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Wismar Regionale Reformationsgeschichte

„Ritter, Tod und Teufel“ fand seinen Abschluss vor 430 Gästen in der Wismarer Georgenkirche

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Die Sängerinnen und Sänger aus Schönberg unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Christoph D. Minke. Fotos (3): Nicole Hollatz

Wismar. Restlos ausverkauft war die Vorstellung von „Ritter, Tod und Teufel“ am Sonntagabend in Wismars St.-Georgen-Kirche. Klaus-Jürgen Ramisch vom Organisationsteam schleppte zusätzliche Stühle, Kinder saßen kurzerhand auf Sitzkissen vor der ersten Reihe, andere standen für den konzertanten Hochgenuss. Die größte Aufführung im Rahmen der Reihe.

OZ-Bild

„Ritter, Tod und Teufel“ fand seinen Abschluss vor 430 Gästen in der Wismarer Georgenkirche

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Das war die beste und größte Veranstaltung in der Reihe.“Klaus-Jürgen Ramisch vom Organisationsteam

Nach der Premiere des eigens für die Region entstandenen Stücks zur Reformationsgeschichte Anfang September in Gressow wurde es in St. Petri in Lübeck, in der Klützer Kirche, in St. Laurentius in Schönberg, im Ratzeburger Dom und nun in St. Georgen gezeigt. In den sechs Orten sahen mehr als 1500 Menschen die Oper zu den Anfängen der Reformation in Mecklenburg. Künstlerischer Leiter war Wolfgang Schmiedt. Wolfgang Bordel als Intendant der Vorpommerschen Landesbühne führte Regie, die Musik stammte aus den Federn der Rostocker Musiker Martin Pollok, Susi Koch und Wolfgang Schmiedt.

Die Gäste erlebten Imposantes in der entsprechend beleuchteten Kirche. Erst entführten Orgelklänge in die Vergangenheit des Kirchenbaus. Ganz in Schwarz gekleidet und mit hellen Stöcken bewaffnet, standen die Sängerinnen und Sänger aus Schönberg im Mittelgang der Kirche. Schauspieler Florian Hacke, der in klirrende Ketten gelegt wurde, ging durch dieses unfreundliche Spalier. Er spielte den Reformator Thomas Aderpul, der 1526 wie Luther in der Sprache des Volkes predigte. 500 Jahre später wurde die Predigt zum gesungenen Rap, in Wismar konnte der Sänger nicht von einer Kanzel predigen, sondern stand auf einer Empore. Statt Kirchenmusik erklang Musik zwischen Musical, Jazz, Pop und Soul, der Prediger trug Hut und rote Lederjacke. Modern sparsam dagegen das Bühnenbild und die Kostüme – Wirkung erzielte das Stück durch die Musik und die Lichteffekte in der besonderen Kulisse von St. Georgen. Orgel, Blechbläser, gemischter Chor und eben die beeindruckenden Solisten machten die regionale Reformationsgeschichte zur modernen Oper, zum Musical zwischen Verrat, Liebe, Glaube und natürlich Macht. Die Geschichte ist historisch verbürgt, an allen bisherigen Aufführungssorten – bis auf Wismars St.-Georgen-Kirche – gab es Spuren von Aderpul. Die Geschichte ist schnell erzählt: Thomas Aderpul wird als „Martinsmann“ aus Lübeck verwiesen und findet in Gressow eine neue Anstellung.

Er ahnt nicht, dass die Ritter der Region, allen voran Bernd von Plessen, sich so von der auch finanziellen Übermacht des Bischofs befreien wollen. Seine Schwester verrät den „Ketzer“, Aderpul kommt in den Kerker. 1529 kommt es zum „Religionskrieg“, die Ritter ziehen gegen den Bischof und wollen Aderpul befreien. Vergeblich, sie scheitern an der Belagerung des Schönberger Schlosses. Gegen „Urfehde“ kommt Aderpul frei, ist 17 Jahre lang recht erfolglos Pfarrer in Malchin, bevor er erster evangelischer Prediger an die Stiftskirche Bützow wird.

So weit ging die Oper gar nicht. Sie endete mit dem Solo von „Mecklenburg-Vorpommerns bekanntester Jazzlady“ Jacqueline Boulanger als Aderpuls Frau Anna, die das Gebet „Ehr sei dem Vater in der Höh“

sang, sowie einem gemeinsam gesungenen Bibelvers über Staub, der aus den Köpfen herausmuss – passend als Sinnbild für die Reformation.

Nicole Hollatz

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