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Von Wismar in die Musikläden Deutschlands

Wismar Von Wismar in die Musikläden Deutschlands

Der Musikproduzent Jürgen Czisch hat sich mit seinem MV-NRW Verlag europaweit einen Namen gemacht

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Jürgen Czisch mit der Schallplatte einer seiner Lieblingskünstler: Der Jazz-Saxofonist André Cimiotti. Erschienen ist das Album „This is where I come from“ beim Label Ajazz.

Quelle: Vanessa Kopp

Wismar. Jürgen Czisch lebt für und mit der Musik. Im Lager des Wahl-Wismarers reihen sich mehr als 100 000 Tonträger in den Regalen aneinander, Kartons und CD-Hüllen stapeln sich auf dem Schreibtisch und unter dem weißen Hybrid-Flügel. An einer Wand steht ein analoges Mischpult – eher aus nostalgischen Gründen. Der Musikproduzent arbeitet mit etwa 200 Künstlern zusammen, der Großteil davon aus Deutschland, aber auch Musiker aus Frankreich, Brasilien und bald Finnland. Von Wismar aus vertreibt Czisch deren Tonaufnahmen mit seinem MV-NRW Verlag europaweit.

Die deutsche Musikkultur ist weltweit Champions-

League.“Jürgen Czisch,

Musikproduzent

2004 zog es den Westfalen aus dem Ruhrgebiet an die Küste. „Ich wollte immer am Meer leben“, erklärt Czisch diesen Schritt. „Das habe ich in Italien und den Niederlanden probiert, in Wismar hat es dann geklappt.“ Seine Arbeit ist größtenteils ortsunabhängig. Und die Abgeschiedenheit Mecklenburg-Vorpommerns kann durchaus von Vorteil sein. „Ich habe hier mehr Ruhe“, sagt Czisch. Standen früher ständig neue Musiker in seinem Büro, ist das in Wismar seltener der Fall. „Und zum Abschalten bin ich schnell auf der Insel Poel. Denn der Job ist Stress“, erklärt er die Vorzüge.

1960 wurde er in Dortmund geboren, studierte klassische Musik, knüpfte Künstler- und Medienkontakte, bis er 1988 einen Musikverlag gründete. „Durch mein Studium habe ich die beste Basis geschaffen, um Musik einordnen zu können“, erklärt Jürgen Czisch. Musikverleger arbeiten im Hintergrund: Sie tüfteln mit den Künstlern einen Plan aus, wie die Karriere aussehen kann, kümmern sich um Plattenproduktion und Vertrieb. „Ich beliefere mehr als 300 Fachgeschäfte in Deutschland“, erzählt Czisch. „Sie können bis 15 Uhr ihre Bestellungen bei mir abgeben, dann ist sie am nächsten Tag im Laden.“ Ein Paket pro Tag geht an die zwei größten Internet-Händler.

Jürgen Czisch hat seinen Musikverlag nach und nach strukturiert. „Da wäre zum einen das Label Ajazz, bei dem die Künstler ihre Wünsche umsetzen können.“ Unter Bigband Records erscheinen nur Produktionen von Bigbands. Bei NRW Records führt er Pop- und Weltmusik. „Ein weiteres Label ist Wismart. Darunter findet sich zeitgenössische experimentelle Musik.“ Diese Alben sind optisch angelehnt an die kleinen, gelben Reclam-Heftchen. „Große Kunst für kleines Geld sozusagen“, sagt Czisch. Neu hinzugekommen ist nun noch Viva Wismar, eine Agentur, die internationale Künstler in die Hansestadt lockt.

In seinem Repertoire finden sich zudem Kabarettisten wie Georg Schramm oder Christian Ehring, Moderator des Satire-Magazins „extra 3“, deren CDs und DVDs auch von Wismar aus vertrieben werden.

„Ich kann von hier aus die ganze Welt bedienen“, sagt Czisch. Und durch den Ausbau des sogenannten Downloads und Streamings – wenn Musik über das Internet heruntergeladen und gehört wird – wird das noch einfacher. „In Deutschland funktionieren CDs allerdings noch sehr gut“, beobachtet der Musikverleger. Für die Zukunft der silbernen Scheibe sieht er dennoch schwarz: „Streaming und Schallplatten werden die CD überholen“, lautet seine Prognose. „Besonders Schallplatten machen das Musikhören zu einem besonderen Erlebnis.“ So schnell wird sich der Betrieb des Wismarers also nicht digitalisieren.

Viva Wismar

Am 16. September präsentieren Viva Wismar und die Hansestadt Wismar im Rahmen der Interkulturellen Woche die Künstlerin Rosani Reis & Band. Die Brasilianerin wird ab 20 Uhr im Lokschuppen (Poeler Straße 3) mit spannenden Rhythmen und Harmonien, tiefsinnigen Texten – moderiert in Deutsch – und wunderschönen Melodien, Leidenschaft und Temperament begeistern. Im Konzert präsentiert die Sängerin Songs ihres neuen Albums „De onde vem o tambor“ (auf Deutsch: „Woher kommt die Trommel“).

Vanessa Kopp

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