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Wismar Lebensraum für Molch und Unke neu geschaffen
Mecklenburg Wismar Lebensraum für Molch und Unke neu geschaffen
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00:05 11.02.2015
Eines von 28 renaturierten Kleingewässern bei Klüssendorf. Hier fühlen sich neben Kammmolch und Rotbauchunke auch andere Amphibien wohl, außerdem Fischotter, Kraniche sowie weitere Vogelarten. Fotos (3): Peter Täufel
Dorf Mecklenburg

Nach zehn Jahren Arbeit, inklusive Planung, ist die Renaturierung der Kleingewässer bei Klüssendorf (zwischen Metelsdorf und Beidendorf) abgeschlossen.

Darüber informierte der Landschaftspflegeverband Nordwestmecklenburg und Wismar e. V. (LPV) in Grevesmühlen. Das Vorkommen von Kammmolch und Rotbauchunke war seinerzeit ausschlaggebend für den LPV, eine Förderung der Sanierung von Kleingewässern innerhalb des FFH-Gebietes (Fauna-Flora-Habitat) „Kleingewässerlandschaft westlich von Dorf Mecklenburg“ zu beantragen.

Ziele sind der Erhalt und die Entwicklung eines Schwerpunktraumes für diese Amphibien sowie dieser Gewässerlebensraumtypen. In diesem FFH-Gebiet gibt es etwa 85 solcher Kleingewässer. Seit 2009 wurden hier in drei Bauabschnitten 28 von ihnen renaturiert. Die Kleingewässer waren teilweise über Dränleitungen an die Vorflut angeschlossen und dadurch stark verlandet, ihre Lebensraumfunktion für Amphibien eingeschränkt. Bei den sanierten Gewässern handelt es sich um unterschiedliche Typen: Eines befindet sich auf einem Acker, hier wurden die Gehölze entfernt und die Dränageeinläufe wiederhergestellt. Alle übrigen liegen in beziehungsweise am Rand von Grünlandflächen.

Diese Gewässer wurden bis auf eines vollständig entlandet. Das heißt, dass sie bis auf den Mineralboden ausgebaggert wurden. Das verbliebene ist in einem größeren Moorkörper (Kesselmoor) angelegt, ringförmig um eine kleine Insel. Damit ist ein raubtiersicherer Brutplatz für den Kranich geschaffen worden, der in diesem Gebiet bisher wenig erfolgreich brütete.

Bei fast allen 28 Gewässern sind die umgebenden Gehölze entfernt und die überalterten Kopfbäume gepflegt worden, um die Beschattung zu reduzieren. Nicht mehr benötigte Zäune um die Gewässer wurden teilweise beseitigt. An einigen Gewässern wurden die vorhandenen Gräben wieder ausgeformt, damit durch einen kontrollierten Abfluss die Wasserstände auf dem gewünschten Niveau bleiben. Diese Gräben wurden meist mit Sohlschwellen versehen. Dieses Projekt ist jetzt abgeschlossen und wurde zu 75 Prozent von der Europäischen Union und zu 25 Prozent vom Land gefördert.

„Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, noch weitere Gewässer in diesem Gebiet zu renaturieren“, meint Martin Bauer, Vertreter des Naturschutzbundes im LPV. Er hat die Arbeiten maßgeblich begleitet.

Es war eines von mehreren Projekten des Landschaftspflegeverbandes Nordwestmecklenburg und Wismar. Der LPV ist ein Zusammenschluss von Landnutzern, Naturschützern und Vertretern der Kommunen. Seine Arbeit beinhaltet vor allem die Pflege und den Erhalt historischer Kulturlandschaften mit dem Ziel, die Artenvielfalt zu sichern und Anstöße für eine ökologische Landnutzung zu geben. Seine Projekte setzt er gemeinsam mit Partnern um. So werden derzeit mit einem Euro der eingesetzten öffentlichen Fördermittel zehn bis fünfzehn Euro Investitionsmittel eingeworben. „Das ist eine Quote, von der anderswo nur geträumt wird, zum Beispiel bei der Ansiedlung der Schrimps-Produktion in Grevesmühlen oder des Nestlé-Werks in Schwerin“, macht Dr. Roland Finke, Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde Nordwestmecklenburg im LPV, auf den nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor des Naturschutzes aufmerksam.

Jährlich stehen dem Verband zwischen 100000 und 200000 Euro an Fördermitteln für seine Projekte zur Verfügung, seine Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.

Kammmolch und Rotbauchunke
Der Kammmolch (Triturus cristatus) ist eine Amphibie aus der Ordnung der Schwanzlurche. Er ist ein recht großer, kräftiger Wassermolch mit breitem Kopf. Sie erreichen je nach Geschlecht eine Länge von zehn bis 20 Zentimetern, wobei die Weibchen größer sind. Ihre Oberseite ist grau-schwarz gefärbt, mit dunkleren Punkten oder Flecken, die Haut leicht warzig gekörnt. Der Bauch ist gelb oder orange mit schwarzen Flecken. Zur Paarungszeit entwickeln die Männchen einen hohen, stark gezackten Hautkamm auf Rücken und Schwanz, dem die Art ihren Namen verdankt. Kammmolche fressen bei ihrer meist nächtlichen Aktivität Regenwürmer, Nacktschnecken, Insekten und deren Larven.



Die Rotbauchunke (Bombina bombina) wird manchmal auch Tieflandunke oder Feuerkröte genannt. Ihre Körperlänge beträgt nur 45 bis 53 Millimeter, wodurch sie zu den kleinsten, mitteleuropäischen Froschlurchen gehören. Die Oberseite des Körpers ist mit flachen Warzen besetzt, die kleine schwarze Hornstacheln aufweisen. Die Bauchseite ist dunkelgrau bis schwarz mit auffallenden orangefarbenen bis roten Flecken. Die Männchen besitzen innere Schallblasen, die als Kehlblasen sichtbar werden. Damit erzeugen sie ihre eigentümlichen, melancholisch klingenden Rufe bei Tag und in der ersten Nachthälfte ertönen.



Peter Täufel

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