Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Letzter Kreuzfahrer auf Premierenbesuch
Mecklenburg Wismar Letzter Kreuzfahrer auf Premierenbesuch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 20.12.2016
Der letzte Kreuzfahrer dieses Jahres, das Motorschiff „Black Watch“, passierte gestern gegen 8.30 Uhr die Wendorfer Seebrücke. Es war das letzte von insgesamt neun Passagierschiffen, die in diesem Jahr die Hansestadt besuchten. FOTOS: HANS-JOACHIM ZEIGERT

Mit dem Anlauf der „Black Watch“ und damit des neunten Passagierschiffes endete gestern die Wismarer Kreuzfahrtsaison. Gegen 8.30 Uhr schob sich der 205 Meter lange, anthrazitfarbene Kreuzfahrerrumpf mit den weißen Aufbauten majestätisch an der Wendorfer Seebrücke vorbei. Wie immer fand sich dort eine Gruppe beständiger Schiffegucker zusammen, die geduldig auf das Passageerlebnis wartete.

Mit 666 britischen Gästen an Bord macht die „Black Watch“ in Wismar fest

„Auch wenn es nur kaum eine Minute dauert, das Erlebnis ist es wert“, findet zum Beispiel der Wendorfer Reinhard Bannow. Für Nachhaltigkeit sorgen letztendlich die festgehaltenen Bilder und Videos.

Während auf der Seebrücke die feuchte Kälte zu spüren ist, nehmen die 666 Passagiere das Frühstück in gewohnt stilvoller Weise, ihrer Herkunft entsprechend, „very british“ zu sich. Bleibt noch die Antwort auf die bereits mehrfach gestellte Frage, was denn den Reiz ausmacht, sich auf eine solche Kreuzfahrt einzulassen. Denn als Liegestuhlwetter an Deck gilt die Route von London durch eine ungemütliche Nordsee mit Skagerakpassage und neblig-trüben Ostseehäfen keinesfalls.

Dass als Premierenanlauf auch noch Wismar berücksichtigt wurde, darf als ehrenvoller Umstand gewertet werden. Und dies im Schatten des wirklich bemerkenswerten vorweihnachtlichen Trubels des letzten Reisehafens. Denn auf die „Sehleute“ wartet noch das Erlebnis Hamburg, bis es wieder zurück nach London geht. Und während es die meisten Gäste beim siebenstündigen Aufenthaltes an Land zog, absolvierte Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) das offizielle Begrüßungszeremoniell für den Erstanlauf – den international üblichen Plakettenaustausch – in der Observatory Lounge. Da sich Weihnachtsfest und Jahreswechsel mit mit Riesenschritten nähern, gab der Bürgermeister dem norwegischen Kapitän Age Danielsen gleich noch alle guten Wünsche für Schiff, Passagiere und Besatzung mit auf den Weg.

Für den 58-jährigen ersten Mann an Bord bedeutet dies allerdings Urlaub im Kreise seiner Familie. Denn sehr häufig war ihm dies zu solcher Zeit nicht beschieden. Ein wenig Zeit blieb dennoch für einen kurzen Schiffsrundgang. Elegantes Dekor, manches gerade erst kostenintensiv nach der letzten Werftzeit aufgefrischt, sorgt in allen Bereichen der insgesamt sieben Passagierdecks für eine entspannte Atmosphäre, die dem Stil eines gemütlichen und überschaubaren, klassischen Kreuzfahrers entspricht. Die 435 Kabinen in 20 unterschiedlichen Kategorien sorgen für ausreichenden Platz auf dem 1972 als „Royal Viking Star“ in Dienst gestellten Kreuzfahrtschiff der norwegisch-britischen Reederei Fred Olsen Cruise Lines. Pünktlich um 16 Uhr hieß es unter Salutsalven der Wismarer Schützen und einem Melodienreigen des Shantychores „Blänke“ Leinen los für diese Kreuzfahrtsaison. Damit verbucht Wismars Hafen für 2016 acht Anläufe. Derzeitige Planungen gehen für das kommende Jahr von bisher elf Ankünften aus. Eine Vorplanung für 2018 listet zudem bereits 13 Kreuzfahrer auf.

Hans-Joachim Zeigert

Mehr zum Thema

Knapp 2700 Schiffe gehören deutschen Reedereien und damit zur deutschen Handelsflotte. Doch nur 339 von ihnen fahren auch unter hiesiger Flagge. Was hat es damit auf sich?

15.12.2016

Versorgungsschiff „Elbe“ kommt nach Nato-Einsatz zurück +++ Landesregierung gibt Startschuss für geplante Gemeindereform +++ Meeresmuseum und Ozeaneum ziehen Jahresbilanz +++ Ausstellung über DDR-Frauenzeitschrift „Sibylle“ beginnt

16.12.2016

Das schwimmende Restaurant, das im Stadthafen etabliert werden soll, hat Rostock erreicht. Am Sonnabend hat ein holländischer Frachter mit dem Ponton an Bord in der Neptunwerft festgemacht. Am Dienstag wird das Lokal in den Stadthafen geschleppt.

19.12.2016

Hobbyläufer haben seit Anfang Dezember 2081 Kilometer absolviert – Das Spendenkonto ist damit auf 14 450 Euro angewachsen

28.12.2016

Prozess gegen die mutmaßliche Reichsbürgerin Erika W. erneut vertagt

20.12.2016

So sachte möten wi Kierls uns woll ok enen „Gleichstellungsbeauftragten“ beandragen, denn dat ward ümmer düller mit de Frugens.

20.12.2016
Anzeige