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Wismar Mehr Windenergie: Gemeinden sollen mitplanen
Mecklenburg Wismar Mehr Windenergie: Gemeinden sollen mitplanen
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00:00 12.03.2013
Noch mehr Windräder sollen sich künftig auch in Nordwestmecklenburg drehen. Um die Energiewende zu realisieren, werden bis zum Jahr 2016 weitere Windeignungsgebiete in dem Regionalen Raumentwicklungsprogramm ausgewiesen. Quelle: Ingo Wagner
Lübow

Bis zum Jahr 2016 soll das Regionale Raumentwicklungsprogramm (RREP) Westmecklenburg in Bezug auf die Windenergienutzung fortgeschrieben werden. „Die Gemeinden wollen wir frühzeitig in den Planungsprozess einbeziehen“, versicherte Rainer Pochstein, Dezernent im Amt für Raumordnung und Landesplanung Westmecklenburg, den Mitgliedern im Amtsausschuss Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen. Seine Behörde gehört zum Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung und hat den Auftrag, das Programm zu aktualisieren.

Hintergrund ist, dass das Ministerium eine neue Richtlinie zur Neuaufstellung, Änderung und Ergänzung Regionaler Raumentwicklungsprogramme in MV beschlossen hat. Mit dieser will die Landesregierung 10 000 bis 13 000 Hektar zusätzliche Eignungsflächen für Windenergieanlagen bis 2016 ausweisen. Denn Ziel ist es, die Windenergienutzung zu fördern und zu intensivieren, um die Energiewende zu realisieren, das heißt zu 100 Prozent erneuerbare Energien zu nutzen.

Rainer Pochstein stellte den Amtsausschussmitgliedern — Bürgermeistern und Gemeindevertretern — die neuen Kriterien zur Ausweisung von Windeignungsgebieten vor. So soll deren Mindestgröße zukünftig 35 Hektar betragen. Jetzt sind es 75 Hektar. Eignungsgebiete müssen künftig einen Mindestabstand von 2,5 Kilometer zueinander einhalten. Die bisherigen Abstandsregelungen zur Wohnbebauung (1000 Meter) und zur Einzelbebauung (800 Meter) bleiben bestehen. In begründeten Einzelfällen können auch abweichende Regelungen getroffen werden.

Derzeit weist das RREP in Westmecklenburg 31 Windeignungsgebiete mit 3700 Hektar aus, in denen zurzeit rund 340 Anlagen stehen. Außerhalb dieser Gebiete gibt es weitere 30 Windkraftanlagen, wie unter anderem in Lübow. Sie sollen einer besonderen Prüfung unterzogen werden.

Laut Pochstein haben Ingenieurbüros jede der 258 Gemeinden in Westmecklenburg untersucht und aktuellste Daten für eine Potenzialanalyse zusammengetragen, um zunächst weitere Windeignungsräume festzustellen. Danach würden Passee, Züsow und Kalkhorst zum Beispiel den Spitzenwert in der durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von acht Metern pro Sekunde aufweisen. Er lässt auf eine höhere Stromerzeugungsrate schließen.

Sämtliche Daten sollen den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden, damit sie diese auf Richtigkeit prüfen. Dafür bot Yvonne Rowoldt vom Landkreis Nordwestmecklenburg, die an der Amtsausschusssitzung in Lübow teilnahm, den Gemeinden ihre Hilfe an. Sie ist in der Stabsstelle Wirtschaft- und Regionalentwicklung der Kreisverwaltung unter anderem für den Bereich regenerative Energien zuständig (Telefon 0 38 41/ 30 40 98 11).

Der erste Entwurf des fortgeschriebenen RREP wird vermutlich im Oktober vorliegen. Rainer Pochstein forderte die Gemeinden auf, in den sich anschließenden mehreren Beteiligungsverfahren mitzuwirken.

„Die gemeindlichen Belange sind im Planungsprozess zu berücksichtigen, deshalb findet eine frühzeitige Beteiligung statt“, erklärte der Dezernent. Seine Landesbehörde will die Mitsprache der Gemeinden bei der Umsetzung der Planung und die gemeindliche Wertschöpfung sichern. Schließlich sollen die Gemeinden nicht nur den Ärger vor Ort haben, sondern auch Vorteile.

Auf die Nachfrage eines Vertreters aus Bad Kleinen erklärte Rainer Pochstein, dass es ohne die Zustimmung der Gemeinden keine Windeignungsgebiete geben werde, aber dafür seien sachliche Gründe anzuführen.

Die Gemeinden sollen nicht nur den Ärger vor Ort haben, sondern auch Vorteile.“Rainer Pochstein, Dezernent im Amt für Raumordnung und Landesplanung Westmecklenburg

Haike Werfel

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