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Wismar Landwirte kritisieren Agrarförderung des Landes
Mecklenburg Wismar Landwirte kritisieren Agrarförderung des Landes
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00:00 25.03.2014
Till Backhaus (55, SPD), Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: Cornelius Kettler
Grevesmühlen

Die neue EU-Agrarförderperiode, die von 2015 bis 2020 laufen soll, bereitet den Landwirten in Nordwestmecklenburg Sorgen. Nicht nur, dass es weniger Direktzahlungen für die Bauern gibt, auch die Verteilung der Gelder der sogenannten zweiten Säule, mit denen unter anderem die Entwicklung ländlicher Räume insgesamt gefördert werden soll, erntet Kritik. Vor allem in Sachen Tierhaltung sind die Landwirte skeptisch. Das zeigte sich auch gestern bei der Vorstandssitzung des Kreisbauernverbandes in Grevesmühlen, an der auch Till Backhaus (SPD), Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, teilnahm.

Gab es bisher in dieser zweiten Säule auch eine spezielle Förderung für besonders artgerechte Tierhaltung, fällt diese finanzielle Unterstützung nun weg. Viele Landwirte hatten in der Vergangenheit ihre Ställe umgebaut, um die Auflagen für diese Förderung zu erfüllen und die Subventionen zu bekommen. „Damit waren die Landwirte sehr zufrieden. Das war zum Wohle der Tiere und kam auch in der breiten Bevölkerung gut an“, sagt Petra Böttcher, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes.

Doch diese Förderung wurde gestrichen, stattdessen wird das Geld umverteilt. „Die tierartgerechte Haltung wird über die Grünlandprogramme gefördert“, sagte gestern Till Backhaus. Unter bestimmten Voraussetzungen, wenn etwa eine grüne Wiese unbearbeitet erhalten wird, gibt es eine weitere Förderung. Das Problem: Um die Tiere, die auf diesem Grünland grasen, vernünftig zu ernähren, müsse das Grünland unter anderem auch gedüngt werden. „Wenn Grundnährstoffe fehlen, werden die Tiere langfristig krank“, sagt Petra Böttcher. Zudem würde die Förderung von Grünland nicht ausreichen, um die Kosten für die tierartgerechte Haltung auszugleichen. „Da beißt sich die Katze in den Schwanz“, ergänzt Böttcher.

Das Argument des Landwirtschaftsministers, dass er nicht das Personal habe, um die Kontrollen der Landwirte zu gewährleisten und deshalb auf eine Förderung tierartgerechter Haltung verzichtet werde, könnten die Landwirte nur bedingt nachvollziehen. „Eigentlich ist ein Bürokratieabbau versprochen worden. Durch die vielen neuen Auflagen, auch in anderen Bereichen, ist das Gegenteil der Fall“, sagt Petra Böttcher. Zudem sei noch nicht vollends nachvollziehbar, wie genau das Landwirtschaftsministerium die zur Verfügung stehenden 936 Millionen Euro verteilen wolle.

Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Anfang April werde auf EU-Ebene über die neue Förderperiode entschieden. Auch auf Landes- und Bundesebene wird noch verhandelt. Fest steht jedoch, dass alsbald eine Entscheidung fallen muss. „Bis spätestens Juli“, sagt Petra Bötcher, „damit die Landwirte das kommende Jahr planen können.“



ron

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