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Wismar MV Werften: Naturschützer wollen Schiffbau ausbremsen
Mecklenburg Wismar MV Werften: Naturschützer wollen Schiffbau ausbremsen
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10:32 09.12.2017
Das Hauptquartier der MV Werften in Wismar. Im kommenden Jahr sollen weitere 1000 Beschäftigte eingestellt werden. Naturschüzer wollen allerdings die Vertiefung der Hafeneinfahrt in Wismar verhindern, was das Schiffbauprogramm topedieren könnte. Quelle: Bernd Wüstneck
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Wismar

Naturschützer machen gegen die Vertiefung der Wismarer Hafeneinfahrt mobil – und gefährden damit womöglich das Schiffbauprogramm von MV Werften. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) MV erwägt sogar eine Klage. Die MV Werften und Behörden arbeiten bereits an einer Alternativlösung. Die großen Schiffe der Global-Serie von gut 340 Metern Länge sollen zur Endausstattung nach Warnemünde überführt werden.

„Die Wismarbucht verträgt keinen einzigen Eingriff mehr“, sagt BUND-Geschäftsführerin Corinna Cwielag. Der Verband werde sich „mit aller Macht gegen einen weiteren Ausbau der Fahrwasserrinne für größere Schiffe stemmen“. Die ganze Bucht ist Vogelschutzgebiet. Baggerarbeiten und größere Schiffe würden „noch mehr Störungen“ bringen, so Cwielag.

Die MV Werften wollen vermutlich ab 2020 die riesigen Kreuzfahrtschiffe ausdocken. Unter jetzigen Bedingungen unmöglich. Der Bund hat die Vertiefung der Hafeneinfahrt auf 11,50 Meter zugesagt. Kosten: 79 Millionen Euro. Wann dies aber geschieht, steht noch in den Sternen. Beim zuständigen Bundesverkehrsministerium heißt es: Man habe bis 2030 Zeit. Bis dahin solle die Vertiefung „zumindest in Angriff genommen werden“.Viel zur spät für die MV Werften, versetzt die Landespolitik. Dass die Global-Schiffe vorher problemlos aus dem Hafen kommen, dürfe „stark bezweifelt“ werden, sagt ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter. Die MV Werften kündigen eine „Alternativlösung“ an. „Wir kommen also aus dem Hafen“, sagt Sprecher Stefan Sprunk. Das sei simuliert worden. Zweifel bleiben. Denn auch für die Zwischenlösung müsste es vorher Baggerarbeiten geben, um die aktuelle Regeltiefe des versandeten Hafens von 9,50 Metern zu erreichen, sagt eine Sprecherin von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Auch dagegen wollen Natürschützer offenbar vorgehen. Bis der Hafen vertieft ist, könnte es 2025 sein. Allein das Planungsverfahren dauere „bis mindestens Anfang der 20er-Jahre“, so Pegels Sprecherin.

Die Werften reagieren. Geplant sei, dass die Mega-Schiffe früher und mit weniger Gewicht am Stammsitz Wismar ausgedockt und dann nach Warnemünde gebracht werden, verdeutlicht Sprunk. Die Endausrüstung „von Rettungsbooten bis Bademänteln“ könne dort erfolgen. Die Investitionen und Auftragsvergaben für Werften-Infrastruktur und Schiffe lägen im Plan. Die Mitarbeiterzahl auf den Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund sei seit 2016 von 1400 auf 1800 erhöht worden. 2018 sollen 1000 weitere hinzukommen. Im ersten Quartal des nächsten Jahres solle der Bau von Global-Class- und eisgängigen Endeavor-Yachten beginnen.

Frank Pubantz

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