Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 18 ° wolkig

Navigation:
Musikschule am Turnplatz: Gibt die Stadt das Gebäude auf?

Wismar Musikschule am Turnplatz: Gibt die Stadt das Gebäude auf?

Gespräche über eine mögliche Fusion mit Kreismusikschule laufen / Bürgerschaft hat vor einem Jahr Prüfauftrag erteilt

Voriger Artikel
Beeindruckende Collagen in Galerie
Nächster Artikel
Gemeinsam den Mut zur malerischen „Lücke“ haben

Das frühere Lyzeum am Turnplatz ist seit 2006 Sitz der Musikschule Wismar.

Quelle: Fotos: Haike Werfel (2), Oz (2)

Wismar. Seit über einem Jahr gibt es den Auftrag der Wismarer Bürgerschaft an die Stadtverwaltung, mit dem Landkreis über eine mögliche Fusion der beiden Musikschulen zu verhandeln. Jetzt wurden die Gespräche wieder aufgenommen. Diskussionsgegenstand scheint auch der Standort der Wismarer Musikschule am Turnplatz zu sein.

OZ-Bild

Gespräche über eine mögliche Fusion mit Kreismusikschule laufen / Bürgerschaft hat vor einem Jahr Prüfauftrag erteilt

Zur Bildergalerie

„Ein Vorschlag lautet, das Gebäude zu schließen“, berichtet Michael Grunewald. „Ich mache mir große Sorgen“, gesteht der ehemalige Schulleiter. Seit fünf Jahren ist er im Ruhestand, unterrichtet als Gitarrenlehrer aber noch auf Honorarbasis.

„Wenn das Gebäude aufgegeben wird, geht die Attraktivität der Musikschule völlig verloren“, mahnt Grunewald. Er erinnert an den Umzug im Herbst 2006 aus der Neustadt an den Turnplatz. Damit wurden ideale Arbeits- und Lernbedingungen geschaffen. Es stehen große Unterrichtsräume und eine Aula für den Tanzunterricht und für Konzerte zur Verfügung. Sein Herz blute, sagt Grunewald, wenn dies alles aufgegeben werden sollte.

Als Alternative zum Schulgebäude soll es Überlegungen geben, den Musikschulunterricht in den Gebäuden der Claus-Jesup-Schule, der Großen Stadtschule, des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums und der Kreisvolkshochschule durchzuführen. „Wo sollen dort die Instrumente der Musikschule gelagert werden?“, sieht der langjährige Schulleiter ein weiteres Problem. Landesweit gebe es die Tendenz, eigene Musikschulgebäude zu schaffen. Die Hansestadt Stralsund hat ihres gerade aufwendig saniert, in Greifswald sei die Musikschule trotz des Verlustes der Kreisfreiheit weiterhin in städtischer Trägerschaft. „Ich habe großes Unbehagen, wenn ich an eine Fusion denke“, sagt Michael Grunewald.

„Die Gespräche zu einer möglichen Fusion der Musikschulen laufen derzeit auf Arbeitsebene“, bestätigt Stadtsprecher Marco Trunk. Das heißt, zunächst loten die Schulleitungen aus, ob und wie eine Zusammenlegung erfolgen könnte. Laut Grunewald wurde darüber Stillschweigen vereinbart.

„Ein abgestimmtes Konzept liegt noch nicht vor. Wenn es ein Verhandlungsergebnis gibt, werden wir es prüfen, und nur wenn es tragfähig ist, werden wir es der Bürgerschaft vorlegen“, teilte Marco Trunk mit.

Der Beschluss des Stadtparlaments vom 30. April 2015, eine mögliche Fusion zu prüfen, kam auf Antrag der CDU-Fraktion zustande. „Die Stadt unterhält eine eigene Musikschule, die pro Jahr ein Defizit von rund 382000 Euro einfährt“, hatte der stellvertretende Fraktionschef Tom Brüggert argumentiert.

Um das Defizit zu verringern, hat die Bürgerschaft Ende Februar höhere Gebühren für die Musikschüler beschlossen. Durch diese monatlichen Entgelte wird mit Mehreinnahmen von 30000 Euro pro Jahr gerechnet. Sie seien für die Haushaltssicherung unverzichtbar, weil eine mögliche Fusion laut Senator Michael Berkhahn (CDU) frühestens 2018 erfolgen könne.

Der Landkreis stehe einer Kooperation, aber auch einer Fusion aufgeschlossen gegenüber, erklärte Karla Krüger (SPD), 2. Stellvertreterin der Landrätin und zuständige Fachbereichsleiterin, auf Nachfrage. Die derzeitigen Gespräche hätten eine enge Zusammenarbeit der beiden Musikschulen zum Ziel. „Im Frühherbst erwarten wir, in Abhängigkeit von den gemeinsam erarbeiteten Fakten zu einem Ergebnis zu kommen. Nach Vorliegen vergleichbarer Zahlen und einer abgestimmten Datenbasis werden Verfahrens- und Zeitabläufe betrachtet und weitergehende Gespräche über eine Kooperation und/oder Fusion geführt“, sagte Karla Krüger. In diesem Zusammenhang würden sich Effekte ergeben, die dem Kreistag und den zuständigen Fachausschüssen vorgestellt werden. Nach Auskunft der Fachbereichsleiterin soll „im Interesse eines zügigen Verfahrens noch im laufenden Jahr ein Ergebnis erzielt werden“.

Aus der Historie

1952 wurde die Wismarer Musikschule gegründet. Sie begann mit dem Unterricht der traditionellen Instrumente wie Klavier und Geige, dann aber auch Mandoline. Fünf nebenamtliche Lehrkräfte unterrichteten 130 Schüler in Räumen der Großen Stadtschule.

Als „Volkskunstzentrum“ erhielt die Musikschule ab 1959 Räume im damaligen Restaurant „Wallgarten“. Ab 1975 musizierten Lehrer und Schüler in der „Musikvilla“ am Kreisverkehr in der Lübschen Straße, 1981 folgte der Umzug in die Räume der Neustadt. Seit 2006 haben Lehrer und Schüler im ehemaligen Lyzeum am Turnplatz ideale Bedingungen.

640 Musikschüler – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – nahmen im vergangenen Schuljahr am Instrumenten-, Tanz- oder Kunstunterricht an der Musikschule Wismar teil. Etwa ein Drittel der Schüler wohnt außerhalb der Hansestadt.

31 Pädagogen waren bis zu den Sommerferien an der Musikschule tätig. Elf von ihnen waren hauptamtlich angestellt, bis auf die Schulleiterin arbeiteten alle in Teilzeit. 20 Pädagogen unterrichteten auf Honorarbasis.

Haike Werfel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rostock
Johannes Oerding begeistert seine Fans auch mit rockigen Stücken. Im Hintergrund: Keyboarder Kai Lindner. Fotos (4): Katharina Ahlers

Am Sonnabend machte der Sänger während seiner „Alles brennt“-Tour Halt im Iga-Park / 1500 Fans feierten mit

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Kultur
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.