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Wismar Matsch, Schlamm und 90-Grad-Hügel
Mecklenburg Wismar Matsch, Schlamm und 90-Grad-Hügel
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00:00 30.08.2013
Gadebusch

Hier stoßen Mensch und Material an ihre Grenzen, heute beginnt auf der ehemaligen Radarstation bei Rolofshagen eine internationale Geländewagen-Trophy, bei der aufgerüstete Geländewagen über Hindernisse gesteuert werden, die schon zu Fuß kaum zu bewältigen sind. Auf der Offroadstrecke werden Engländer, Slowenen, Polen und Deutsche ihre Fahrzeuge auf Herz und Nieren prüfen. „Ohne Winden hinten und vorne am Fahrzeug geht nichts“, erzählt der Grevesmühlener Bodo Ramisch, Mitorganisator der 10. Mad-Trophy der Offroad-Gemeinschaft Nord e. V. und selbst begeisterter Offroader.

„Mad“ steht in der englischen Sprache für verrückt oder wahnsinnig. Und ein Stück weit verrückt müssen die Fahrer bei den einzelnen Prüfungen schon sein. Gleich heute Abend geht es mit einem Nachtprolog los. Um 20.30 Uhr starten die ersten der 30 Fahrzeuge, gegen Mitternacht soll das Ziel für alle erreicht sein. Zehn Stationen sind aufgebaut, eine schwieriger als die andere. „Die größte Herausforderung wird ein fast 90 Grad steiler Berg mit zwei Kurven sein. Ohne Kurven wäre es zu einfach“, erklärt Ramisch, der zwar selbst auch Offroad fährt, aber als Veranstalter nur außer der Wertung mitmachen kann. Genauso wie seine neun Kollegen aus Grevesmühlen. „Damit uns keiner vorwerfen kann, den Wettbewerb zu beeinflussen, starten wir nicht in der Wertung“, erklärt der 50-Jährige.

Stattdessen sind Ramisch und mehr als 30 Helfer als Streckenposten beteiligt und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. „Helfer werden immer gebraucht, irgendwelche Autos sind ständig aus dem Schlamm zu ziehen oder wieder auf die Räder zu stellen“, sagt Bodo Ramisch, der allerdings auch auf das besondere Klientel bei dieser Veranstaltung hinweist. „Fast jeder hat irgendeine Firma im Hintergrund.

Wenn ein Auto kaputtgeht, ist oft schon das Zweite im Anrollen. Wir hatten mal einen Münchener, der nach zehn Minuten sein 75 000 Euro teures Oldsmobil platt gemacht hat, am nächsten Tag aber mit dem nächsten Fahrzeug weitergefahren ist.“ Fast 90 Prozent der Teilnehmer schaffen die Strecke nicht, ohne sich per Seilwinde wieder zu befreien. „Das gelingt den wenigsten, ist aber auch gut so.

Schließlich soll es Spaß machen.“ Um die Fahrer hinterher auch kontrollieren zu können, ob sie alles abgearbeitet haben, gibt es sogenannte Checkpoints. Hier erhalten die Fahrer Haselnüsse, Schrauben oder kleinere Teile, die sie sammeln müssen. „Stempel wären zu einfach, auf die kleinen Utensilien müssen die beiden Piloten auch noch aufpassen und sie am Ziel vorzeigen“, erzählt Ramisch. Bis zu 500 Zuschauer werden erwartet, Eintritt ist kostenlos.

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