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Mit Herrn Lehmann ins Theater

Wismar Mit Herrn Lehmann ins Theater

In der Wismarer Kinderuni erklärte Theresa Eberlein wie ein Stück auf die Bühne kommt

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91 Mädchen und Jungen kamen zur ersten Vorlesung: „Vorhang auf! Wie kommt ein Theaterstück auf die Bühne?“ zur Kinderuni. Die lebensgroße Spielpuppe „Herr Lehmann“ zog alle Blicke auf sich.

Quelle: Sylvia Kartheuser (2), Oz

Wismar. Ein Besucher der Kinderuni in Wismar war gestern lange vor Beginn im Hörsaal: Herr Lehmann. Er ging auch nicht weg. Manchmal, wenn Kinder in der Nähe waren, bewegte er sich ein bisschen, aber ansonsten blieb er ein stummer Zuhörer. Kein Wunder, Herr Lehmann ist eine lebensgroße Spielpuppe fürs Theater — und Theater war das Thema der Vorlesung von Wismars Bühnenchefin Theresa Eberlein.

„Vorhang auf! — Wie kommt ein Stück auf die Bühne?“, war die Überschrift. Sie lockte viele Kinder auf den Hochschulcampus. 91 kamen zur ersten Vorlesung, etwa die gleiche Anzahl wurde beim zweiten Durchgang erwartet.

Für Theresa Eberlein war es eine Premiere. „Ich habe so etwas noch nie vor Kindern gemacht“, sagte sie und hatte ein bisschen Lampenfieber. Aber das gehört zum Theater eben dazu wie das Bühnenbild, die Kostüme, die Schminke, die Requisiten und natürlich die Schauspieler und der Regisseur.

Theater sei fast so alt wie die Menschheit, erklärte die Theaterchefin den Kindern, die aus der Hansestadt, aus dem Landkreis und sogar aus Schwerin gekommen waren. „Es gibt solche Darstellungen bei alten Höhlenmalereien“, sagte Theresa Eberlein. Sie spannte einen geschichtlichen Bogen über das griechische Theater, das Kirchentheater im Mittelalter und das höfische Theater bis zum bürgerlichen Theater der Neuzeit.

„In Wismar gab es die erste Theateraufführung nachweislich 1464, das ,Redentiner Osterspiel‘.“ Ab Ende des 16. Jahrhunderts seien regelmäßig „fahrende Leute“ in die Hansestadt gekommen, um die Wismarer mit ihren Stücken zu unterhalten. „Dafür gibt es Belege“, so die Theaterchefin. Sie zeigte auch Bilder des 1842 erbauten und 1948 abgebrannten Wismarer Theaters, was ein „Ah“ und „Oh“ bei den Kindern auslöste.

Theresa Eberlein hatte auch Bilder von der alten Spielstätte nahe der Hochschule mit und neue, die zeigen, wie es jetzt im Theater aussieht. „Da war ich schon mal“, rief ein Mädchen aus der ersten Reihe. Und als Theresa Eberlein fragte, wer schon mal hier im Theater war, gingen die meisten Hände in die Höhe.

Spannender als alle Theorie war aber eine kleine praktische Vorführung. Jovanka (9) aus Schwerin und Hanno (9) aus Nevern bei Neukloster spielten die gleiche Szene viermal. Erst saßen sie ohne Kostüm auf zwei Stühlen und tuschelten. „Wenig spannend“, sprach die Theaterleiterin den jungen Besuchern aus dem Herzen. Mit einem Kostüm wirkte das schon anders, aber immer noch recht vage. Stimmung kam erst auf, als Techniker Klaus-Peter Vogt rotes Licht über die Szene legte. Ja, das konnte durchaus ein Paar sein, das sich etwas Nettes zuflüsterte. Die Szene mit blauem Licht, anderen Geräuschen und Schwaden aus der Nebelmaschine: Na, das waren sicher Zwei, die etwas ausheckten. Dafür gab es von den Kindern reichlich Applaus.

Auch Marie-Luise aus Wismar klatschte begeistert in die Hände. Die Zehnjährige war nur traurig, „das es schon schnell vorbei war“. Außerdem musste sie Herrn Lehmann verlassen, den sie ziemlich faszinierend fand. Übrigens: Den Namen bekam die Spielpuppe von Mitarbeitern der Hochschule.

 



Sylvia Kartheuser

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