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Wismar Maritimes Erbe von Wismar im Baumhaus
Mecklenburg Wismar Maritimes Erbe von Wismar im Baumhaus
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10:15 14.01.2019
Ausstellungsleiterin Sylvia König im Foyer des Baumhauses. Im Hintergrund ist ein großes Wandbild zu sehen, das Koggen-Vereinsmitglied Otto Stoye entworfen hat. Quelle: Heiko Hoffmann
Wismar

Das kleinste Gebäude im Alten Hafen kommt 2019 groß raus: Das Baumhaus wird am 5. April mit einer Dauerausstellung eröffnet. „Wir wollen hier das maritime Erbe von Wismar bewahren“, sagt Reinhart Kny, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins „Poeler Kogge“. Besucher können sich auf einen Rundgang durch die Räume „Hanse“, „Kogge, Schoner, Kutter“, „Schiffbau in Wismar“ sowie ein Spielzimmer freuen.

Drei Vereine unter einem Dach

Das Baumhaus im Alten Hafen von Wismar wird zum maritimen Traditionszentrum entwickelt. Quelle: Heiko Hoffmann

Das Baumhaus wird so zum maritimen Traditionszentrum entwickelt. Daran beteiligt sind die drei Fördervereine für die Poeler Kogge „Wissemara“, für den Lotsenschoner „Atalanta“ und den Fischkutter „Marlen“. Die Stadt hat dem Koggenverein das Haus über ein 66-jähriges Erbbaurecht zur Verfügung gestellt. Inhaltlich geht es um die maritime Tradition, um Schifffahrt, Fischerei, Schiffbau und Hafenentwicklung.

Das Baumhaus am Alten Hafen und die Ausstellung in Bildern

Kny: „Wir wollen auf die gesamte Stadt und das Umfeld ausstrahlen, und wir wollen Kinder in Kitas und Schulen begeistern.“ Über 500 Kinder waren im letzten Jahr mit der Kogge unterwegs. Daneben sind auch Vorträge, Lesungen und kleine Führungen vorgesehen. Im Erdgeschoss wird die Ausstellung zu sehen sein, im ersten Obergeschoss befinden sich die Büros der drei beteiligten Vereine.

"Wir wollen hier das maritime Erbe von Wismar bewahren." Reinhart Kny, Vorsitzender des Fördervereins „Poeler Kogge" Quelle: Hans-Joachim Zeigert

Während der Saison soll das Baumhaus täglich geöffnet sein. Für die Dauerausstellung wird ein Eintritt genommen, im Gespräch ist ein Kompaktpreis für Ausstellung und Ausfahrten. Letztere können im Baumhaus gebucht werden. Die Details zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen werden gerade besprochen.

An dem Gebäude, Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut, ist Wismars höchster Hochwasserstand aus dem Jahr 1872 mit 3,06 Meter über Normal angegeben. Mehrere Jahre wurde das Erdgeschoss für Ausstellungen genutzt. Baulich war das Gebäude stark verschlissen.

Viel Arbeit ins Baumhaus gesteckt

Inzwischen hat sich schon viel getan. Das Erdgeschoss ist vollständig saniert. Die neue Heizung ersetzt die Nachtspeicheröfen aus DDR-Zeiten, Maler haben Hand angelegt, neue Fußböden wurden verlegt. 2019 soll die hintere Treppe erneuert werden, ab 2020 ist die Außenfassade an der Reihe. Auch im ersten Obergeschoss wurde gewerkelt. Dort ist noch die Bauleitung für den Neubau der Hafenspitze zur Miete untergebracht.

Hingucker für Besucher im Erdgeschoss ist ein großes Wandbild. Koggenvereinsmitglied Otto Stoye hat ein rustikales Trinkgelage von Seeleuten geschaffen. Auf einem Bildschirm werden Fotos vom Leben an Bord der Traditionsschiffe zu sehen sein. Am Empfangstresen können Besucher Törns buchen oder sich für die Ausstellung anmelden.

Baumhaus und Schwedenköpfe

Das Baumhaus am Alten Hafen wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet. Von dort aus wurde früher der Hafen bei Nacht oder bei drohender Gefahr verschlossen. Hierzu wurde eine Kette vor die Hafeneinfahrt gezogen, um unerlaubten Schiffen das Anlegen im Hafen zu verwehren. Diese Aufgabe hatten die so genannten Bohmschlüter, die im Baumhaus untergebracht waren. Sie bedienten von Land aus den Schlagbaum. Daher auch der Name Baumhaus.

Bereits im Jahre 1672 werden zum ersten mal die Schwedenköpfe erwähnt. Die zwei Herkulesbüsten standen auf Dalben in der Hafeneinfahrt in Höhe Wendorf.

Im Jahr 1902 beschädigte ein finnischer Lastkahn die Köpfe. Deshalb wurden sie originalgetreu nachgegossen. Ein historischer Schwedenkopf ist im Stadtgeschichtlichen Museum „Schabbell“ zu sehen.

Ausstellungsleiterin ist Sylvia König. Sie ist seit 2006 im Verein und hat an Bord der Kogge viele Fahrten mitgemacht. „Ich habe das Werden und Wachsen des Vereins miterlebt und bin schon ein bisschen vom Koggenvirus befallen“, sagt die Wismarerin. Ihr Vater war als Maschinist in den 1960er Jahren auf dem Fischkutter „Marlen“ mitgefahren, der damals schlicht „Wis 121“ hieß.

Rundgang durch vier Räume

Blick in den Raum „Hanse“ der Dauerausstellung. Quelle: Heiko Hoffmann

Sylvia König und eine Vielzahl von Mitstreitern haben einen Rundgang durch drei Räume entwickelt. Im Raum „Hanse“ wird die Geschichte der Hansestadt kurz dargestellt, denn viele Besucher starten am Alten Hafen mit ihrem Wismar-Besuch. Es geht um die Stadtgründung 1229, den Hafen als maritimes Herz, um Wismar in der Hansezeit und die Kogge als Lastesel. Im Raum „Kogge, Schoner, Kutter“ spielt zum Beispiel der Nachbau der „Wissemara“ eine Rolle. Gezeigt werden Originalteile vom Wrackfund vor Timmendorf/Poel. Auch die Restaurierung des Lotsenschoners „Atalanta“ und des Fischkutters „Marlen“ wird dargestellt.

Danach schließt sich für die jüngsten Besucher eine kreative Spielecke an, ehe es in den Raum „Schiffbau in Wismar“ geht. Hier gibt es Informationen von den Anfängen und von der Entwicklung der Werft bis heute. Über einen großen Monitor können Kurzfilme über die Traditionsschiffe angesehen werden. Außerdem gibt es in den Räumen Touchdisplays, um die Ausstellung möglichst anschaulich und erlebbar zu machen. Die Stadt unterstützt die Ausstellung im Rahmen der Kulturförderung mit jeweils 5000 Euro für die drei Fördervereine.

Heiko Hoffmann

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