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Marina Bratenkowa mit dem Herz am rechten Fleck

Wismar Marina Bratenkowa mit dem Herz am rechten Fleck

Die gebürtige Weißrussin lebt seit 1996 in Wismar. Am Wochenende hat sie mit Heimkindern gekocht und sie für Sport begeistert.

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Marina Bratenkowa bereitete zusammen mit den Kindern der Wohngruppe ein leckeres Abendessen zu (von links): Nadine, Leoni, Alex (vorn), Florian, Jessica, Juliane, Anja. Auf dem Bild fehlen Anne, Jasmin und Laura.

Quelle: ts

Wismar. Das Happy End wurde es leider nicht. Aufgeregt verfolgten Mädchen und Jungen aus der Wohngruppe des Kinderwelt e. V. am Sonnabend das Handballspiel zwischen den Frauen der TSG Wismar und Leipzig. Ein Tor fehlte zum Unentschieden, zwei zum Sieg. „Schade“, sagt Marina Bratenkowa, „die Kinder hatten sich so auf die Ehrenrunde gefreut, um die Spielerinnen abzuklatschen.“

Nach Siegen ist das so üblich. Marina Bratenkowa hat viele Ehrenrunden gedreht. 1996 kam sie als Handball-Nationalspielerin von Weißrussland nach Wismar, um die TSG auf der Torhüterposition zu verstärken. Für die Weißrussin ist Wismar längst zur zweiten Heimat geworden. Hier hat sie jahrelang meist bravouröse Leistungen im Tor geboten, half später in sportlich schweren Zeiten als Cheftrainerin, heute trainiert sie als Co-Trainerin zusammen mit Ronald Frank das erste Frauenteam.

Beruflich ist Marina Bratenkowa als Sportpädagogin beim Kinderwelt Wismar e. V. tätig. Da geht sie auf, das ist ihre Welt. „Ich arbeite gerne mit Kindern. Es ist so wichtig, dass sich die Kleinen schon früh gut und richtig bewegen können.“

Doch das Herz von Marina Bratenkowa hängt immer noch sehr an ihrer alten Heimat. In Weißrussland lebt ihre Familie und die ihres Mannes. In diesem Sommer soll es wieder in das Land mit 9,5 Millionen Einwohnern gehen, das seit 1991 unabhängig ist und an Polen, die Ukraine, an Russland, Lettland und Litauen grenzt. „Sportler für Heimkinder“ wurde vor 20 Jahren aus der Taufe gehoben. Aktive und frühere Sportler, Prominente und weniger Prominente — sie unterstützen mit Benefiz-Aktionen Kinder in Weißrussland. Marina Bratenkowa war und ist dabei. Inzwischen ist die Aktion erweitert worden, sodass die Sportler auch in ihrer neuen Heimat für Kinder da sind. So hat sich die frühere Nationalspielerin Zeit genommen für Wismarer Kinder. Der Kinderwelt-Verein betreibt die beiden Kindertagesstätten Plappersnut und Wellenreiter. Die Wohngruppe im Haus Wellenreiter gibt es seit dem Jahr 2007. Zehn Kinder und Jugendliche aus alles andere als einfachen Familienverhältnissen finden dort ein neues Zuhause. Marina Bratenkowa hat am letzten Freitag abends mit ihnen Salate und andere Leckereien aus ihrer Heimat zubereitet, Anekdoten aus Weißrussland erzählt, aus ihrem Sportlerleben berichtet und die Kinder ins Bett gebracht. Zum Handball am Sonnabend wurden die Wohngruppe eingeladen. Der erste besondere Moment war noch vor dem Spiel, als die Spielerinnen, die Trainer und der Manager zusammen mit den Kindern für ein Erinnerungsfoto posierten.

Wie gesagt: Das glückliche Ende fehlte. „Es hat trotzdem viel Spaß gemacht“, meinte Alex, der sich das erste Mal so ein Spiel angesehen hat und die Mannschaft immer wieder klatschend unterstützt hatte.

 



Heiko Hoffmann

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