Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Laura Senst aus Wismar rettete ein Menschenleben
Mecklenburg Wismar Laura Senst aus Wismar rettete ein Menschenleben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:54 11.08.2018
Die Wismarerin Laura Senst hat mit einer Stammzellenspende einem Menschen das Leben gerettet. Die Dankeskarten seiner Familie haben sie sehr berührt, sagt die 29-Jährige. Quelle: Haike Werfel
Wismar

Laura Senst hat einem Menschen das Leben gerettet. Mit Stammzellen, die sie am 10. März 2015 gespendet hat. Die 29-jährige Wismarerin weiß das Datum noch ganz genau. „Es war ein besonderer Tag für mich“, sagt sie. Die Spende war für einen Amerikaner bestimmt, ein 66-Jähriger aus dem US-Staat Mississippi. Schon zwei Tage später hat er sie erhalten.

Bewegende Dankes-Post von der Familie

Was ist es für ein Gefühl, Lebensretterin zu sein? „Es ist ein ganz natürliches Gefühl für mich, helfen zu können“, sagt die junge Frau bescheiden. Sie habe sich sehr gefreut, als sie nach drei Monaten erfahren hat, dass der Mann soweit ganz fit sei. „Das war ein magischer Moment für mich, als ich Post von seiner Familie bekam, von seiner Ehefrau und seinen Enkeln. ,Danke, dass du unserem Opa geholfen hast.’ schrieben sie. Das war sehr bewegend“, erzählt sie, „und etwas ganz Wertvolles für mich. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.“

Gewebemerkmale stimmen äußerst selten überein

„Die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zweier Menschen ist äußerst selten. Deshalb ist es so wichtig, dass so viele Menschen wie möglich als potenzielle Stammzellenspender registriert sind“, sagt Bettina Steinbauer von der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei), eine gemeinnützige GmbH, die Stammzellspenden an Blutkrebspatienten vermittelt. Bei häufigen Merkmalskombinationen könne ein Spender unter 20 000 gefunden werden. Bei seltenen Gewebemerkmalen finde sich hingegen eventuell unter mehreren Millionen kein passender Spender.Laura Senst hatte das Glück zu erfahren, dass es für ihre Stammzellen einen genetischen Partner gab. „Und dann steht die Chance fifty-fifty, ob der Mensch überleben kann oder nicht.“ Der Empfänger ihrer Stammzellen lebte noch zwei Jahre und acht Tage. „Am letzten Montag wäre er siebzig geworden.“ Die Wismarerin steht mit seiner Familie noch heute in Verbindung.

Als 23-Jährige mit dem Thema befasst

Laura Senst war 23 Jahre jung, als sie sich erstmals mit dem Thema Stammzellenspende befasst hat. „Ich hatte etwas von der DKMS gelesen und war neugierig geworden. Wenn man sich damit intensiver beschäftigt, wird einem so richtig bewusst, dass Gesundheit ein hohes Gut ist und es ein großes Glück ist, selbst gesund zu sein“, erklärt die gelernte Heilerzieherin, die kurz vor dem Abschluss ihres Fernstudiums Sozialpädagogik und -management steht.

Zur Stammzellenentnahme nach Köln

Sie hat sich im September 2012 online registrieren lassen und das Set mit Wattestäbchen für den Wangenschleimhautabstrich bestellt. Erst Anfang 2015 bekam sie von der DKMS die Nachricht, dass sie als potenzielle Spenderin infrage kommt. Die Stammzellentnahme erfolgte nach einer Voruntersuchung in Köln.„Man entscheidet selbst, ob sie durch eine Blutspende oder eine Knochenmarks-OP durchgeführt wird. Ich wollte Blut spenden.“ Die DKMS kümmert sich um Bahntickets, Hotelübernachtung und Verpflegung. Dem Spender entstehen keine Kosten. „Es ist alles super organisiert. Keine Fragen bleiben offen. Ich wurde herzlich und zuvorkommend begleitet“, berichtet die junge Frau. Die Blutspende dauerte etwa drei Stunden. „Hinterher war ich ein bisschen müde. Aber das war’s auch“, räumt sie Befürchtungen von potenziellen Interessenten aus dem Weg.

Junge Frau macht ihre Erfahrungen publik

Laura Senst engagiert sich auch weiterhin für die DKMS. Sie hat an einer Aktion in Schwerin teilgenommen, wo man sich registrieren lassen konnte. „Die Online-Registrierung ist für manchen doch eine Hürde. Zu solch einer Aktion muss man einfach nur hingehen. Hier spricht man mit den Menschen, dann lassen sie sich eher als Spender gewinnen“, meint sie. Deshalb erzählt die junge Frau auch im Freundes- und Bekanntenkreis von ihren Erfahrungen. „Die wichtigen Dinge im Leben sollte man sich immer wieder ins Gedächtnis holen“, sagt sie.

Haike Werfel

Die Mitarbeiter der Markt-Apotheke in Neukloster wollen sich mit diesem Foto bei ihrem Chef Frank Moede bedanken. Gestern haben sie nämlich das Firmenjubiläum gefeiert.

11.08.2018

Mitmachführung morgen im Schabbell

11.08.2018

Grevesmühlener erinnern sich an den Mann mit der Teufelsgeige

11.08.2018