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Unfassbar: Andrej Subarew gestorben

Wismar Unfassbar: Andrej Subarew gestorben

Der Modemacher aus Wismar war künstlerischer Leiter des Baltic Fashion Award in Heringsdorf

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Modedesigner Andrej Subarew (50) aus Wismar ist am Mittwoch an Herzversagen gestorben. Fotos (2): OZ-Archiv

Wismar. Das Herz von Andrej Subarew hat am Mittwochvormittag aufgehört zu schlagen, plötzlich und unerwartet — exakt vier Wochen nach seinem 50. Geburtstag. Freunden und Weggefährten fällt das Begreifen noch schwer. „Für mich ist der Tod von Andrej Subarew unfassbar. Wir hatten noch so viel mit ihm vor“, sagte gestern Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD). Zum Beispiel eine Ausstellung Ende des Jahres.

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Der Modemacher aus Wismar war künstlerischer Leiter des Baltic Fashion Award in Heringsdorf

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Sabine Doll, Galeristin und langjährige gute Freundin des Modedesigners, kämpfte mit den Tränen: „Andrej war ein so fröhlicher, aufgeschlossener und weltoffener Mensch, und er war so fleißig.“

Der Grafiker und Designer Ingo Jäger kannte Andrej Subarew mehr als 30 Jahre. „Wir waren Studienkollegen, die Nachricht von seinem Tod hat mich schwer getroffen“, sagte der Wismarer Designer. Er habe den Jungen aus Jena überhaupt erst an die Ostsee geholt, erklärt der 52-Jährige. Zusammen mit der Grafikerin Kirsten Grapentin gründeten die drei 1994 in Wismars Dankwartstraße das Designbüro Zavod 3. „Das war eine aufregende Umbruchzeit“, erinnert sich Ingo Jäger. Die Gemeinschaft hielt bis ins Jahr 2000, man ging im Streit, verlor den Kontakt. „Jetzt von Andrejs Tod zu hören, tut verdammt weh“, sagte der ehemalige Studienfreund.

Andrej Subarew hat sich mit seinem 2000/2001 gegründeten Modelabel Raissa, das tragbare und elegante Mode bot, einen Namen gemacht. Premiere hatte die Kollektion im Berliner Fernsehturm. Sie blieb dem Modeschöpfer über Jahre im Gedächtnis: „Als kreativer Mensch arbeitest du ja immer nach vorn. Bei so einer Präsentation siehst du plötzlich, was du angerichtet hast. Da habe ich mich plötzlich selbst getroffen — und es hat mir Freude bereitet“, sagte er der OSTSEE-ZEITUNG.

2006 wurde er zudem künstlerischer Leiter des Baltic Fashion Award in Heringsdorf auf Usedom. Im vergangenen Jahr kam das Aus. Der 50-jährige Kreativkopf aus Wismar, dem die Förderung junger Designer immer wichtig war, suchte nach einer neuen Plattform. Er fand sie im Euro Fashion Award. 2008 hatte die OZ ihn gefragt, was ihn am Baltic Fashion Award begeistere. Seine Antwort: „Weil ich finde, dass das ein Wettbewerb ist, bei dem die Leistung der Designer gewürdigt wird.“ Das hatte sich der Modemacher auch für den neuen Designpreis auf die Fahnen geschrieben, dessen Premiere er nicht mehr erleben wird. „Für das neue Projekt war Andrej in der letzten Zeit sehr oft unterwegs, das hat viel Kraft gekostet — vielleicht zu viel“, versuchte Galeristin Sabine Doll den plötzlichen Tod des Freundes zu erklären.

Zumindest einen Euro Fashion Award wird es in dem wunderschönen Görlitzer Kaufhaus im Jugendstil geben. Die Vorbereitungen für den 23. April sind für eine Absage schon zu weit fortgeschritten. „Das Team wird sicher alles daran setzen, auch um Andrej zu ehren“, erklärte Annemarie Tonn, die Mutter von Andrej Subarews Freundin Susanne. Wie es dann anschließend mit dem Euro Fashion Award weitergehen wird, stehe noch nicht fest.

Susanne Tonn ist derzeit in Jena. Zum einen wegen der anstehenden Veranstaltung in Görlitz, aber vor allem auch, um Andrejs Eltern zu trösten. Während der Vorbereitung auf den Euro Fashion Award hatte der Modedesigner seine Eltern besucht und dort am Dienstag übernachtet. Zum Frühstück am Mittwochmorgen kam er nicht mehr.

Die Asche von Andrej Subarew soll in Wismar beigesetzt werden. Einen Termin gibt es noch nicht.

Von Sylvia Kartheuser

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