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Verwirrende „Sehstücke“ im Baumhaus

Wismar Verwirrende „Sehstücke“ im Baumhaus

Künstler aus Münster zeigt ungewöhnliche Schiffsansichten am Alten Hafen in Wismar

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Klaus Möllers mit Bild und Katalog. Der Künstler stellt zurzeit im Baumhaus am Alten Hafen aus. Fotos (2): Nicole Hollatz

Wismar. Die Bilder von Klaus Möllers verwirren. Da liegen Kekse und Pralinen auf der Künstlermischpalette, wo sonst die Farben glänzen sollten. Schatten stimmen, auch die Perspektive kommt hin, und trotzdem stimmt so gar nichts im Bild. Die kleine Kommode aus den 1950er-Jahren – die mit Glasplatte auf der Holzoberfläche – schwebt im Raum. Dazwischen ein Dreimaster mit grünen Segeln. Die „Alexander von Humboldt“, wie Klaus Möllers berichtet.

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Künstler aus Münster zeigt ungewöhnliche Schiffsansichten am Alten Hafen in Wismar

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2006 fuhr er eine Woche mit der Bark, fotografierte das Segelschiff, malte es, genoss es. Es ist nicht das einzige Boot, das es in der Ausstellung „Sehstücke“ von Klaus Möllers zu entdecken gilt. Sie ist derzeit im Wismarer Baumhaus am Alten Hafen zu besichtigen.

„Das ist der Spaß an der Geschichte: eine Ausstellung mit Schiffen direkt am Hafen mit Blick auf die Schiffe dort“, meinte der Künstler im Interview vor der Ausstellungseröffnung lachend. Ein mutiges Experiment, ein „Binnenländer“ aus Münster, der in einer Hafen- und Hansestadt Boote zeigt. Aber Möllers liebt das Meer, hat manch einen Urlaub in der Region verbracht. Dabei zeigt der Künstler Bootsansichten, die die wenigsten so kennen. Rümpfe, Schwerter, Kiele – nur Ausschnitte statt des ganzen Schiffs.

„Die Poesie des Schiffes ist erhalten geblieben, ohne dass man alles sieht, ohne die Aufbauten, die Masten und die Takelage“, philosophiert Klaus Möllers. Manch ein Fachmann glaubt, so den genauen Schiffstyp erkennen zu können, begegnet Möllers schmunzelnd. „Alles frei erfunden“, sagt der und lacht. Die Formen, mit denen der Künstler sich natürlich beschäftigt, sie beobachtet und studiert hat, entstehen intuitiv. „Es geht nicht darum, dass man mit dem Schiff schwimmen können muss, es geht um die Bildwirkung“, erklärt Klaus Möllers. Das Fachliche für ein technisch korrektes Schiffsbild spricht der Münsteraner sich ab, ihn reizen die einfachen großen Flächen der Rümpfe.

„Der Rest ist mir zu kompliziert“, schmunzelt er wieder. Die Gefahr ist ihm auch zu groß, dass ein Fachmann die Fehler sofort sehen würde. Also entfernt er sich mit seiner eigentlich naturalistischen Darstellung von der Natur, schafft seine eigenen Welten, seine „Sehstücke“. Das moderne Segelboot, das vielleicht gerade vom Winterlager wieder ins Wasser gehoben wird, hängt an unrealistischen dünnen Fäden. Schwebt so durch einen kleinen Wald, der durchwoben ist von den breiten Gurten, an denen das Schiff normalerweise hängen sollte.

Oft ist Biografisches mit im Bild. Der Zelturlaub mit seinem Sohn und Fahrrädern wird verdichtet zu einem Bild mit Igluzelt, Bunsenbrenner und dem Blick aufs Wasser, alles in surrealistischer Kombination und Konstellation wie mitten aus dem Traum gerissen, fragmentarisch und doch die ganze Geschichte erzählend.

„Klaus Möllers ist ein Maler, der die große Tradition der Malerei nicht leugnet und lebendig und mit großem Engagement an einer zeitgemäßen, individuellen und komplexen Bildform arbeitet“, schreibt Udo Scheel im Vorwort zum begleitenden Katalog.

Der Künstler

Bis zum 5. Juni zeigt Klaus Möllers im Baumhaus am Alten Hafen Arbeiten auf Leinwand und Papier.

Möllers wurde 1952 in Essen geboren, er studierte an der Kunstakademie Münster bei Udo Scheel und an der Kunstakademie Düsseldorf bei Rolf Sackenheim, war Meisterschüler und machte sein Examen in Kunst und Kunstwissenschaft an der Kunstakademie und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, drei Jahre lang hatte er sein Atelier in Brooklyn, New York.

Möllers war Dozent für Malerei bei der 19. bis 22. Sommerakademie Schwalenberg der Kulturagentur des Landesverbandes Lippe und ist Lehrbeauftragter für Freihandzeichnen an der „msa I münster school of architecture“.

Nicole Hollatz

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