Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Proben für den Wismarer Festspiel-Faust

Wismar Proben für den Wismarer Festspiel-Faust

Volks- und Raiffeisenbank gehört zu den Unterstützern und gibt 10000 Euro

Voriger Artikel
Eine Hommage an die Hansestadt
Nächster Artikel
Michael Göring liest am 12. Juli im Zeughaus

Die Wismarer „Charakterköpfe“ proben für „Faust“: Sandra Schulz (29), Künstlerin Helga Treutler, Sophia Sabel (24, vorne), Jaqueline Müller (27), Rosita Lange (37), Thomas Skoski (46), René Gottelt (32) und Jürgen Räther (54, v.l.).

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Goethes „Faust“ hat am 7. Juli auf der Wismarer Festspiel- und Jedermannbühne in St. Georgen Premiere. In der Hansestadt und in Berlin sind die Proben dafür längst angelaufen. Allen voran die wunderbaren „Kleindarsteller“, die auf der Bühne ganz für sich ganz groß werden. „Charakterköpfe“ heißt die Schauspielgruppe, die aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wismarer Werkstätten GmbH besteht.

Seit einem Jahr proben sie einmal pro Woche, seit Ende des Jahres bereiten sie sich auf ihren großen Einsatz beim „Faust“ vor. Es ist ein Inklusionsprojekt – Menschen mit Behinderungen stehen mit den Profis um Schauspieler Sascha Gluth auf der großen Bühne. Rosita Lange (37), einer der „Charakterköpfe“, ist schon jetzt aufgeregt, wenn sie an den bekannten Schauspieler und die kommenden gemeinsamen Proben denkt. Helga Treutler, freischaffende Künstlerin aus Schwerin, leitet mit Doris Kloth vom Sozialen Dienst der Werkstatt die Nachwuchsschauspieler an. Helga Treutler erklärt: „Mein Anliegen bei dem Faustprojekt ist es, dass diese Menschen die Geschichte von Faust verstehen. Nicht in der Originalsprache, aber in ihrer eigenen Sprache und in den eigenen Bildern.“ Sie erzählt, wie die Teilnehmer langsam über sich hinaus wachsen, wie sie sich kleine Passagen vom Original-Goethe heraus picken und für sich kopieren.

„Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?“, spielen sie als Pärchen die berühmte Szene zwischen Faust und Margarete. Schauspiel für das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl. „Ich bin da richtig und wichtig, und ich kann das auch“, fasst Helga Treutler zusammen. Sie berichtet von den Ängsten der Teilnehmer und vom Mut, den sie aufbringen werden auf der großen Bühne: „Ich hoffe, dass das Projekt das Selbstwertgefühl gut stärkt, sich selbst als einen wichtigen Teil bei so einem großen Kunstprojekt zu erleben.“

Menschen mit Behinderungen mitten in der Gesellschaft, das ist gelebte Inklusion. Auch Profi Sascha Gluth „kämpft“ mit der Sprache Goethes. In einer Berliner Turnhalle proben die Schauspieler, die Akustik dort zwinge wie in St. Georgen zum langsameren Sprechen. „Bei Faust geht es gleich ans Eingemachte für den Zuschauer“, beschreibt Sascha Gluth das, was für ihn als Hauptdarsteller die große Herausforderung ist. Er erzählt vom alten Faust mit den vielleicht 60 Jahren. „Ein sehr verzweifelter Mensch, weil er merkt, er hat keine Kinder, kein Geld, er ist zwar ein anerkannter Wissenschaftler, aber er hat begriffen, dass er nie alles wird erfahren können. Das Stück fängt damit an, dass er erkennt, dass er sein Leben vertan hat“, erklärt Sascha Gluth. Es sei eine Achterbahnfahrt, die es mit dem Text und der ungewöhnlichen Sprache anstrengend mach, sagt der Schauspieler und lacht.

Viel Zeit ist nicht mehr bis zur Premiere. Derweil gab es gute Nachrichten für den Verein „Festspiele Wismar e.V.“ als Träger. Die Volks- und Raiffeisenbank unterstützt die diesjährigen Festspiele erstmals. Einmal ganz praktisch mit 10000 Euro für die Produktion. Dazu noch auf praktische Weise mit Werbung in den gut 30 Geschäftsstellen in der Region. Für Mitglieder der Bank gibt es dafür Prozente auf die Eintrittskarten. „Das, was bei den Festspielen Wismar geboten wird, hat das Potential, Wismar überregional bekannter zu machen“, begründet der Vorstandsvorsitzende Jan-Arne Hoffmann das Engagement.

Festspiele

Faust und Jedermann – beide Stücke werden St. Georgen in der Hansestadt Wismar aufgeführt. Faust hat am 7. Juli Premiere, Sascha Gluth wird den Faust spielen, Mario Ramos den Mephisto, Elinor Eidt das Gretchen.

Ab 28. Juli bis zum 7. August folgt der „Jedermann“ mit Gluth in der Hauptrolle und Reinhard von Hacht als Tod.

• Karten und Infos unter http://festspiele-wismar.de und an den bekannten Vorverkaufsstellen.

Nicole Hollatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Kultur
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist