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Wismar Maritime Modelle und Fotos im Agrarmuseum
Mecklenburg Wismar Maritime Modelle und Fotos im Agrarmuseum
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08:12 13.07.2013
Kennen sich seit Jahren und stellen erstmals gemeinsam aus: Fotograf Hans-Joachim Zeigert (r.) aus Wismar und Modellbauer Rainer Däbritz aus Tarnewitz. Fotos (2): Ina Schwarz

Das Kreisagrarmuseum präsentiert in seiner dritten Sonderausstellung in diesem Jahr eine außergewöhnliche Kombination von Modellbau und Fotografie. „Über die Meere“

heißt der gemeinsame Auftritt von Modellbauer Rainer Däbritz aus Tarnewitz und Fotojournalist Hans-Joachim Zeigert aus Wismar. Im maritimen Doppelpack zeigen zwei erfahrene Handwerker einen Querschnitt ihres Schaffens — und damit vor allem ihre Liebe zu Wellen, Wind, Meer und Schifffahrt.

„Das hat jetzt ungefähr zehn Jahre gedauert, die beiden in einer Ausstellung zusammenzubringen“, so Museumsdirektor Falko Hohensee. Landrätin Birgit Hesse (SPD) gab gestern den Weg in die „Schatzkammer“ frei. Vor einem Foto der „Cap San Diego“ blieb die Kommunalpolitikerin länger stehen und erinnerte sich, dass ihr Vater, Wolfgang Hesse, Mitte der 60er-Jahre auf dem Schwesterschiff „San Antonia“ als Offizier fuhr.

Fast 70 Fotografien von Hans-Joachim Zeigert, der als Funker lange Jahre der Seefahrt diente, zeigt die Ausstellung, u. a. die Poeler Kogge, die Wismarbucht unter „Dampf“, Werftimpressionen, den Kreuzliner „Queen Elizabeth“ und mehr.

Der Diplom-Ingenieur ließ sich als Seemann von seinen Reiseerlebnissen so inspirieren, dass er sein Hobby, die Fotografie, zum Beruf machte, nebenbei auch noch das Schreiben für sich entdeckte und als Bildjournalist erfolgreich wurde. Auch seit seinem „unruhigen“ Ruhestand vor etwa drei Jahren ist er seinem Hauptanliegen: „Land & Leute — Maritimes“ treu geblieben.

Rainer Däbritz ist maritimer Forscher und Tüftler. Ob Seitenrad-Dampfschiff, Galeasse oder die Yacht des Herzogs Adolph Friedrich zu Mecklenburg — der 70-jährige gelernte Landwirt baut historisch korrekt, detailgetreu und mitunter 1500 (!) Stunden an einem Modell. „Verrücktheit mit Fingerspitzengefühl“, nennt Falko Hohensee die Passion seines ehemaligen Mitarbeiters. Er baut niemals mit Bausätzen. „Alles, was ich brauche, ist ein Plan. Der Rest wird selbst gefertigt“, so der Bastler und Autor maritimer Beiträge. In seiner Kellerwerkstatt arbeitet er mit Minischraubstock, Sekundenkleber, Lupe, Feile, Fäden und Holz. Wie ein Modell entsteht, ist ebenfalls in der Ausstellung dokumentiert.

Dass die christliche Seefahrt sehr wohl in sein agrarhistorisches Museum passt, machte Falko Hohensee den Gästen in seiner Begrüßung deutlich: Welches war der größte Exportartikel der Hanse in Wismar? Bier. Was braucht es, um Bier zu brauen? Gerste. Und die kam über die Seefahrtswege. Damit schließt sich der Kreis zwischen Landwirtschaft, Brauerei, Export und Seefahrt. Deshalb gab es für die beiden Protagonisten als Anerkennung auch einen Dreschflegel und eine Buddel Rum. „Die Ausstellung ist eine tolle Idee“, so Klaus-Jürgen Ramisch. Zu sehen übrigens noch bis September.

Ina Schwarz

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