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Wismar Mystisches aus St. Georgen im Stadtarchiv
Mecklenburg Wismar Mystisches aus St. Georgen im Stadtarchiv
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00:11 10.01.2015
Astrid Gavini hat sich von St. Georgen auch zu mystischen Bildern inspirieren lassen. Repro: Nicole Hollatz

Das Jahr startet für den Wismarer Archivverein mystisch. Am Freitag, dem 16. Januar, laden der Förderverein und das Stadtarchiv zu einer ungewöhnlichen Buchpremiere ins Archiv ein. „Crossover — Der Dom der verlorenen Seele“ heißt der Roman von Astrid Gavini aus Westhofen, einem kleinen Weindorf am Rhein.

Die Buchillustratorin und Autorin kam 2010 zum Malen — ein Auftrag — erstmals nach Wismar. „Das war der Einstieg für meine Liebe zu Wismar“, erzählt sie. „Hier fühle ich mich aufgehoben, kann bummeln, kann schreiben und es mir gut gehen lassen.“ Die Stadt mit dem, was sie hier empfunden und vielleicht auch erlebt hat, hat sie inspiriert. So entstand der Roman. Der Dom aus dem Titel ist St. Georgen. Beeindruckt von der Kirche begann sie zu recherchieren und zu schreiben, besuchte die Hansestadt immer wieder, trotz der über 700 Kilometer Entfernung. „Ich dachte, ich muss etwas schreiben, was mystisch ist, aber auch gegenwärtig“, beschreibt sie ihre fiktive Geschichte.

Ambra, die Heldin der Buchautorin, sieht immer wieder eine Kirchruine im Traum, ohne zu wissen, wo diese Kirche steht. Dann erhält sie im reellen Leben die Einladung nach Wismar, erkennt St.

Georgen als die Ruine aus den Träumen und fühlt sich mehr denn je mit dem Ort verbunden. Alltag, Traum und Fiktion vermischen — die Frau lebt ihr Leben „crossover“ — gleichzeitig in zwei verschiedenen Welten. Dazu kommt die Verbundenheit zu dem Menschen, der sie nach Wismar geholt hat. Philipp, ein Autor und Verleger, sagt, dass sie genau die Frau ist, die er für seine Projekte braucht. „Sie merkt nicht, dass er sie nur für seine Zwecke missbraucht“, erzählt Astrid Gavini. Ambra, ihre Heldin, hat ständig „Flashbacks“ — Erinnerungen an die Vergangenheit und ein vorheriges Leben. Mit dem Mann und in St. Georgen.

Astrid Gavini schreibt über die Wiedergeburt, über vorher Erlebtes und darüber, wie sehr das das jetzige, das bewusste Leben beeinflussen kann. Dazu darüber, wie ein Mensch einen anderen manipulieren kann. Eigentlich ist sie schreibend in einem anderen Genre zu Hause, schreibt über nordamerikanische Indianer und die Zeitgeschichte. Das Georgenbuch war eine Herzensangelegenheit, auch wenn sie sich mit der Mystik weit aus dem literarischen Fenster gelehnt hat. „Ich war überrascht, wie gut es bei den Lesern ankommt“, berichtet sie von den durchweg positiven Kritiken. Das Buch möchte sie auch als Anregung verstehen, „dass man sich nicht manipulieren lassen soll, auch wenn die Träume erst einmal vom Himmel fallen“. Astrid Gavini hofft, dass die Wismarer offen sind für das Genre. „Das ist das erste Mal, dass ich in Wismar lese.“

Das Buch war eine Herzensangelegenheit. Wismar hat mich inspiriert, ich komme immer wieder gerne hierher. Die Lesung im Stadtarchiv wird aber die Wismarpremiere für das Buch.“Astrid Gavini, Buchautorin und Illustratorin aus Westhofen in Rheinland-Pfalz
Der Eintritt zur Lesung, die um 19 Uhr beginnt, kostet drei Euro für Nichtvereinsmitglieder. Zudem wird die Autorin am 17. Januar von 10 bis 11 Uhr in der Buchhandlung Peplau in der Krämerstraße ihr Werk signieren.



Nicole Hollatz

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