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Ungewöhnliche Fotografie aus der Hochschule

Wismar Ungewöhnliche Fotografie aus der Hochschule

Im Baumhaus am Alten Hafen zeigt die Ausstellung „Neue Subjektivität“ zeitgenössische Arbeiten

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Stefan Kratz, Babette Liebisch, Sally Frey und Knut Wolfgang Maron (v.l.) in der Ausstellung im Baumhaus.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Der Titel der neuen Ausstellung im Wismarer Baumhaus lautet: „Neue Subjektivität – Aktuelle Positionen zeitgenössischer Fotografie“. Vier Schüler aus der Fotoklasse von Knut Wolfgang Maron von der Wismarer Hochschule zeigen ihre Bilder.

Zu sehen sind keine Sonnenuntergänge, keine schön gegrinsten Selfies, keine tausendfach gesehene Wismarbilder. Die Fotos von Babette Liebisch, Sally Frey, Stefan Kratz und Florian Anhorn fallen aus dem landläufigen Rahmen. Sie zeigen subjektive Fotografie als Gegenposition zur dokumentierenden, wie sie beispielsweise von Zeitungen genutzt wird.

Da sind zum Beispiel die Porträts von Stefan Kratz: Blaue Farbe auf großen Papierbögen, Cyanotypien – ein Blaudruck, ein altes fotografisches Edeldruckverfahren mit typisch cyanblauen Farbtönen.

„Eindrücke, die an die Anfänge der Fotografie erinnern“, sagt Professor Knut Wolfgang Maron. Kratz beschichtet das Papier mit lichtempfindlichen Substanzen und belichtet es dann. Die Bögen liegen stundenlang in der Sonne. „Das dort sind Regentropfen“, sagt Maron, schmunzelt und zeigt auf einige Flecken, die während des Belichtungsprozesses entstanden sind. Ganz anders sind die bunten Porträts von Stefan Kratz. Scans aus Personalausweisen. Mit der modernen Technik macht er sichtbar, was sonst meist nur erfühlbar ist: Kratzer und Dreck auf den alten Personalausweisen. „Stefan Kratz macht die Vergänglichkeit sichtbar, so wie wir altern, altert auch der Personalausweis in der Folie“, erklärt Maron. Auch Babette Liebisch zeigt Porträts. Mit einer strengen Lichtsetzung von oben werden die sechs Porträtierten in fast gleicher Pose, mit gleichem Blick in Schwarz-Weiß abgebildet. Die Bilder fesseln durch die Strenge, erinnern an große Porträtfotografen wie Helmar Lerski oder Richard Avedon. Da ist keine Beliebigkeit, keine Austauschbarkeit.

In seinen Stillleben hat Florian Anhorn seinen musikalischen Probenraum fotografiert. Details, die sonst nicht wahr genommen werden. Der übervolle Aschenbecher, aufgeklebte Bilder von Bush und Obama eingezwängt im rot-grün der Umgebung, Aufkleber auf einem Fenster.

Sally Frey zeigt ebenfalls Profanes. Natur – eine Totale, ein Detail – als Vierergruppe mit einer Satellitenschüssel. Zeitlos ist die alte Frau in Kittelschürze mit den vollkommen überreizten Farben.

„Eine Übertreibung dessen, was man mit Farben machen kann“, erklärt Maron das Prinzip der Crossentwicklung. Bei der Umkehrentwicklung hat Sally Frey Diafilme nicht im dafür vorgesehenen Prozess, sondern wie einen Farbnegativfilm entwickelt.

„Vier Positionen, die das Prinzip der Subjektivität sehr gut und ganz unterschiedlich nach außen tragen“, beschreibt Knut Wolfgang Maron. Ihm ist bei der Ausbildung wichtig, dass seine jungen Fotografen kein Abbild seiner eigenen Subjektivität, seiner fotografischen Sicht werden, sondern ihre typische Bildsprache entwickeln.

Noch bis zum 20. November ist die Ausstellung im Wismarer Baumhaus zu sehen, jeweils täglich von 10 bis 16 Uhr bei freiem Eintritt.

Nicole Hollatz

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