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Wismar Kulturpreis des Landkreises für Eberhard Kienast
Mecklenburg Wismar Kulturpreis des Landkreises für Eberhard Kienast
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00:18 15.09.2016
Wurde mit dem Kulturpreis ausgezeichnet: Kirchenmusikdirektor Eberhard Kienast (l.) – hier mit Kreistagspräsident Klaus Becker. Quelle: Fotos: Jana Franke

Eigentlich hatte Eberhard Kienast gestern etwas anderes vor. Der Jahresempfang der Landrätin Kerstin Weiss (SPD) in Boltenhagen in der Veranstaltungsscheune an der Weißen Wiek stand nur am Rand seines Terminkalenders, denn in Wismar ist eine Gastorganistin zu Besuch, der der Kirchenmusikdirektor in der Nikolaikirche assistieren wollte. „Herr Ramisch (Kultursachgebietsleiter beim Landkreis, Anm. d. Red.) hat gesagt, ich soll unbedingt nach Boltenhagen kommen“, erinnerte sich Kienast. Aber nie im Leben habe er daran gedacht, dass die Auszeichnung mit dem Kulturpreis der Grund für diese Aufforderung war. „Ich bin überrascht und freue mich sehr“, gab der 65-Jährige zu.

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Der Kirchenmusikdirektor aus Wismar wird für ehrenamtliches Wirken ausgezeichnet / Der Jugendkulturpreis geht an die Gadebuscher Tanzgruppe „The Ännisch Cruuuuw“

In seiner Laudatio auf den Wismarer ging Manfred Harloff, Pastor in Rente, auf das jahrelange Wirken von Eberhard Kienast ein. „Gemeindeseminare ohne ideologische Scheuklappen“ in den 1970er Jahren war nur ein Punkt in den Ausführungen. Außerdem habe Kienast eine außerordentliche musikalische Begabung, die „er nicht im stillen Kämmerlein verkümmern ließ“. Umgangssprachlich haut er in 17 Kirchen des Landkreises regelmäßig in die Tasten. „Dieser Preis ist gleichzeitig eine Würdigung all jener, die ehrenamtlich mit ihm arbeiten“, so Harloff.

Mitten im Umzugsstress wäre auch Barbara Kossakowski aus Grevesmühlen fast nicht zum Jahresempfang gekommen, aber ihr längst eingeweihter Schwiegersohn hatte sie doch noch überreden können. Denn als Preisträgerin für die Ehrennadel für ehrenamtliches Wirken konnte die 80-Jährige gestern Abend nicht fehlen. Sie war völlig überrascht, als klar wurde, um welche Person es in der Laudatio von Kerstin Weiss ging.

Musik spielte schon immer eine große Rolle im Leben von Barbara Kossakowski. Einst Musiklehrerin in Grevesmühlen, führte sie es damals an der Schule ein, dass die Schüler vor Unterrichtsbeginn ein Lied zur Begrüßung sangen. Als sie nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2000 die Leitung des Liederkreises – eine Gruppe singender Erwachsener – übernahm, knüpfte sie schnell internationale Kontakte, die bis heute gepflegt werden. Den Taktstock schwingt sie zwar nicht mehr so oft wie früher, hat ihn aber noch nicht gänzlich aus der Hand gelegt. Das nahm Horst Lederer, Mitglied des Liederkreises, zum Anlass, sie für die Verleihung der Ehrennadel vorzuschlagen. Die siebenköpfige Jury – unter anderem die Landrätin, der Kreistagspräsident und Kreistagsmitglieder – befürworteten das.

Seit zehn Jahren wird der Jugendkulturpreis des Landkreises vergeben. Ebenso lange gibt es die Gadebuscher Tanzgruppe „The Ännisch Cruuuuw“, die diese mit 500 Euro dotierte Auszeichnung erhielt. „Sie sind ein Aushängeschild für Gadebusch, den Landkreis und über dessen Grenzen hinaus“, lobte Klaus Leuchtemann, Lokalpolitiker in Gadebusch. Leiterin der Truppe ist Anne Busack (29), die vor eineinhalb Monaten schwer erkrankte, sich es gestern aber nicht nehmen ließ, ihre Mädels zu begleiten. Die waren davon ausgegangen, dass sie nur einen kulturellen Beitrag für die mehr als 100 Gäste leisten sollten. Mit einer Auszeichnung hat niemand gerechnet.

Ehrennadeln wurden auch verliehen an Karina Herzog aus Wahrsow, die sich seit 20 Jahren ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz engagiert, an Torsten Richter als Vorsitzender des Pilzvereins „Heinrich Sternberg“ in Rehna sowie an Jürgen Hansen, der in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Alt Meteln-Cramon-Groß Trebbow ein plattdeutsches Kirchenzentrum gründete, in dem in regelmäßigen Abständen niederdeutsche Gottesdienste abgehalten werden.

Jana Franke

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