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Wismar Land gibt 141000 Euro für sicheres Feuer-Training
Mecklenburg Wismar Land gibt 141000 Euro für sicheres Feuer-Training
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00:00 06.07.2016
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Grevesmühlen bei der Flash-Over-Simulation in einem Übungscontainer. Quelle: Sven Asmus

Nordwestmecklenburgs Kreisfeuerwehrverband bekommt einen Container, in dem Feuerwehrleute verschiedene Brandeinsätze trainieren können. Ende des Jahres soll er auf dem Freigelände in Warin aufgestellt werden. Der voll ausgerüstete Übungsraum wird etwa 425000 Euro kosten. Davon übernimmt das Land 141000 Euro. Der Rest kommt aus der Brandschutzsteuer, die mit der Versicherungsprämie einer Feuerversicherung erhoben wird, und vom Landkreis. Innenminister Lorenz Caffier (CDU), oberster Dienstherr der Feuerwehren, brachte Landrätin Kerstin Weiss (SPD) den Fördermittelbescheid.

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Nordwestmecklenburgs Kreisfeuerwehrverband in Warin bekommt Übungscontainer zur Simulation verschiedener Brandarten / Die Gesamtkosten betragen 425000 Euro

„Bis vor einigen Jahren mussten wir Übungen für Atemschutzträger immer in Abrisshäusern durchführen – mit allen Unwägbarkeiten, die dabei auftreten konnten und die nicht immer ungefährlich waren“, sagte der Minister. Durch die Container für Brandübungen sei das Training jetzt sicherer, auch weil alles über Monitor überwacht werde. „Dadurch kann eine Übung sofort abgebrochen werden, wenn es gefährlich wird“, erklärte Lorenz Caffier. Und der Innenminister weiß: „Wenn wir junge Menschen für die Arbeit in der Feuerwehr begeistern wollen, muss die Technik stimmen.“ Wie wichtig gute Technik sei, habe der Landkreis ja kürzlich erlebt, erwiderte die Landrätin. „Zwar kein Feuer, aber wir hatten so viel Wasser, dass wir nicht wussten, wohin damit“, erinnerte Kerstin Weiss an die Regen- und Sturmnächte Ende Juni mit vollgelaufenen Kellern und umgestürzten Bäumen. Da habe sich gezeigt, wie wichtig gut ausgestattete und funktionierende Feuerwehren sind. „Gerade auf dem Land“, sagte die Landrätin.

Mit dem Brandschutz in Nordwestmecklenburg sehe es recht gut aus, sagte Florian Haug, Leiter für Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis. „Wir haben etwa 1400 Atemschutzträger bei mehr als 5000 aktiven Kräften in den freiwilligen Feuerwehren“, erklärte der 28-Jährige, den die Eltern in der Tat nach dem Schutzpatron der Feuerwehren benannt haben. Zu den Aktiven kommen noch etwa 900 Mitglieder in den Jugendwehren und 600 Ehrenmitglieder.

In dem Container kann das Vorgehen bei ganz verschiedenen Einsätzen gezielt trainiert werden. „Es ist schon ein Unterschied, ob die Feuerwehr zu einem Wohnungsbrand gerufen wird oder weil Gas ausströmt“, sagte Florian Haug. Beides könne in dem Container simuliert werden – und auch der gefürchtete Flash-Over (siehe Kasten), bei dem Feuer durch einen Luftzug explosionsartig aufflammt.

Geplant ist, dass Mitglieder freiwilliger Feuerwehren abends und an Wochenenden unter Anleitung in dem Container trainieren können.

„Durch diese Einrichtung können wir die Lücke schließen, die mittlerweile durch das Fehlen von echten Brandeinsätzen entstanden ist“, sagte Kreisbrandmeister Torsten Gromm. Denn statt zur Feuerbekämpfung würden die Wehren im Landkreis inzwischen deutlich öfter zu Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen gerufen.

Flash-Over

Beim Flash-Over, früher Feuersprung genannt, wird die unmittelbare Umgebung aufgeheizt. Der Raum beginnt, sich mit Rauch zu füllen.

Durch die Hitze zersetzen sich Materialien und setzen Gase frei. Wärme und Rauch können nicht abziehen und sammeln sich mit den unverbrannten Gasen an der Decke.

Ist die Explosionsgrenze des Gas- Luftgemischs erreicht, zündet die Rauchgaswolke, der Brand erfasst schlagartig den gesamten mit Rauchgas erfüllten Raum.

Sylvia Kartheuser

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