon auf der Bühne.

Von Nicole Hollatz

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