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Zeitreise in den „Sachsenkeller“

Wismar Zeitreise in den „Sachsenkeller“

Viel Applaus gab es am Freitagabend in Wismar für Falk Schuster als Regisseur von „Die Weite suchen“.

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Die Darsteller Oliver Müller und Franziska Masse, Regisseur Falk Schuster und Produzent Ralf Kukula (v. l.) im Filmgespräch nach der Premiere ihres Animationsfilmes „Die Weite suchen“.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Viel Applaus gab es am Freitagabend in Wismar für Falk Schuster als Regisseur von „Die Weite suchen“. Der Hallenser, der Produzent Ralf Kukula und die beiden Darsteller Franziska Masse und Oliver Müller erlebten mit den Zuschauern im Filmbüro die MV-Premiere des animierten Dokumentarfilms.

Möglich wurde der 29-minütige Streifen dank der Unterstützung der Kulturellen Filmförderung des Landes MV, der Mitteldeutschen Medienförderung, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Sächsischen Landesmedienanstalt, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Kunststiftung Sachsen-Anhalt. Denn so ein Animationsfilm macht viel Arbeit und ist teuer.

Wie viel Arbeit und Können in den wenigen Minuten stecken, machten die Filmemacher mit ihren Erklärungen und einem kleinen Making-of deutlich. Aus einer Woche Realdreh im September 2014 im Klützer Winkel und in der sächsischen Kiesgrube als „Ostseeersatz“ entstand ein Trickfilm. Bild für Bild jeder einzelnen Sekunde des Realfilms haben die Grafiker dafür am Computer nachgezeichnet. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Comic und Pop-Art. Dank dieser Rotoskopie — so heißt das über 100 Jahre alte Verfahren — konnte beispielsweise die Kiesgrube zur Ostsee werden, ein Holzgewehr zur fast echten Grenzerausrüstung. Störendes konnten die Grafiker übermalen, Fehlendes — zum Beispiel die Massen am Strand — einfach hinzuzeichnen.

Falk Schuster erzählt in dem Film ganz autobiografisch vom Sommer 1987, von der Reise seiner sächsischen Familie in den Klützer Winkel und damit in die Grenzregion. Möglich gemacht durch „Vitamin B“

und einen Anhänger voller Ersatzteile für den Trabi als Eintritt in den „Sachsenkeller“. Der Vater war Kfz-Mechaniker und kam so an die heiß begehrten Ersatzteile für die „Rennpappe“.

Eine intensive Zeitreise, Falk Schuster ließ seine Eltern erzählen, genauso einen ehemaligen Grenzer. Er berichtete vom Anstehen im Konsum — eine Schlange für die Einheimischen, eine für die Gäste — und von der Überwachung durch die Grenzpolizei. Dazu vom sehnsüchtigen Blick durch den Feldstecher auf die Fähren der „Stena Line“.

Die Gäste lachten, staunten und erinnerten sich bei der ungewöhnlichen Zeitreise und der Geschichte, die so oder so ähnlich viele ehemalige DDR-Bürger erlebt haben. „Im Studium hatte ich auch viele westdeutsche Mitstudenten, denen ich immer wieder gerne die Geschichten aus dem Urlaub an der Ostsee erzählt habe“, erklärte Falk Schuster den Hintergrund des Filmes. Nach der Landespremiere in Wismar wurde der Film am Sonnabend in Klütz gezeigt.

Von Nicole Hollatz

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