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Mädchen aus Wismar an Tuberkulose erkrankt

Wismar Mädchen aus Wismar an Tuberkulose erkrankt

In diesem Jahr gab es bereits acht Fälle der Infektionskrankheit im Landkreis / Seit zwei Jahren leichter Trend nach oben / Oberarzt Dr. Thomas Hartung warnt vor Dramatik

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Durch eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes lassen sich mögliche Entzündungsherde der Krankheit aufdecken. Bleibende Schäden in der Lunge sind dank der heutigen Behandlungsmethode nur noch sehr selten.

Quelle: Colores

Wismar. Gewichtsverlust. Schlappheit. Husten. Appetitlosigkeit. Und das über mehrere Wochen. Tuberkulose ist eine in Deutschland seltene Krankheit – zumindest in der heutigen Zeit. In Afrika sind Patienten, die Blut husten, hingegen nahezu tägliches Brot. Doch nun ist ein Fall in Wismar bekannt geworden: Ein Mädchen im Schulalter ist an Tuberkulose erkrankt, wie das Gesundheitsamt Nordwestmecklenburg auf OZ-Anfrage bestätigt. Derzeit wird sie ambulant behandelt. Durchschnittlich sechs bis zwölf Menschen sind in den letzten sechs Jahren im Landkreis an der Infektionskrankheit erkrankt. Im aktuellen Jahr gab es bisher acht Fälle.

 

OZ-Bild

Impfungen sind bei Tuber- kulose lange nicht so effek- tiv wie bei Ma- sern und werden deshalb kontrovers diskutiert.“Dr. Thomas Hartung, Oberarzt in Wismar

„In den letzten zwei Jahren ist ein leichter Trend nach oben zu erkennen“, sagt Dr. Thomas Hartung, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie am Wismarer Sana Hanse-Klinikum. „Doch das ist nicht dramatisch und keine Epidemie“, betont der Fachmann. Ein Grund für den leichten Anstieg: „Wir leben in Deutschland nicht mehr so isoliert wie früher. Es gab in den letzten Jahren viel Migration.“

Studien zeigen, dass über 50 Prozent der neuen Tuberkulose-Fälle nicht in Deutschland geborene sind. „Wir in Wismar haben bisher jedoch nur Patienten aus Deutschland behandelt“, relativiert Hartung diese Aussage. Auch von Seiten des Gesundheitsamtes heißt es: „Im Rahmen der Erstuntersuchungen der Flüchtlinge wurden keine Tuberkulose-Fälle festgestellt.“ Alle Flüchtlinge, die in einem Erstaufnahmelager Schutz finden, durchlaufen eine Generaluntersuchung. Für die Notfallunterkünfte in Wismar wurden diese im Sana Hansa-Klinikum durchgeführt. Tuberkulose ist eine Krankheit, die sehr gut behandelt werden kann – auch wenn es dauert. Übertragen werden die Bakterien durch das Einatmen von infektiösen Tröpfchenkernen.

Der Keim lässt sich unter dem Mikroskop oder über genetische Tests nachweisen. Viele wissen gar nicht, dass sie mit dem Keim infiziert sind, da die Krankheit niemals ausbricht. „Für uns Ärzte ist Tuberkulose dankbar, weil wir sie heutzutage so gut behandeln können“, erklärt Dr. Hartung. Der Mediziner war Jahre lang in Afrika tätig und hat dort viele schlimme Fälle der Krankheit gesehen. „Wird Tuberkulose diagnostiziert, nehmen die Patienten für die ersten zwei Monate einen Cocktail von vier Medikamenten zu sich“, erläutert der Experte. Um jedoch auch die „ schlafenden“ Bakterien abzutöten, ist es notwendig, dass die Erkrankten für weitere vier Monate Medikamente einnehmen, jedoch in reduzierter Form. „Für den Patient stellt sich schnell eine Besserung ein, doch die langwierige Behandlung ist wichtig, um alle Bakterien abzutöten.“

Was ist Tuberkulose?

Die Infektionskrankheit existiert seit Menschengedenken. Erste Beschreibungen der Lungentuberkulose gehen auf Hippokrates (ca. 460-370 v. Chr.) zurück. Die industrielle Revolution und die dadurch ausgelösten sozialen Veränderungen – vor allem die wachsende Bevölkerung in den Städten – führten zu einem sprunghaften Anstieg im 18. und 19. Jahrhundert. Um 1850 starb in Deutschland jeder vierte erwachsene Mann an der „weißen Pest“.

In den Industrieländern hat die Sterblichkeit aufgrund des steigenden Wohlstands, der besseren Hygiene und Ernährung sowie wegen der seit des 20. Jahrhunderts zur Verfügung stehenden Medikamente stark abgenommen.

Tuberkulose gehört neben Aids/HIV und Malaria weltweit immer noch zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Ein Drittel der Menschheit sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem Erreger infiziert. Die Mehrheit der Erkrankungen betreffen die armen Länder.

Vanessa Kopp

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Durch eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes lassen sich mögliche Entzündungsherde der Krankheit aufdecken. Bleibende Schäden in der Lunge sind dank der heutigen Behandlungsmethode nur noch sehr selten.

Es handelt sich dabei um den achten Fall im Landkreis Nordwestmecklenburg in diesem Jahr. Ein leichter Anstieg der Krankheit in den letzten zwei Jahren ist zu erkennen. Experten warnen jedoch vor Dramatik.

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