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Weg frei für Bebauung auf dem Theaterplatz

Wismar Weg frei für Bebauung auf dem Theaterplatz

Unesco-Welterbebeirat und Investor einigen sich auf Kompromiss – Expertengremium begrüßt die Idee einer Orgel in St. Georgen, pocht aber auf Alleinstellungsmerkmal

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Die Animation zeigt den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Ecke Mecklenburger Straße/Kleinschmiedestraße.

Quelle: Beck Interpolar

Wismar. Zufriedene Gesichter nach der Sitzung des Unesco-Sachverständigenbeirates am Montag: Dem Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses auf dem Theaterplatz in der Mecklenburger Straße in Wismar steht nichts mehr im Wege. „Wir haben das gute Ende eines nicht kurzen Weges“, so Prof. Volkwin Marg. Der Beiratsvorsitzende dankte dem Bauherren „für die Geduld und Ausdauer, den Weg mitzugehen“.

OZ-Bild

Unesco-Welterbebeirat und Investor einigen sich auf Kompromiss – Expertengremium begrüßt die Idee einer Orgel in St. Georgen, pocht aber auf Alleinstellungsmerkmal

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Denn das Vorhaben in der letzten großen Baulücke der Altstadt wurde viermal im Beirat diskutiert. Nach zwei Anläufen hatte der Investor den Architekten gewechselt. Nun ist also der Weg frei.

Entsprechend zufrieden ist Jörg Hinrichs, Geschäftsführer der Bauunion Wismar. Die nächsten Monate werden für die Baugenehmigung genutzt. Hinrichs: „Im März 2017 wollen wir mit dem Hochbau beginnen.“

Vorgesehen sind 26 Wohnungen, 39 Parkplätze in der Tiefgarage und eine Gewerbeeinheit an der Ecke Mecklenburger Straße/Kleinschmiedestraße.

Prof. Marg sprach von Wohnungsbau in konzentrierter Form unter Beibehaltung der First- und Traufhöhen entlang der Mecklenburger Straße. Doch die Hausfront wird farblich unterschiedlich gestaltet, sodass „wir eine parzellenartige Struktur für drei Häuser vorfinden werden“, so der Beiratssprecher. Außerdem schaffe der Doppelgiebel „geschickt den Übergang von einem Maßstab zum anderen“, zielt Marg auf die Kleinteiligkeit der Kleinschmiedestraße ab. Zudem betone die zurückgesetzte Bebauung an der Ecke Mecklenburger Straße/Kleinschmiedestraße die Platzgestaltung. Hier ist auch die Gewerbeeinheit vorgesehen. Bei einem letzten Treffen mit einem Beiratsvertreter und dem Investor in Lübeck soll es um Nuancen in der Fassadengestaltung gehen.

Die ersten Entwürfe waren im Sachverständigenbeirat auf Ablehnung gestoßen. Von einem Ufo, das wie ein Fremdkörper daherkommt, war die Rede.

In dem Neubau, einschließlich des kleineren Zweigeschossers im hinteren Bereich, entstehen 26 Wohnungen sowie eine Tiefgarage. Die Zufahrt erfolgt über die Mecklenburger Straße. Wenn die Baugenehmigung vorliegt, wird zunächst das frühere Bühnenhaus des Theaters abgebrochen, außerdem stehen archäologische Untersuchungen an. Das frühere Theater an dieser Stelle war am 2. Oktober 1842 feierlich eröffnet worden, am 9. Januar 1948 stand der repräsentative Bau in Flammen.

Noch ganz am Anfang der Diskussion steht hingegen eine Orgel in St. Georgen. Der Unesco-Sachverständigenbeirat begrüßt die Idee, sprach von einer „verheißungsvollen Initiative“, aber auch von einem langen Weg der Diskussion. Der Beirat strebt eine moderne und einmalige Lösung an. Eine erlebbare Orgel, bei der Besucher erfahren, wie das Instrument funktioniert. Prof. Marg: „Es geht um die Einmaligkeit von St. Georgen und nicht um bekannte Pfade.“ Das einmalige Raumerlebnis, das sich nach dem Wiederaufbau den Besuchern bietet, solle erhalten bleiben. Daher seien der Standort und die Akustik als weitere Fragen zu klären. Prof. Volkwin Marg und Prof. Sigrid Brandt machten mit ihren Ausführungen deutlich, dass es nicht um ein Zurück, sondern um eine zeitgemäße Lösung gehe. Sie verwiesen auf St. Nikolai als klassische Kirche mit Orgel und Altar.

Die Orgelstiftung Wismar, initiiert vom Förderkreis St. Georgen zu Wismar e. V., gibt es seit November 2010. Sie wurde mit einem Startkapital von 100 000 Euro ausgestattet, mehr als 30 000 Euro sind bisher über Spenden gesammelt worden. Ziel ist eine Orgel am ursprünglichen Platz. Die Kosten dürften sich auf etwa zwei Millionen Euro belaufen. Die alte Orgel aus dem Jahr 1925 war beim letzten Luftangriff auf die Stadt am 14. April 1945 komplett zerstört worden. Peter Manthey freut sich als Vertreter der Orgelstiftung zwar einerseits über die Wertschätzung des Sachverständigenbeirates, sieht aber andererseits das Ziel, die Orgel wieder am angestammten Platz erklingen zu lassen, als kaum noch umsetzbar. „Es gibt so viele Einschränkungen, wir fangen ganz von vorne an“, sagte am Montag ein letztlich doch enttäuschter Peter Manthey.

Heiko Hoffmann

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