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Wismar Kunstdieb gab seine Beute bei der Beichte zurück
Mecklenburg Wismar Kunstdieb gab seine Beute bei der Beichte zurück
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03:27 11.09.2013
Hat sich auf das Beichtgeheimnis berufen und den Namen des Diebes verschwiegen. Quelle: Norbert Wiaterek

Einer der spektakulärsten Diebstähle hatte sich im Februar 2008 in Wismar ereignet. Neun Tage nach dem Diebstahl von zwei Ausstellungsstücken aus dem Stadtgeschichtlichen Museum Wismar waren die Stücke wieder da. Während der regulären Öffnungszeit waren aus Glasvitrinen Kunstgegenstände geraubt worden: ein kleines Kreuz aus Knochen aus dem 15. Jahrhundert sowie ein Siegelstock aus dem 16. Jahrhundert. Die Gegenstände hatte der Dieb nach einer Beichte bei Roger Thomas übergeben. Der reuige Sünder war zweimal zum Pastor von St. Nikolai gekommen. Beim zweiten Mal brachte der Dieb die Kunstgegenstände mit in das Amtszimmer von Roger Thomas. Das Kreuz und das Siegel waren in Papiertücher gewickelt und steckten zusammen in einem kleinen Plastikbeutel. Der Pastor rief im Museum an, Direktorin Beatrice Busjan und die Sammlungsleiterin Corinna Schubert kamen, und es wurde die Polizei verständigt. Pastor Thomas machte über die Person, die die Stücke gestohlen hatte, keine Angaben. Er berief sich auf das Beichtgeheimnis. Der Pastor damals: „Ziel der Beichte ist auch, dass Dinge wieder in Ordnung kommen. Ich bewahre über alles, was mir gesagt wurde, Stillschweigen.“ Nicht einmal das Tütchen, das ihm präsentiert wurde, habe der Pastor geöffnet. Die Polizei wollte den Täter natürlich ermitteln. Kriminaltechniker waren im Museum, nahmen die Plastiktüte und Taschentücher mit, um sie auf mögliche Spuren zu untersuchen. „Wir setzen die Ermittlungen fort. Ich bin guter Dinge, dass wir noch weitere Hinweise zur Sache erhalten“, sagte damals die Kriminalpolizei. Nach OZ-Infos kam die Polizei dem Täter tatsächlich auf die Schliche — trotz Beichtgeheimnis.

Heiko Hoffmann

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