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Ständige Suche nach neuen Gesichtern

Wismar Ständige Suche nach neuen Gesichtern

Die Agentur MV-Casting aus Wismar vermittelt Kleindarsteller für Film und Fernsehen

Wismar. Mittwochs 18.15 Uhr im ZDF: Die Serie „Soko Wismar“ läuft seit zehn Minuten. Das vierköpfige Team um den Ersten Kriminalhauptkommissar Jan Reuter (Uwe Kroschwald) ist zu einem verdächtigen Todesfall gerufen worden. Die Streifenwagen rücken aus und ein Radfahrer radelt durchs Bild. Namentlich wird er weder im Vor- noch im Abspann erwähnt, aber Anja Clausen (43) und Björn Heinrich (48) wissen, um wen es sich handelt. Es ist ein Kleindarsteller, der über ihre Agentur MV-Casting gebucht wurde.

 

OZ-Bild

Anja Clausen (43) und Björn Heinrich (48), Geschäftsführer der Agentur MV Casting, mit Fernsehkind Meta Bakalowski (1), das demnächst in der Serie „Soko Wismar“ zu sehen sein wird.

Quelle: Sylvia Kartheuser

Um die 2000 Menschen jeden Alters, jeder Größe und jedes Typs führen die Geschäftsführer in ihrer Datenbank. Und ständig suchen sie nach neuen, „unverbrauchten“ Gesichtern. Serien wie „Soko Wismar“, der Usedom-Krimi mit Katrin Sass oder der Rostocker Polizeiruf werden von der Firma aus Wismar, mit Zweigstelle in Tarnow bei Bützow, mit Komparsen versorgt. Sie bewegen sich im Hintergrund, machen Szenen realistischer. „Mittlerweile sind wir eine sehr große Agentur, in Mecklenburg-Vorpommern vielleicht sogar die größte“, sagt Gründerin Anja Clausen.

Angefangen hat alles vor etwa zehn Jahren. „2003 hatte ich mich bei einer Firma aus Berlin für eine Produktion hier oben im Norden beworben“, erzählt die 43-Jährige. Letztlich hatte sie dafür dann doch keine Zeit, aber vier Jahre später rief das ZDF an und fragte, ob sie für zwei Tage bei einem Dreh in Heiligendamm die Komparsen betreuen könnte. „Ich habe erst mal geschluckt – und dann ging alles ganz furchtbar schnell.“ Da der Sender ihr das Drehbuch schicken wollte, brauchte sie eine Mailadresse mit einem professionell klingenden Namen. „Innerhalb von zwei Minuten gab es unter mv-casting eine Adresse – die Agentur hatte einen Namen, noch bevor es sie wirklich gab“, erinnert sich Anja Clausen und lacht.

Das war 2007. Ein Jahr später folgte die offizielle Gründung der Casting-Agentur. „Und nach dem ersten Einsatz für das ZDF war das fast ein Selbstläufer.“ Die erste Produktion für MV-Casting war „Mord in bester Gesellschaft“ mit Fritz Wepper. Und ganz schnell kam „Soko Wismar“ als ständige Produktion hinzu.

„Naja, und bei Dreharbeiten 2011 bin ich Anja in den Arm gelaufen – das können Sie ruhig wörtlich nehmen“, erzählt Björn Heinrich. Sie sei auf ihn zugekommen und habe gesagt: „So einen Typ wie Dich brauche ich morgen oder übermorgen beim Dreh. Hast Du Lust?“ Björn Heinrich hatte, blieb dabei und ist seit gut anderthalb Jahren Mitinhaber von MV-Casting. Zuvor betrieb er in Wismar eine Filiale für Kabel Deutschland.

Die Agentur aus Wismar hat sich einen Namen in der Branche gemacht. Vor jeder Produktion bekommen Anja Clausen und Björn Heinrich die Drehbücher zugesandt und machen sich Gedanken, über den „Hintergrund“ der Szenen: Wer könnte dort zu sehen sein, wie muss derjenige aussehen, wie muss er sich bewegen. „Das ist immer sehr spannend, weil Björn und ich die Drehbücher unterschiedlich lesen und oft verschiedene Vorstellungen haben“, sagt die Agentur-Leiterin. Bis jetzt haben sie sich immer noch geeinigt.

Anja Clausen und Björn Heinrich haben einen guten Ruf, bei den Produktionsfirmen und ihren Kleindarstellern. „Wir sind wie eine große Familie.“ Umso mehr regen sie sich daher über Firmen auf, denen es aus ihrer Sicht nur um Abzocke geht. „Da werden vorwiegend junge Menschen mit unhaltbaren Versprechungen gelockt. Aber damit die ,Agentur’ sie überhaupt aufnimmt, sollen sie erst einmal zahlen“, beschreibt Anja Clausen das Vorgehen. Seriöse Agenturen würden das nicht machen. „Bei uns muss keiner Geld mitbringen“, betont sie und weist gleichzeitig darauf hin, dass als Kleindarsteller oder Komparse bei Film und Fernsehen nicht das große Geld zu verdienen ist. Die Grundgage für einen Arbeitstag (sieben Stunden) liegt bei 60 Euro. Zudem gibt es kostenlose Verpflegung. „Für manchen ist das gerade einmal das Fahrgeld. Aber wir haben viele, die das in Kauf nehmen“, sagt Anja Clausen und ergänzt: „Bei Film und Fernsehen muss man eben auch ein bisschen verrückt sein.“

Wanted!

Aktuell sucht MV Casting laut Homepage für eine Folge zu „Alarm für Cobra 11“ FKKler, die keine Scheu vor der Kamera haben. Gesucht werden sowohl Männer als auch Frauen. Gedreht wird am 19. September auf Rügen.

Für den Dreh zu „Alarm für Cobra 11“ auf Rügen werden zudem Kite-Surfer gesucht. Interessenten müssten ab 20. September für einige Drehtage zur Verfügung stehen.

• Interessenten melden sich bei: Anja Clausen unter anja.clausen@mv-

casting.de oder bei Björn Heinrich unter bjoern.heinrich@mv-casting.de

Sylvia Kartheuser

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