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Wismar „Kiek in“ und Trecker bringen Leben ins Dorf
Mecklenburg Wismar „Kiek in“ und Trecker bringen Leben ins Dorf
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10:35 26.10.2018
Das Treckertreffen in Lübberstorf ist seit vielen Jahren ein Besuchermagnet. Quelle: Christoph Wohlleben
Lübberstorf

Langeweile kommt bei den etwa 250 Einwohnern der Gemeinde Lübbertorf und ihren beiden Ortsteilen Lüdersdorf und Neumühle nicht auf - so zumindest die Einschätzung von Renate Algner. Sie ist eine von fünf Vorstandsmitgliedern des Vereins Bürgertreff „Kiek in“ – allesamt Frauen. Vor etwa sechs Jahren hat der sich gegründet, quasi als Ersatz und Nachfolger der zu DDR-Zeiten auch auf dem Lande allgegenwärtigen Volkssolidarität, wie es Bürgermeister Rainer Levetzow (Freie Wählergemeinschaft) ausdrückt. „Wir haben uns damals auf einer Einwohnerversammlung gegründet, wo auch gleich der fünfköpfige Vorstand gewählt wurde“, erinnert sich Renate Algner.

Regelmäßig alle 14 Tage treffen sich bis zu 19 Frauen und Männer im Saal des Gemeindehauses, um bei Country- und Westernmusik von Hellgard Burmeister (vorne rechts) die Kunst des Linedance zu erlernen. Quelle: Peter Täufel

Seitdem sorgt der Verein für das kulturelle Dorfleben – und das nicht zu knapp: Bis zu sieben Veranstaltungen sind jeden Monat im Angebot, vom Frühstückstreff und Kaffeenachmittag über Preisskat und Spieleabend bis hin zu Reisevorträgen und gemeinsamen Ausflügen in die Umgebung. Darüber hinaus wird jeden Montag im Wechsel Frauensport und Linedance im Saal des Gemeindehauses angeboten. Hinzu kommen saisonale Veranstaltungen, wie zum Beispiel Adventsbasar oder Weihnachtsfeier. Über die Veranstaltungen wird Quartalsweise ein Terminplan erstellt, der dann an alle Haushalte in der Gemeinde verteilt wird. „Einwohner anderer Gemeinden beneiden uns um unseren Bürgertreff und die vielen Angebote, bei denen wir für alle Altersgruppen was dabei haben“, ist Algner stolz. Und natürlich beteiligt sich der Verein auch immer an dem jährlich stattfindenden Treckertreffen - mit einem Kuchenbasar.

Das Lübberstorfer Treckertreffen ist das zweite Aushängeschild der Gemeinde. Mittlerweile zur Tradition geworden, im kommenden Jahr gibt es bereits die 15. Auflage, und weit über die Kreis-, ja Landesgrenze hinaus bekannt. „Bis aus Hannover kommen Fahrer mit ihren Schleppern, um sich hier zwei Tage lang zu präsentieren“, erzählt Maik Ahrend. Der Chef eines Unternehmens für Forst- und Gartengeräte im benachbarten Neukloster, aus Lübberstorf stammend, ist seit zehn Jahren im Organisationsteam des von der Gemeinde veranstalteten Treckertreffens – seit etwa zwei Jahren laufen bei ihm die Fäden zusammen. „Entstanden ist das durch die Brüder Gerd und Uwe Schröder und sollte ursprünglich ein Treffen von Treckerfreunden aus dem Dorf am Lagerfeuer sein“, berichtet Ahrend. Doch bereits im Jahr darauf gab es ein Festzelt und Musik.

Auch der italienische Rasentraktor von Maik Ahrend war schon mehrfach beim Treckertreffen dabei. Quelle: Peter Täufel

Heutzutage kommen regelmäßig 120 bis 150 Traktoren – vom kleinen Rasentrecker bis hin zum russischen Monster K700, im Volksmund „Kasimir“ genannt, dazwischen alles was in der Historie Rang und Namen hat. Etwa 1500 Besucher lassen sich dieses Spektakel nicht entgehen, nicht die obligatorische Korso-Ausfahrt, nicht die Wettkämpfe und das umfangreiche Rahmenprogramm mit Livemusik und DJ. „Leider konnten wir in den vergangenen zwei Jahren nur eine abgespeckte Form anbieten, weil wir nicht die große Fläche zur Verfügung hatten und auf ein wesentlich kleineres Gelände ausweichen mussten“, bedauert Maik Ahrend. Grund hierfür war die Tatsache, dass die Fläche umgebrochen werden musste, weil sie sonst ihren Status als Agrarfläche verloren hätte. „Aber im kommenden Jahr, zum 15-jährigen Jubiläum, wird es wieder auf das große, angestammte Gelände gehen“, verspricht das Mitglied des Organisationsteams. Die Termine stehen auch schon fest: 24. und 25. Mai.

Peter Täufel

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