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Vilde Frang begeistert in Niendorfer Gutsscheune

Niendorf Vilde Frang begeistert in Niendorfer Gutsscheune

In der Gutsscheune in Niendorf auf Poel waren am Donnerstag die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern mit dem „Sommercampus on Tour“ zu Gast.

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Die norwegische Violinistin Vilde Frang (29), Preisträgerin in Residence der Festspiele 2016, begeisterte in der Gutsscheune.

Quelle: Geert Maciejewski

Niendorf. In der Gutsscheune in Niendorf auf Poel waren am Donnerstag die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern mit dem „Sommercampus on Tour“ zu Gast. Für das Glanzlicht des Abends sorgten die norwegische Geigerin Vilde Frang (29), diesjährige Preisträgerin in Residence der Festspiele, und der Bratscher Nils Mönkemeyer (38). Sie musizierten die Sinfonia Concertante KV 364 von Mozart.

Zwei große Stars, aber vor allem zwei vorzügliche Musiker, intelligent und empfindungsvoll, mit einer bezwingenden Aura. Mit minutiöser Abstimmung, mit biegsamster Tongebung, mit dem Mut zum rückhaltlosen Gefühl ohne Sentimentalität, im intensiven Wechselspiel machten sie daraus ein Wunderwerk und eine Kostbarkeit vom Glück des musikalischen Miteinanders in zarter Verschiedenheit.

Sommercampus ist der alljährliche einwöchige Ferienkurs an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater, in dem Studierende, diesmal rund 100 aus 26 Nationen, sich bei internationalen Meistern weiterbilden. Die besten von ihnen haben die Möglichkeit, mit dem Residence-Orchester des Sommercampus, der Norddeutschen Philharmonie Rostock, auf Tournee in Mecklenburg zu gehen.

So präsentierten sich hier die tiefen Streicher, Viola und Violoncello mit wirkungsvollen Bruchstücken aus der Pflichtliteratur, von der Norddeutschen Philharmonie unter Wojciech Rajski (68) mit sattem Klang begleitet, den sie beim Schlussstück zu mitgehender Transparenz veredelte. Die südkoreanische Bratscherin Seung Won Chung (27) aus dem Meisterkurs von Nils Mönkemeyer spielte den ersten Satz aus dem obligatorischen Hoffmeister-Konzert. Die Cellisten Marilies Guschlbauer (22) und Daniel Paulich (23), beide aus dem Meisterkurs von Reinhard Latzko, ließen die herzliche Gesangskunst und den Klangreichtum des romantischen Cellos aufleuchten, die Österreicherin mit den ersten beiden Sätzen aus Schumanns Cellokonzert, der Deutsche mit dem ersten Satz aus dem Dvorák-Konzert. Das waren deutliche Begabungsnachweise – überboten vom Meistervortrag des renommierten Cellisten Reinhard Latzko aus Wien mit der schwelgerischen, aber etwas marklosen Romanze F-Dur des jungen Richard Strauss.

Heinz-Jürgen Staszak

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