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Wismar Lübberstorf im Kampf mit den Behörden
Mecklenburg Wismar Lübberstorf im Kampf mit den Behörden
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10:37 26.10.2018
Die Entstandsetzung der Holzbrücke in Neumühle über den Teppnitzbach mit seiner Fischtreppe und Fischereibetrieb am Ufer ist Streitpunkt zwischen Forstamt und Gemeinde. Quelle: Peter Täufel
Lübberstorf

Die größte Aufregung herrscht derzeit bei den Einwohnern im Ortsteil Lüdersdorf. Auslöser dafür ist die beginnende Ausbeutung des Kiestagebaus zwischen Babst und Neu Käterhagen, direkt nebenan. „Wir befürchten ernsthaft, dass künftig die 40-Tonner-Kieslaster durch unser Dorf rumpeln“, sagt Elisabeth Graf, Gemeindevertreterin für die SPD und seit Mitte der 1990-er Jahre in Lüdersdorf wohnhaft.

Ganz abwegig ist diese Befürchtung nicht – obwohl es eine vertragliche Vereinbarung mit dem Kiesgrubenbetreiber gibt, dass der eine eigene Betriebsstraße ins benachbarte Perniek baut, um in das dortige Betonwerk, auf besser ausgebaute Straßen und zur A 20-Auffahrt zu kommen, deuten einige Anzeichen darauf hin, dass auch die Straße durch Lüdersdorf zur L 14 Richtung Bützow genutzt werden soll. Immerhin hat der Landkreis im vergangenen Jahr die Ortsdurchfahrt vermessen – ohne die Gemeinde davon in Kenntnis zu setzen – und damit die Anwohner in Unruhe versetzt, berichtet die Kommunalpolitikerin. „Ich habe bereits bei verschiedenen Stellen nachgefragt, beim Kreis, bei der Ministerpräsidentin, und so weiter, aber keine konkreten Antworten erhalten“, so Elisabeth Graf.

Was die Einwohner besonders verunsichert, sind angebliche Äußerungen der Vermesser, dass bei einem Bau der Straße deren Verlauf geändert werden könnte. Das ginge sogar soweit, dass die Vorgärten einiger Häuser dran glauben müssten. So sollen wohl die Fahrbahn verbreitert, die Kurven etwas entschärft werden. Denn aktuell ist die Straße für schwere Lkw überhaupt nicht geeignet, laut Graf zeigen erste Häuser sogar schon Schäden ob ihres – noch – überschaubaren Aufkommens.

Bürgermeister Rainer Levetzow hält den momentanen Zustand diesbezüglich noch vertretbar. Allerdings hält auch er ein stark steigendes Aufkommen der Kieslaster für wahrscheinlich, wenn in Kürze die Kiesgrube in Perniek erschöpft ist und noch weitere Tagebaue in der Umgebung erschlossen werden könnten. „Komisch ist auch, dass der Kreis von uns die Ortsdurchfahrt geschenkt haben möchte, um sie durchgängig als Kreisstraße auszuweisen“, erzählt das Gemeindeoberhaupt. Ein Novum: Ist diese Verbindung von Babst zur L 14 eigentlich Kreisstraße, so ist historisch gewachsen die Ortsdurchfahrt Lüdersdorf in Kommunaler Hand. Die zuständige Kreisbehörde versucht diesen Deal schmackhaft zu machen, schließlich müsse sich die Gemeinde nicht mehr um den Unterhalt der Straße kümmern, keine Anliegebeiträge für Baumaßnahmen erheben. Und der Bürgermeister? „Wir haben nichts zu verschenken, sollen die uns erst einmal ein ordentliches Angebot machen“, sagt Rainer Levetzow und scheut die rechtliche Auseinandersetzung nicht.

Ein weiterer Rechtsstreit dreht sich um die Abwasserentsorgung der Gemeinde. „Wir sind nicht dem Zweckverband Wismar angeschlossen, haben eine eigene, zentrale Klärgrube. An die ist ein Teil ist daran angeschlossen, andere haben eigene Klärgruben auf den Grundstücken", erklärt Levetzow. Das sei dem Zweckverband natürlich ein Dorn im Auge. Zwar entsorge er die zentrale Klärgrube und auch die privaten, doch über die Abrechnung gibt es harte Differenzen zwischen Kommune und Verband.

Und zu guter letzt gibt es eine Auseinandersetzung mit dem Forstamt, weil die den Waldweg als offizielle Zufahrt zum Ortsteil Neumühle zwar an die Gemeinde zurück geben, aber nicht die Schäden, vor allem an der Brücke über den Teppnitzbach, beseitigen will. „Dabei will ich mich doch eigentlich auf die Entwicklung der Gemeinde konzentrieren“, sagt Bürgermeister Levetzow und beklagt, dass es kaum möglich ist, neue Bauplätze auszuweisen. Immerhin hat er da einen kleinen Teilerfolg: Am Ortsrand von Lübberstorf Richtung Neumühle entsteht gerade ein Areal mit acht Bauplätzen.

Peter Täufel

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