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Tagsüber im Büro, abends auf der Bühne

Grevesmühlen Tagsüber im Büro, abends auf der Bühne

Sabrina Sagorny hat beim Piraten Open Air eine Doppelfunktion: Sie ist Marketingbeauftragte und Darstellerin

Grevesmühlen. „Hot Brownie“ ist kämpferisch, mutig und sie weiß, was sie will. Dass viel von der Buccaneerfrau „Hot Brownie“ auch in Sabrina Sagorny privat steckt, wird schnell klar, wenn die 28-Jährige ihre Vergangenheit Revue passieren lässt. Ihre erste Sprechrolle hat die junge Darstellerin in dieser Saison beim Piraten Open Air-Theater in Grevesmühlen. Der Weg dorthin war mutig, kämpferisch, ehrgeizig. Für ihren großen Traum, in Grevesmühlen auf der Bühne zu stehen, machte Sabrina Sagorny einen gewagten Schritt. Sie ließ ihre Heimat Bonn hinter sich.

 

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Steht Sabrina Sagorny (r.) – hier mit Darstellerin Tanja Schumann – abends auf der Open-Air-Bühne der Piraten, ist sie tagsüber für das Marketing des erfolgreichen und weit über die Grenzen Nordwestmecklenburgs hinaus bekannten Theaters in Grevesmühlen verantwortlich.

Quelle: Fotos: Jana Franke
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Ich habe bisher alle im Team, auch die Promis, als Menschen ohne Starallüren kennengelernt.“Sabrina Sagorny

2014 noch arbeitete die junge Frau bei einer PR-Agentur in Bonn, bei der sie nach ihrem Studium der Germanistik und Psychologie eine Festanstellung hatte. „Ich habe mit meinen Eltern regelmäßig Urlaub an der Ostsee gemacht und wir besuchten auch das Piraten Open Air“, erinnerte sie sich. Mit Erfahrungen als Laiendarstellerin auf einer Bonner Theaterbühne bewunderte sie die Schauspieler in Grevesmühlen, die sich unter freiem Himmel mit Säbeln, Degen, Pistolen und bösen Worten bekämpften. „Das will ich auch“, dachte sie. Einen ganzen Sommer lang auf der großen Open Air Bühne stehen. Ihr erster Schritt: beim Casting teilnehmen. Und es klappte. In der Saison 2014 bekam sie neben Katy Karrenbauer und Rocco Stark eine Rolle als Kleindarstellerin – ohne Text.

Ihr Plan war, nach dem Sommer nach Bonn zurückzukehren. Oder doch den Wohnsitz an die Ostsee verlegen? Für eine Rolle als Kleindarstellerin nicht, aber für den großen Traum, irgendwann eine Sprechrolle in Grevesmühlen zu ergattern? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. „Meine Eltern haben mich in meinem Vorhaben unterstützt“, freut sich Sabrina Sagorny. So kam nach der Rolle der Indianerin im Jahr 2014 die Rolle als Prostituierte – auch ohne Text. In diesem Jahr dann der „Durchbruch“. Neben Tanja Schumann als „Crispy Chicken“ macht sie unter anderem Felix von Jascheroff als „Billy Bones“ das Leben schwer – mit Worten, Säbeln, Degen und Pistolen.

„Es ist so ein tolles Team hier. Ich habe bisher alle, auch die Promis, als Menschen ohne Starallüren kennengelernt“, schwärmt Sagorny. Auch für Regisseur Benjamin Kernen hat sie nur lobende Worte. „Er ist geduldig und strahlt sehr viel Ruhe aus.“ Obwohl sie durch Theaterauftritte in Bonn schon einige Schauspielerfahrungen mitbrachte, lernt Sabrina Sagorny nie aus. Vor allem freue sie sich, dass sie mal eine Person spielen darf, die nicht das liebe Püppchen ist, wie sie sagt. „Das ist schon ziemlich cool“, sagt sie lächelnd. Überhaupt ist die 28-Jährige fast ausschließlich lächelnd zu sehen. Sie hat eben bis heute alles richtig gemacht – mutig und ehrgeizig. Und sie ist glücklich. Nicht nur, weil sie bei den Piraten die große Liebe fand – sie ist mit Stuntman Christian Winkler liiert –, sondern auch, weil sie ihren ursprünglichen Beruf mit ihrer Leidenschaft für die Schauspielerei bei den Piraten verbinden kann.

Sabrina Sagorny ist neben Henning Dresbach für das Marketing verantwortlich. Vormittags im Büro, abends auf der Bühne. „Diese Kombination ist super“, sagt sie. Und deshalb steht für sie fest: Der Anker ist ausgeworfen, und das noch – wenn es nach ihr geht – für lange Zeit. Gemeinsam mit Freund Christian wohnt sie nun in Wismar. Der 32-Jährige ist übrigens ähnlich mutig wie seine Freundin. Für die Piraten und Sabrina Sagorny gab er seine Offiziersanstellung auf der Aida auf. Aber wie heißt es doch in einem Filmzitat über Piraten: „Das ist entweder wahnsinnig oder brillant. Es ist immer wieder erstaunlich, wie nah diese beiden Eigenschaften beieinander liegen.“

Noch wenige Karten für Comedy-Vorstellung

14Vorstellungen gibt es noch vom Stück „Das Geisterschiff“ des Piraten Open Airs. Eine davon ist aber etwas ganz Besonderes – wie jedes Jahr: die Deniere. Aufgeführt wird die Comedy-Vorstellung am Sonnabend, dem 3. September, um 19.30 Uhr. Gespickt ist die Show mit humorvollen Einlagen. Die Ideen dazu dürfen die Darsteller teilweise selbst einbringen. Da kommt es schon mal vor, dass ein Schauspieler im Hasenkostüm auf die Bühne kommt, statt prächtiger Piratenschiffe Motorboote schippern oder die Bösewichte nicht auf dem Pferd, sondern auf dem Bobbycar „angeritten“ kommen. Karten für den Abend voller toller Ideen in Bezug auf Kostüme, Wortspielereien, Pyrotechnik, Gesang und Tanz gibt es noch – aber nur wenige. Erhältlich sind diese im Pressehaus Grevesmühlen (August-Bebel-Straße 11 in Grevesmühlen;

☎ 0 38 81/78 78 870) oder an der Theaterkasse in der Schweriner Landstraße (☎ 0 38 81/75 66 00).

Mit einem großen Feuerwerk endet die diesjährige Saison des Piraten Open Air-Theaters dann am 3. September. Der Titel für das Stück in der Saison 2017 steht schon: „Execution in Cartagena“.

Jana Franke

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