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Kurt Kaschewski kümmert sich um die Kamerun-Schafe

Moitin Kurt Kaschewski kümmert sich um die Kamerun-Schafe

Seine Frau Margret ist die gute Seele des Gemeindehauses in Moitin

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Moitin. Die hellbraunen Schafe geraten in helle Aufregung: Die kleine Herde begrüßt ihren Besitzer. Die Freude beruht auf Gegenseitigkeit. Denn für Landwirt Kurt Kaschewski (81) sind die Kamerun-Schafe sein Ein und Alles. Ehefrau Margret (75) akzeptiert das: „Seit sieben Jahren haben wir die Tiere. Mein Mann kann es sich ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Und ich freue mich sehr, dass er in der Betreuung seiner Schafe so aufgeht.“

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Seine Frau Margret ist die gute Seele des Gemeindehauses in Moitin

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„Wenn die Kaschewskis etwas anpacken, dann mit ganzer Leidenschaft“, wird ihnen dorfauf, dorfab nachgesagt. So ist die Rede davon, dass „der Kurt schon als Traktorist bei der Maschinen- und Traktorenstation in den 1950-er Jahren für Zuverlässigkeit und Gründlichkeit bekannt war“. Auch später, in der LPG, gehörte er mit Klaus Sperling und Herbert Franke zu denen, auf die Verlass war. Zum Beispiel, wenn es galt, die Genossenschaft beim Leistungspflügen zu vertreten. Dann ging das Trio regelmäßig an den Start. „Mein großes Erfolgsjahr war dabei 1972. Damals belegte ich im Kreis Bad Doberan den ersten Platz, wurde Erster im Bezirk Rostock und holte in Gotha bei den DDR-Meisterschaften den zweiten Platz.“ Der Stolz auf den Erfolg von einst ist dem Senior noch immer anzumerken.

Auch, dass er nach 1989 noch mehrfach bei Kreismeisterschaften startete und erneut vordere Plätze belegte, erzählt er gerne.

Auch seiner Frau Margret eilt in Moitin ein guter Ruf voraus. „Sie ist die gute Seele vom Gemeindehaus“, sagt zum Beispiel Bauhof-Chef Armin Stubbe. Seit Jahr und Tag sorge sie mit dafür, dass das Haus an der Neubukower Straße – Ort von Beratungen, Veranstaltungen und Familientreffen – picobello in Ordnung sei. „Ich möchte, dass die Leute sich hier wohl fühlen“, unterstreicht die Gelobte. Wer die Räume betritt, spürt sofort, dass hier jemand ein Händchen für eine anheimelnde Atmosphäre hat. „Nachdem das Haus in diesem Jahr ein neues Dach bekommen hat und die Räume frisch gestrichen wurden, ist es noch schöner“, freut sich Margret Kaschewski.

Die Rentnerin fühlt sich mit diesem Haus, dass zu DDR-Zeiten der Bäuerlichen Handelsgenossenschaften (BHG) gehörte, eng verbunden. Schon zu Zeiten als Harry Thielcke noch das Bürgermeisteramt bekleidete, kümmerte sie sich darum. „Im Jahr 2002 sind Thielcke und ich sogar zusammen nach Rostock gefahren, um Möbel vom ,Warnow-Hotel’ zu holen. Das wurde damals abgerissen und wir wollten mit den Stühlen unsere Räumlichkeiten neu einrichten“, erzählt sie. Leider hätten sie unverrichteter Dinge wieder nach Moitin heimkehren müssen, weil die benötigten 50 Stühle nicht zusammen gekommen seien. Nach der erfolglosen Aktion habe man sich dann doch entschlossen, neue Stühle anzuschaffen, erinnert sie sich schmunzelnd an diese Episode.

Die Kaschewskis, Moitiner Urgestein, können vieles aus der Geschichte des Dorfes erzählen. So erinnern sie sich an den Jahrhundertwinter 1978/79 als wäre er gestern gewesen: „Hier war alles dicht.

Kein Durchkommen. Der Schnee lag meterhoch. Die Leute mussten Gänge schaufeln, um von einem Haus zum anderen zu kommen. Doch einer hat dem anderen geholfen. Das war schon gut!“

Und da ist die Sache mit dem Telefonkabel. „Da drüben auf der anderen Straßenseite verläuft es. Es soll zu Nazi-Zeiten verlegt worden sein und angeblich von Paris nach Königsberg führen. Auf jeden Fall eine sehr wichtige und wohl auch geheime Leitung“, deutet Kurt Kaschewski an. Jedenfalls wurde sie einem Baggerführer zum Verhängnis, der in den 1970-Jahren den Auftrag erhielt, den Straßengraben auszubaggern und dabei unabsichtlich das Kabel zerstörte. „Die Staatssicherheit war gleich vor Ort. Den Mann haben sie erstmal mitgenommen“, erzählt der Rentner. Er sei aber wieder auf freien Fuß gekommen, weil ja keine Absicht vorgelegen habe.

Für Andreas Gundlach, dem das Kulturleben in der Gemeinde am Herzen liegt, sind das „Geschichten, die es wert wären, in einer Dorfchronik festgehalten zu werden.“

Werner Geske

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