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Schüler machen Theater für Abi-Ball

Neukloster Schüler machen Theater für Abi-Ball

Projekt mit Sinn: Gymnasiasten aus Neukloster brachten Dürrenmatts „Physiker“ in ihre Aula.

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Theater in der Aula Am Sonnenkamp: Nach den Mordanschlägen in der Irrenanstalt ermitteln der gelangweilte Inspektor (gespielt von Joana Hawelka) und seine Helfer von der Polizei (Hannes Schneider und Ludwig Fritzsche).

Quelle: Fotos: Ina Schwarz

Neukloster. Einen Abend lang verwandelte sich die Bühne in der Aula des Gymnasiums in Neukloster in eine Irrenanstalt: drei Leichen, ein Inspektor und eine durchgeknallte Chefärztin mit wirrem Haar. „Die Physiker“, eine Komödie, die der Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt 1961 schrieb, war Grundlage für ein Schulprojekt. Johanna Becker erzählt: „Das Schuljahr startete bei uns mit einem dreitägigen Anthropologie-Projekt. Wir haben uns mit Menschenbildern beschäftigt. Da passen die ,Physiker‘ richtig gut.“ Die 16-Jährige ist von dem Buch begeistert. „Ich muss zugeben, dass ich sonst gar nicht so viel lese, aber dieses Buch von Dürrenmatt fand ich einfach klasse.“ Die Begeisterung gab der Gymnasiastin Schwung.

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Theater in der Aula Am Sonnenkamp: Nach den Mordanschlägen in der Irrenanstalt ermitteln der gelangweilte Inspektor (gespielt von Joana Hawelka) und seine Helfer von der Polizei (Hannes Schneider und Ludwig Fritzsche).

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Zusammen mit ihrem Mitschüler Erik Forssmann (17) schreibt sie in den Weihnachtsferien ein Drehbuch. Das ist dann Grundlage für das Projekt der beiden elften Klassen Am Sonnenberg. Einige der Schüler kümmern sich um die Requisiten, andere um die Musik. Swenja Tarnow gehört zur Musikgruppe. „Es hat Spaß gemacht, das Stück musikalisch zu begleiten“, erzählt die talentierte Sängerin. „Wir haben Songs rausgesucht, die die Atmosphäre im Stück unterstreichen.“

„Es war ein tolles Miteinander“, bestätigt auch Joana Hawelka. Sie spielt den Inspektor in dem Stück. Im Mittelpunkt der Handlung stehen drei Physiker, die sich als Geisteskranke ausgeben. Albert Einstein, Isaac Newton und Johann Wilhelm Möbius. Letzterer hat die sogenannte Weltformel entdeckt, die in den falschen Händen zur Vernichtung der gesamten Menschheit führen könnte. Mit seiner Behauptung, ihm erscheine König Salomo, will er sich selbst unglaubwürdig machen und so dem Missbrauch seiner revolutionären Entdeckung vorbeugen. Newton und Einstein hingegen sind in Wahrheit Agenten rivalisierender Geheimdienste und haben sich nur ins Irrenhaus einweisen lassen, um an Möbius‘ Erkenntnisse zu gelangen. Die drei Physiker ermorden ihre Krankenschwestern, weil sie um ihre Geheimnisse fürchten. Als die Polizei mit ihren Ermittlungen der Todesfälle eintrifft, vernichtet Möbius seine Formel. Doch Mathilde von Zahnd, die missgestaltete Chefärztin des Irrenhauses, hat bereits Möbius‘ sämtliche Aufzeichnungen kopiert. Als die einzig wirklich Verrückte glaubt sie tatsächlich, im Auftrag König Salomos zu handeln, und will mit der Formel die Weltherrschaft erringen.

Für die Vorstellung der Schüler, die mit dem Erlös aus dem Theaterabend ihren Abi-Ball finanzieren wollen, gab es viel Beifall. Johanna Becker: „Genau darum ging es uns: Zu zeigen, dass es gar nicht so einfach ist zu erkennen, wer die wahren Verrückten in dieser Welt sind.“

 



Ina Schwarz

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