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Lübow befragt Einwohner per Briefwahl zu neuem Windpark

Lübow Lübow befragt Einwohner per Briefwahl zu neuem Windpark

Die Gesellschaft zur Nutzung erneuerbarer Energien URS mbH in Triwalk will ihre vier Windräder zwischen Lübow und Wietow durch vier bei Maßlow/Schimm ersetzen

Lübow. Ende Oktober will die Gemeinde Lübow ihre Einwohner befragen, ob sie einen Teil ihres Flächennutzungsplans im Bereich der Ortsteile Maßlow und Schimm zugunsten von vier Windenergieanlagen ändern soll oder nicht. Auf diese Bürgerbefragung hatte sich die Gemeindevertretung am 14. Juni geeinigt.

„Die vorherige Gemeindevertretung hat am 18. September 2012 einen städtebaulichen Vertrag zur F-Planänderung mit der Gesellschaft zur Nutzung erneuerbarer Energien URS in Triwalk geschlossen“, berichtet Bürgermeister Wolfgang Lüdtke (parteilos). Die Gesellschaft betreibt seit 20 Jahren den Windpark Lübow mit vier Anlagen zwischen den Ortsteilen Lübow und Wietow.

„Es geht darum, ob wir den Vertrag erfüllen oder außer Kraft setzen“, erklärt Lüdtke. Die vorherige Gemeindevertretung hatte sich laut Bürgermeister für die vier Windenergieanlagen zwischen Maßlow und Schimm ausgesprochen. Die meisten Mitglieder der jetzigen Gemeindevertretung gehörten ihr auch in der vergangenen Legislaturperiode an.

Nachdem sich 2014 starker Widerstand in der Bevölkerung gegen Windräder am neuen Standort regte, beschlossen die Gemeindevertreter, mit der Bürgerbefragung ein Meinungsbild einzuholen. „Selbst wenn wir die Flächennutzungsänderung beschließen, bedeutet es noch nicht, dass die vier Windräder aufgestellt werden“, erläutert der Bürgermeister. Denn dazu ist noch ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren notwendig, weil der Bereich zwischen Maßlow und Schimm nicht als Windeignungsgebiet ausgewiesen ist.

Die Kosten für die Änderung des Flächennutzungsplanes trägt die Gesellschaft zur Nutzung erneuerbarer Energien URS mbH in Triwalk. Sie strebt auch das Zielabweichungsverfahren an. „Unser Windpark in Lübow besteht seit zwanzig Jahren. Sein Ende rückt immer näher“, sagt Rosemarie Rübsamen aus Hamburg. Zusammen mit Peter Urban aus Wismar und Dr. Brigitte Schmidt aus Wietow hat sie die URS 1996 gegründet. Es sei fraglich, ob die Standsicherheit der Windkraftanlagen noch fünf Jahre gewährleistet ist und die Technik solange durchhält.

„Deshalb möchten wir diese vier Anlagen bei Lübow abbauen und knapp vier Kilometer Luftlinie entfernt zwischen Maßlow und Schimm vier moderne Anlagen der aktuellen Generation aufbauen“, berichtet die 69-jährige Diplom-Physikerin und Atom-Gegnerin. „Der Ersatz der Anlagen an Ort und Stelle ist nach heutigen Kriterien nicht möglich.“

Der neue Bereich östlich der Autobahn 14 ist mehr als 35 Hektar groß, die benachbarten Ortschaften mehr als 1000 Meter entfernt. „Schall- und Schattenemissionen sind daher nicht zu befürchten“, versichert Rosemarie Rübsamen. „Das waldreiche Umland versteckt die Windenergieanlagen weitgehend hinter Bäumen.“ Die Windräder der aktuellen Generation haben eine Nennleistung von bis zu vier Megawatt. Auf diese Weise kann laut Rübsamen mit einer einzigen Windenergieanlage doppelt so viel Leistung wie der gesamte Windpark Lübow erzielt werden. Dies wiederum würde sich auch in den Einnahmen der Gemeinde Lübow widerspiegeln, die so leicht das Achtfache betragen können.

Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Gemeinde an dem Windpark war den Betreiberinnen vor 20 Jahren ein Anliegen, sagen sie. „Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass auf diese Weise wieder ein Bürgerwindpark zustande kommt.“

Der Unmut der Anwohner sei laut Rosemarie Rübsamen darauf zurückzuführen, dass es 2014 noch um insgesamt 17 Windenergieanlagen ging – elf auf Lübower und sechs auf Zurower Gebiet.

Haike Werfel

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