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Kurdirektorin kämpft um die Partys in Boltenhagen

Boltenhagen Kurdirektorin kämpft um die Partys in Boltenhagen

Die Stimmung ist geteilt. Die einen hoffen auf Werbung, andere befürchten Ärger.

Boltenhagen. Kurdirektorin Claudia Hörl hat einen schweren Stand. Die vom Radiosender NDR2 und seiner Tochter N-Joy für Boltenhagen geplanten Mega-Partys am Strand spalten die Meinungen im Ostseebad. Während die Mehrzahl der Einwohner, so scheint es, für Stars@NDR2-live und N-Joy the Beach ist, gibt es auch etliche, die sie ablehnen. Sie befürchten, die Großveranstaltungen würden für Boltenhagen nur Ärger bringen. Ihr Schreckensszenario: Randale, verärgerte Urlauber, zerstörte oder beschädigte Strandkörbe und jede Menge Müll.

Claudia Hörl versuchte, bei der zur Arbeitssitzung umdeklarierten Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, die Ängste zu zerstreuen: „Der NDR macht solche Veranstaltungen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen schon über Jahre und hat Erfahrungen damit.“ Und auch Boltenhagens amtierender Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) erklärte: „Der NDR wird schon ein eigenes Interesse daran haben, dass die Veranstaltungen störungsfrei ablaufen.“ Dennoch, so schränkte er ein, fehle ein Veranstaltungs- und ein Sicherheitskonzept. Christian Schmiedeberg hofft, dass am Montag, 22. April, viele Zweifel ausgeräumt werden können. „Dann treffen wir uns mit dem NDR.“

Auch die Kurdirektorin ist zuversichtlich. „Am 3. April haben wir vom NDR die ersten Unterlagen bekommen“, sagte sie. Seitdem führe man Gespräche mit der Polizei, dem Amt Klützer Winkel, der Feuerwehr, dem Zweckverband Grevesmühlen und dem Deutschen Roten Kreuz. Und die Signale seien durchweg positiv.

Kreisgeschäftsführer Ekkehard Giewald hatte bereits erklärt, dass das DRK mit im Boot sei und das Konzept für die Rettungskräfte am Montag vorlegen werde. Guntram Jung vom Zweckverband Grevesmühlen bestätigte am Donnerstag, dass auch aus Sicht des Wasserver- und Abwasserentsorgers den beiden Partys nichts im Weg stünde.

Moralische Unterstützung bekam die Kurdirektorin von Kerstin Claus, die in Grevesmühlen vier Jahre als Kulturkoordinatorin arbeitete. „Die Werbung für den Ort durch solche Veranstaltungen ist mit Geld nicht aufzuwiegen“, betonte die Boltenhagenerin. Der NDR bringe Künstler mit, die sich das Ostseebad nie würde leisten können. Und Günther Ammon befürchtete: „Wenn wir diese Veranstaltung nicht wuppen, brauchen wir uns die nächsten zehn Jahre um keine andere zu bemühen.“ Der NDR oder ein anderer Sender würde sich für Boltenhagen kaum noch interessieren.

Sylvia Kartheuser

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