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Studenten verwandeln Kirchen in Bühnen

Wismar Studenten verwandeln Kirchen in Bühnen

Semesterarbeiten angehender Innenarchitekten der Wismarer Hochschule befassen sich mit der Reformation

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„Freiheit der Gedanken“ nennt Anke Schneider vom Masterstudiengang Innenarchitektur an der Hochschule Wismar ihren Entwurf für die Ausstellung „Bühnen der Reformation“, die bis September in der Nikolaikirche zu sehen ist.

Quelle: Fotos: Sylvia Kartheuser

Wismar. St. Nikolai, Heiligen- Geist-Kirche, Graues Kloster, der Platz am Marienkirchturm und die Georgenkirche – sie alle könnten im nächsten Jahr Spielstätten für ein Stück über die Reformation werden. Studenten der Innenarchitektur der Hochschule Wismar haben sich im vergangenen Semester mit den unterschiedlichen Räumen beschäftigt und sie in Bühnenräume umgewandelt. Die Zeichnungen und Modelle sind bis September in der Nikolaikirche zu sehen.

OZ-Bild

Semesterarbeiten angehender Innenarchitekten der Wismarer Hochschule befassen sich mit der Reformation

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2017 jährt sich Martin Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. In Wismar soll anlässlich des Jubiläums ein Theaterstück aufgeführt werden. Wie es genau aussehen wird, steht noch nicht fest. „Es ist ja erst im Entstehen“, sagt Regisseur Lars Maué. Sicher ist allerdings, dass es mehrere Handlungsstränge geben wird. Sie beginnen an unterschiedlichen Orten und treffen schließlich zum großen Finale in der Georgenkirche aufeinander.

Anke Schneider, im ersten Semester des Masterstudiengangs, hat sich mit der Nikolai- und der Georgenkirche auseinandergesetzt. „Ich fand es ganz spannend, zwei so unterschiedliche Räume in Bühnen zu verwandeln“, sagt sie. Mit ihrer Installation für St. Nikolai spielt sie auf den Buchdruck an, der etwa 50 Jahre vor Luthers Thesenanschlag von Johannes Gutenberg entwickelt wurde, und ohne den sich die Ideen der Reformation nicht so schnell hätten verbreiten können. Anke Schneider lässt Papierschirme oder -pilze von der Decke schweben. „Damit will ich die Freiheit der Gedanken symbolisieren, die Luthers Ideen und der Buchdruck mit sich brachten“, erklärt sie.

Ganz anders ist ihr Konzept für die Georgenkirche. „Da dort alle Spielstränge zusammengeführt und damit auch alle Besucher zusammenkommen werden, habe ich die Sitzplätze zum Thema gemacht“, sagt die Master-Studentin. Lichtinstallationen und eine bedrohliche, abstrakte Skulptur sollen zudem daran erinnern, „dass die Reformation nicht nur friedliche Aspekte hatte“.

Den Studenten Guanxiong Wu hat der Innenhof der Heiligen- Geist-Kirche fasziniert. Eine Brücke in Kreuzform soll den Schauspielern verschiedene Auftrittsformen ermöglichen, die durchbrochenen Seitenwände den Zuschauern unterschiedliche Sichtweisen. „Ich habe mir anfangs viele neue Bühnenformen angesehen, bevor ich mich für diese extrem lange Variante, die auf die Kirchentür zuführt, entschieden habe“, beschreibt der Student der Innenarchitektur.

Kommilitonin Vivian Schultz entdeckte in der Aula der Großen Stadtschule, die ehemals Teil des Grauen Klosters war, „ihren“ idealen Bühnenraum. „Der Raum selbst bringt durch die gewölbte Holzdecke und die Empore schon so viel Eigenes für einen Bühnenraum mit. Das wollte ich nicht zerstören“, erklärte sie Lars Maué und Professor Michael Rudnik, den Initiatoren des Projektes. Vivian Schultz beschränkte sich darauf, den Raum mit Stoff- oder Papierbahnen auszulegen, die sich in Richtung Empore heben. Für den Platz am Marienkirchturm entwickelte sie Scheiterhaufen, aus denen drei Meter hohe Figuren treten sollen.

Vierter im Bund bei den „Bühnen der Reformation“ ist Enrico Frontzek. Er will den Freiraum in der Georgenkirche nutzen, um eine Art große Fischerreuse an die Decke zu hängen. Anfangs soll sie als unförmiges Gebilde über den Köpfen hängen und am Ende am Boden liegen, Teil der Allgemeinheit geworden sein.

Pastor Roger Thomas, Hausherr in der Nikolaikirche, begrüßt das Projekt „Bühnen der Reformation“ und die Ideen der Studenten. Im Grunde seien Kirchen ohnehin Bühnen, auf denen verschiedene Inszenierungen mit unterschiedlichen Protagonisten abliefen. „Die Zusammenarbeit mit der Hochschule ist immer gut und sehr inspirierend – und notwendig, damit wir bei der Gestaltung unserer Inszenierungen nicht verstauben“, sagt Roger Thomas.

Öffnungszeiten

Die Arbeiten „Bühnen der Reformation“ von Studenten der Innenarchitektur an der Hochschule Wismar sind bis zum 15. September im südlichen Seitenschiff von St. Nikolai zu sehen.

Die Nikolaikirche ist von Mai bis September täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet, sonnabends eventuell bis 22 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

• Online: www.kirchen-in-wismar.de

Sylvia Kartheuser

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