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Werke von Angelika John in Galerie

Wismar Werke von Angelika John in Galerie

Thomas Wendt stellt Zeichnungen, Malerei und Skulpturen seiner verstorbenen Frau aus

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Thomas Wendt (70) möchte nicht, dass die Werke seiner verstorbenen Frau in einem Depot landen und in Vergessenheit geraten.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Am 1. Juni 2016 ist die bekannte Wismarer Künstlerin Angelika John verstorben. Sie hinterließ nicht nur trauernde Familienmitglieder, Freunde und Künstlerkollegen, sondern auch mehr als 400 Werke: Zeichnungen, Malerei und Skulpturen.

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Thomas Wendt stellt Zeichnungen, Malerei und Skulpturen seiner verstorbenen Frau aus

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Am Sonnabend, dem 17. September, um 19 Uhr eröffnet Thomas Wendt in der Lübschen Straße 70 eine temporäre Galerie mit den Werken seiner verstorbenen Frau. „Die Alternative wäre, die Arbeiten irgendwo einzulagern. Und dann liegen sie da, auf Jahrzehnte“, begründet Thomas Wendt. „Und dann müssen sich meine Erben damit beschäftigen“, schüttelt der 70-Jährige den Kopf. Er hofft, dass die Bilder wieder an Wände, in Häuser und damit ins Leben zurückkommen.

Deswegen seine Idee mit der kleinen Galerie auf Zeit für die Werke von Angelika John, als letzte Hommage an die Künstlerin. Mit vielen Helfern und Unterstützern hat Thomas Wendt in kürzester Zeit die Räume des leer stehenden Geschäfts in eine Galerie verwandelt. Dicht an Dicht hängen die gerahmten Bilder an den Wänden, auf den Tischen davor stapeln sich die ungerahmten. Die Masse. Zarte Landschaftsbilder liegen über Stillleben, farbsatte Abstraktionen auf kühlen, wunderbar ruhigen Wismarer Kranbildern.

Manch ein Bild, über das man gefühlt gerade noch mit der Künstlerin plauderte. 2014 stellte sie in der Galerie Hinter dem Rathaus aus und beeindruckte mit ihrer damaligen Art der „Malerei“. Das, was der Künstler sonst mit dem Pinsel an Linien auf das Papier bringt, erreichte sie mit filigranen Scherenschnitten. Damit sie die Linien auf dem Bild verschieben könne, erklärte sie damals. Auch aus dieser Serie werden Bilder gezeigt. Genauso Wismarbilder mit den zart verspielten, luftigen Häuserfronten, Bilder vom Meer und von den Buhnen. Mehrschichtig lasierte Acrylbilder, Nähwerk-Collagen, Bildmontagen aus Zeitungsausschnitten und Stadtplänen auf Malgründen wie Baumwolle, Seide, Schleiernessel, Folien oder auch selbst geschöpftem Papier.

In den großen Fenstern zur Baustraße sollen ihre verträumt verspielten Flugobjekte hängen. Ein Lebenswerk auf 80 Quadratmetern: Die Bilder spiegeln das Gesamtwerk der in Ebersbach in der Oberlausitz geborenen und seit 1986 in Wismar freischaffend arbeitenden Malerin wider, die mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland auch überregional Beachtung fand.

Thomas Wendt hofft auf diese Beachtung, um die Arbeiten seiner „Max“, so ihr Kosename, vor dem Depot zu bewahren. 600 Briefe hat er die Tage geschrieben und verschickt, hat Kunstfreunde und Wegbegleiter persönlich eingeladen. Plakate werden verteilt, ein Katalog erscheint.

Die Galerie in der Lübschen Straße 70 ist bis zum 15. Oktober geöffnet, täglich von 12 bis 19 Uhr.

Die Künstlerin

Angelika John wurde 1956 in Ebersbach (Oberlausitz) geboren, sie lernte Textilzeichnerin und studierte an der Kunsthochschule Berlin. 1982 erhielt sie dort ihr Diplom als Textilgestalterin. Es folgte eine zweijährige Aspirantur an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

Seit 1986 arbeitete sie freischaffend als Künstlerin und Restauratorin in Wismar. Seit 1990 war sie Mitglied im Künstlerbund Mecklenburg und Vorpommern. Jahrelang hatte sie den Vorsitz in der Gemeinschaft Wismarer Künstler und Kunstfreunde inne.

 

Am 1. Juni 2016 verstarb sie im Alter von 59 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in Schwerin.

Nicole Hollatz

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