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Wismar Hitze-Sommer sorgt für mehr Notfälle
Mecklenburg Wismar Hitze-Sommer sorgt für mehr Notfälle
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17:15 25.09.2018
Die vielen heißen Tage haben den Rettern an Ostsee und im Binnenland viel Arbeit beschert. Quelle: Tilo Wallrodt/dpa-Symbolbild
Wismar/Bad Kleinen/Poel

Der Sommer ist vorbei. Zeit, für die Rettungsschwimmer Bilanz zu ziehen. „Es war sehr viel los“, resümiert Mike Stiehler, Vorstandsmitglied und Kreisleiter vom Wasserrettungsdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes. Er und ein 14-köpfiges Team haben von Mai bis September die Badeanstalt in Neukloster überwacht und insgesamt 61-mal Erste Hilfe geleistet. Eine Person hätte gerettet werden müssen und sei notfallmedizinisch versorgt worden. „Es haben sich diesen Sommer deutlich mehr Personen in der Badeanstalt aufgehalten, als in den vergangenen Jahren. Dadurch kam es auch zu mehr Einsätzen“, erklärt Stiehler, der seit 1995 ehrenamtlich als Rettungsschwimmer tätig ist. Der heiße Sommer hat aber auch für eine positive Entwicklung gesorgt. „Für unsere Schwimmkurse hatten wir etwa 300 Anmeldungen mehr als im vorherigen Jahr. Die Eltern und Großeltern legen mittlerweile mehr Wert darauf, dass ihre Kinder und Enkel richtig schwimmen können“, sagt der 45-Jährige.

 

Mike Stiehler, Rettungsschwimmer beim ASB hatte in diesem Sommer am Neuklostersee viel zu tun. Quelle: privat

Den Ostseestrand von Wismar-Wendorf haben die Rettungsschwimmer der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) insgesamt 93 Tage lang bewacht. „Wir mussten 22-mal Erste-Hilfe leisten, meist waren es kleinere Verletzungen wie Schnittwunden, die sich die Gäste beim Baden zugezogen haben“, erzählt Dana Gromoll von der DLRG Wismar. Täglich hätten die Rettungsschwimmer den Strand nach Scherben abgesucht, um schlimmere Verletzungen zu vermeiden. „Wir sind sehr froh über eine unfallfreie Saison in Wendorf. Sicherlich gab es kleinere Schürf- oder Schnittwunden, jedoch nichts wirklich Schwerwiegendes“, erklärt Gromoll.

Ihre Kollegen vom DLRG-Ortsverband Schwerin, die auch die Badeanstalt in Bad Kleinen betreuen, hatten auf und am Schweriner See alle Hände voll zu tun. Von Mai bis September sind Rettungsschwimmer insgesamt 4870 Stunden im Einsatz gewesen, um bei möglichen Notfällen zu helfen. „Wir hatten 86 Bootseinsätze auf See und mussten 111-mal Erste Hilfe leisten“, erzählt der Vorstandsvorsitzende Walter Schröder, der den Sommer über selbst vor Ort gewesen ist. 18 Personen seien aus gefährlichen Situationen gerettet worden – zum Beispiel, weil ihr Boot kenterte. „Wir haben 36 Boote geborgen, die gesunken oder auf Untiefen aufgelaufen waren. Der Schweriner See hat viele tückischen Stellen, die man vom weiten nicht erkennen kann. Der Wasserstand des Sees ist knapp einen halben Meter niedriger als gewöhnlich. Deshalb sind viele Boote auf Grund gelaufen“, erklärt Schröder.

Für Kinder haben die Rettungsschwimmer des ASB in Neukloster Schwimmkurse angeboten. Quelle: privat

Doch nicht nur viele Bootsbesitzer seien im Wasser in Schwierigkeiten geraten. Auch Badegäste mussten einer lebensbedrohlichen Situation gerettet werden. „Zwei Personen haben die Kraft beim Schwimmen verloren und konnten sich nicht mehr an Land retten. Wir haben sie dann aus dem Wasser gefischt und an Land medizinisch versorgt“, erzählt der Rettungsschwimmer. Neben den Rettungseinsätzen haben die Mitglieder der DLRG auch viele Veranstaltungen auf dem See abgesichert, zuletzt die Holzbootregatta. „Wir mussten ein Holzboot an Land ziehen, das Leck geschlagen hatte. Wir haben es dann zum Kran geschleppt“, berichtet Schröder. „Den ganzen Sommer über waren etwa 30 bis 40 Prozent mehr Besucher als im vorherigen Jahr am und auf dem See unterwegs. Dadurch hatten wir ordentlich zu tun“, erklärt der Vorsitzende des DLRG Ortsverbandes Schwerin.

Charleen Jacobs