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Wismar Moderne Baukunst mit Backstein
Mecklenburg Wismar Moderne Baukunst mit Backstein
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04:18 06.09.2013
Prof. Dr. Ernst Badstübner, Backstein-Guru aus Berlin, hielt das Eröffnungsreferat und sagte: „Backstein ist jederzeit modern“. Quelle: Haike Werfel

Zum achten Mal treffen sich seit gestern Experten aus dem In- und europäischen Ausland in Wismar, um sich über die Backsteinbaukunst auszutauschen. Das Thema lautet diesmal „Backstein und Moderne“.

Dem zweitägigen Fachkongress wohnen etwa hundert Teilnehmer aus Deutschland, Dänemark, Italien, Russland und Lettland bei, darunter Mitglieder der Wismarer Bürgerschaft, interessierte Bürger, Unternehmer und Architekten. Der Kongress findet auf Einladung der Hansestädte Wismar, Lübeck, Stralsund und Rostock, des Vereins Europäisches Zentrum der Backsteinbaukunst und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz statt. Auch deren Vorsitzende Dr. Rosemarie Wilcken, Wismars frühere Bürgermeisterin, und ihr Mann waren gekommen sowie der Bildhauer Karl-Henning Seemann. Der gebürtige Wismarer hat die Bronze-Türflügel des Haupteingangsportals von St. Georgen geschaffen.

Die Kirche — laut Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) das Symbol der Backsteingotik schlechthin — ist seit 2006 der Veranstaltungsort des Kongresses. Es hätte kein besserer sein können, sagte auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), der zum wiederholten Male zu Gast war. Das Land unterstützt den Kongress finanziell. „Backsteinbau ist nicht nur Tradition, sondern auch Moderne“, sagte der Minister und nannte als gutes Beispiel zeitgenössischer Baukunst das Technologie- und Gewerbezentrum in Wismar. „An einem traditionsreichen Standort, dem früheren Holzhafen, sind moderne Gebäude entstanden, die den Baustoff Backstein in Form der Klinkerfassaden aufgreifen — ein sichtbares Zeichen, dass sich Alt und Neu neben- und miteinander behaupten können“, hob Glawe hervor.

Anfang des 20. Jahrhunderts brach die Epoche der Moderne an und der Bauhausstil mit Stahl, Glas und Beton wurde entwickelt. Für Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) sind diese Materialien austauschbar, sie haben keine Regionalität und strahlen Kühle aus. Der rote Backstein hingegen war das prägende Baumaterial in der Hansezeit, er ist das Markenzeichen der Hansestädte, strahle Wärme und Emotionalität aus. Daher sei zu wünschen, so Saxe, dass der Backstein auch für die Zukunft ein bedeutendes Baumaterial bleibe.

Auf Beispiele für zeitgenössische Backsteinbauten in Rostock verwies dessen Denkmalpflege-Amtsleiterin Dr. Michaela Selling. So ruhe der weiße Würfel der Kunsthalle, gebaut 1968, auf einem roten Backstein-Mauerwerk. Der für den Bau der Langen Straße politisch verordnete Bezug auf nationale Traditionen sei mit Elementen der Backsteingotik elegant umgesetzt worden.

Die Kongressteilnehmer können sich nach Referaten und Diskussionen heute an den Neubauten im alten Holzhafen über die Verwendung von Backstein in der heutigen Zeit informieren.

Haike Werfel

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