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Wismar Löwe-Speicher: Verkauf ist ins Stocken geraten
Mecklenburg Wismar Löwe-Speicher: Verkauf ist ins Stocken geraten
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00:00 17.01.2017
Wismar

Funkstille herrscht zwischen dem Chef der Amedia-Hotelgruppe, Udo M. Chistée, und Bürgermeister Thomas Beyer (SPD). Die österreichische Hotelgruppe will aus dem Thormann- und dem Löwe-Speicher eine Appartement-Hotelanlage entwickeln (OZ berichtete).

„Ich kenne die Hintergründe nicht, warum es stockt. Wir planen das Projekt seit zwei Jahren“, so Udo M. Chistée gegenüber der OZ. Er wolle nichts Negatives sagen, aber „es ist Sand im Getriebe“. Der Bürgermeister habe geschrieben, dass er sich melden würde, wenn es Neues gibt. Chistée: „Ich würde mich freuen, wenn sich das Projekt realisieren lässt. Ich mag Wismar und die Speicher. Aber die Welt geht auch nicht unter, wenn es nicht klappt.“

Die Amedia-Hotelgruppe möchte die Speicher zu einer Appartement-Hotelanlage umbauen. Aus dem Thormann-Speiche soll ein Hotel und aus dem Löwe-Speicher eine Anlage für Ferienappartements werden. Von 80 bis 90 Appartements ist die Rede. Investitionssumme: rund 18 Millionen Euro. Die kurz vor Ende letzten Jahres demontierte Förderbandbrücke, die beide Speicher seit Jahrzehnten verbindet, ist Teil des geplanten Vorhabens.

Der OZ liegt ein Schreiben von Udo M. Chistée (4. 11. 2016) vor, das an den Bürgermeister gerichtet ist. Der Investor möchte nach längerer Funkstille wissen, ob er tatsächlich den Zuschlag erhält und die Realisierung 2017 eingeleitet werden kann. Chistée äußert aber auch den Eindruck, „dass es vielleicht gewisse Bedenken oder Einwände seitens der Stadt gibt, die die Umsetzung hemmen“. Daher bat er den Bürgermeister für Ende November um ein persönliches Gespräch.

Zu dem Treffen ist es nicht gekommen. Thomas Beyer begründet dies in seiner Antwort damit, „dass es unterschiedliche Bewerber für die Speicher und Silos im Bereich Alter Hafen gibt“ und bittet um Geduld.

Verärgert ist André Groß von „Mecklenburger Consult – Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen: Rump, Groß & Partner, Architekten & Ingenieurgesellschaft mbH Wismar“. Das Büro habe umfangreiche Planungsleistungen für den Umbau der beiden Speicher geleistet.

André Groß: „Der Kaufvertrag liegt endverhandelt der Stadt Wismar vor.“ Nur zu einer Vorlage im zuständigen Ausschuss und in der Bürgerschaft sei es bisher nicht gekommen.“ Im Frühjahr 2016 seien auf Verlangen der Stadt umfangreiche Antragsunterlagen für eine Förderung des Thormann-Speichers gefertigt worden. Groß: „Derzeit sind alleine für diesen Speicher über 200000 Euro

Honorar für Planungsleistungen aufgelaufen. Doch die Stadt Wismar steht derzeit nicht zu ihren Zusagen, beide Speicher an Herrn Chistée zu veräußern. Der Bürgermeister steht weder für uns noch Herrn Chistée für ein klärendes Gespräch zur Verfügung.“

Das Architekturbüro wundert sich, dass die Stadt in diesem Jahr Sicherungsmaßnahmen in Höhe von 622 000 Euro am Löwe-Speicher durchführen lässt (OZ berichtete). Ohne Absprache, sodass man nicht wisse, ob die Maßnahmen „vielleicht unserer Planung entgegen laufen. Wir wissen es schlichtweg nicht, da wir nicht eingebunden sind“, so Groß.

Nach Angaben von Stadtsprecher Marco Trunk gibt es einige Interessenten für die Speicher. Um welche(n) Investor(en) es sich handelt und welches Konzept verfolgt wird, dazu will sich die Stadt nicht äußern. Das Vorhaben werde geprüft. Eine Entscheidung solle so schnell wie möglich fallen, einen Termin gibt es nicht. Die Stadt, so Trunk, behalte sich sowohl den Verkauf beider Speicher im Paket als auch einzeln vor.

André Groß fragt: „Nun soll das alles nicht mehr wahr sein und ein Speicher einem anderen Investor gegeben werden?“ Dabei hätten gerade die Landesdenkmalpflege und der Unesco-Sachverständigenbeirat dem Gesamtkonzept des Hotelbetriebes für beide Speicher zugestimmt, „da nur hiermit auch das verbindende Brückenelement zwischen beiden Speichern weiterhin nicht nur bestehen bleibt, sondern auch eine Funktion übernimmt, die beide Speicher als Transportweg wie eh und je verbindet?“

Heiko Hoffmann

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