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Wismar Landkreis prüft Sanierung und Neubau für Gymnasium
Mecklenburg Wismar Landkreis prüft Sanierung und Neubau für Gymnasium
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11:02 28.02.2018
Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium muss komplett saniert werden. Oder der Landkreis ringt sich zu einem neuen Schulgebäude am Friedenshof durch. Doch was wird dann aus dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude? Quelle: Foto: Heiko Hoffmann
Wismar

Der Landkreis arbeitet an einem Entscheidungsvorschlag für die Politik zu den Schulen in Wismar. „Wir haben mehrere Optionen, die wir prüfen. Wir sind in einem sehr frühen Stadium“, so Karla Krüger (SPD), zuständig für Schulen beim Landkreis, im Bildungsausschuss.

Die zentrale Frage lautet: Wird das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium komplett saniert oder entsteht ein Neubau am Friedenshof? Lange Zeit galt die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes als sicher. Die ist unbestritten dringend erforderlich. Das GHG zählt aktuell 511 Schüler und ist damit am obersten Limit. Bei den Kosten der Sanierung wird von etwa zwölf Millionen Euro ausgegangen.

Doch steigende Schülerzahlen bei den Gymnasien führen zu neuen Überlegungen. Im Bereich des früheren Helene-Weigel-Gymnasiums und der Bertolt-Brecht-Schule (beide abgerissen) könnte an der Erich- Weinert-Promenade am Friedenshof das Gerhart-Hauptmann- Gymnasium als Neubau entstehen.

Im Bildungsausschuss des Kreises war von 24 Millionen Euro für eine Kapazität von 600 Schülern die Rede. Das könne der Landkreis nicht alleine aufbringen, Fördermittel müssten eingeworben werden.

Karla Krüger sprach zum jetzigen Zeitpunkt von Kaffeesatzleserei.

Der Entscheidungsvorschlag der Verwaltung soll Angaben zu Kosten, Raumbedarf und Auswirkungen an den Schulen aufführen. Veränderungen bei den Schülerströmen will der Kreis bei der Integrierten Gesamtschule Johann Wolfgang von Goethe herbeiführen. Weniger Schüler in den Klassen fünf und sechs, dafür mehr Gymnasiasten – so lautet das erklärte Ziel. „Den Zugang kanalisieren“, nennt es Karla Krüger. Die IGS erfülle den Zweck, Beschulungstor für Wismar zu sein, wenn die Eltern im Landkreis wohnen, aber in Wismar arbeiten. Krüger: „Das ist nicht der Sinn der IGS.“

Die Klassenstufen fünf und sechs besuchen an der IGS 135 bzw. 127 Schüler. Ab Stufe sieben sind es weniger als die Hälfte. Der größte Teil dürfte an die beiden Wismarer Gymnasien wechseln. Außerdem wundert sich der Kreis, dass Schüler aus Wismar-Wendorf nicht die Regionale Ostsee-Schule nutzen, stattdessen in die Altstadt zur Gesamtschule fahren. Die Lösung wird voraussichtlich sein, dass weniger fünfte Klassen gebildet werden. Jetzt sind es fünf.

Parallel will der Kreis die beiden Wismarer Gymnasien entlasten, indem mehr Schüler ihr Abitur direkt an der Gesamtschule ablegen. Die IGS führt jetzt die Schüler bis zur 10. Klasse, über eine Kooperation mit dem Geschwister- Scholl-Gymnasium (GSG) werden Schüler in der Sekundarstufe II am GSG unterrichtet und dort zum Abitur geführt. Das sind laut Kreis nur zwei bis drei Schüler.

Als sicher gilt, dass die Gesamtschule komplett saniert wird. Wahrscheinlich von Mitte 2019 bis Mitte 2021. Die Schule wird vollständig freigezogen und zieht in eine Containeranlage im Friedenshof.

Mehr Platz wird nach der Sanierung an der Gesamtschule, die jetzt mit 490 Schülern voll ausgelastet ist, nicht vorhanden sein.

Klaus-Jürgen Ramisch, Sachgebietsleiter beim Landkreis, spricht angesichts der Pläne von einer „komplexen Angelegenheit“, die fast eine Aufgabe für ein externes Planungsbüro sei. Auch Kreistagsmitglied Klaus Becker (CDU) bezweifelt, ob das allein zu leisten ist.

Zumal der Landkreis die Goetheschule zur Schule mit spezifischer Kompetenz mit den Förderschwerpunkten körperlich-motorische Entwicklung, Sehen und Hören weiterentwickeln möchte.

Damit können zukünftig auch Schüler mit entsprechenden Einschränkungen an ihrer Schule das Abitur machen.

Für Carsten Dieste, Vorsitzender des Kreiselternrates, ist das ein „Kraftakt bei der Inklusion“. Für Inklusion bräuchte man mehr Platz, zum Beispiel für einen Fahrstuhl.

Karla Krüger sieht das Problem nicht so: „Wir wollen die IGS zu einer richtigen IGS entwickeln. Das ist im Moment nicht so.“

Bedarf für den Neubau eines dritten Gymnasiums in Wismar sieht der Kreis derzeit nicht. Völlig offen wäre im Fall eines Neubaus für das GHG die Nachnutzung des Gebäudes am Altstadtrand. Und es bleibt die Frage, ob Schüler und Eltern den Weg mitgehen, an der IGS ihr Abitur abzulegen.

Mehr Schüler am Gerhart-Hauptmann-Gymnasium

Für das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium (GHG) soll eine höhere Aufnahmekapazität für Schüler beschlossen werden. Der Kreistag entscheidet darüber auf der Sitzung am 22. Februar. Mit dem Ende des Schuljahres im Sommer 2018 endet die befristet festgelegte Kapazität von 520 Schülern für das GHG. Ursprünglich waren 464 Schüler vorgesehen. Aktuell werden 511 Schüler unterrichtet.

Der Landkreis als Träger der Gymnasien rechnet mit einem weiterhin hohen Bedarf, sodass auch künftig mit einer Kapazität von 520 Schülern kalkuliert wird. Die Verlängerung gilt bis zum Schuljahr 2020/2021. Für den zusätzlichen Bedarf nutzt das GHG die gegenüberliegende Kreisvolkshochschule.

Heiko Hoffmann

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