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Messerattacke nach Streit: Angeklagter als ruhig beschrieben

Schwerin/Wismar Messerattacke nach Streit: Angeklagter als ruhig beschrieben

Freunde und Angehörige von Alexander L. schildern den Tatverdächtigen / Warum zwei Fremde so aneinandergeraten, bleibt vorerst im Dunkeln

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Dem Angeklagten Alexander L. (29) wurden gestern vor der Verhandlung im Gerichtssaal des Schweriner Landgerichtes von einem Beamten des Untersuchungsgefängnisses die Fußfessel abgenommen. Fotos (2): Cornelius Kettler

Schwerin/Wismar. Die Messerattacke von Wismar nach einem Streit zwischen zwei jungen Männern im Internet stellt das Gericht weiterhin vor Rätsel. Zeugen beschrieben den 29-jährigen Angeklagten Alexander L. am Donnerstag im Landgericht Schwerin als ruhig und freundlich. Die Mutter sagte: „Er ist ein liebevoller, großzügiger, nach Harmonie strebender Mensch.“

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Freunde und Angehörige von Alexander L. schildern den Tatverdächtigen / Warum zwei Fremde so aneinandergeraten, bleibt vorerst im Dunkeln

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Seine Verlobte erklärte, er sei zu ihren beiden Kindern aus einer früheren Beziehung so, als wären es seine eigenen. Zum Tatzeitpunkt sei sie von ihm schwanger gewesen. Das Baby war jetzt mit im Gerichtssaal. An einen Streit auf Facebook könne sie sich nicht erinnern.

Der Angeklagte soll im April auf Facebook einen Streit mit gegenseitigen Beleidigungen und Drohungen ausgetragen haben. Wenige Tage später soll er seinen Kontrahenten zufällig in Wismar getroffen und auf ihn eingestochen haben. Das 19-jährige Opfer wurde lebensgefährlich verletzt. Der Streit im Netz soll sich an einer Mathematikaufgabe entzündet haben. Der Angeklagte und auch das Opfer, das bereits als Zeuge aussagte, erklärten übereinstimmend, einander vor der Tat noch nie getroffen zu haben. Der Angeklagte hatte eine schriftliche Erklärung abgegeben. Darin räumte er die Tat ein und betonte, es tue ihm leid.

Ein Freund und Arbeitskollege des Angeklagten, zu dem der 29-Jährige unmittelbar nach der Tat nach eigenem Bekunden gegangen war, sorgte für Verdruss bei den drei Richtern der Kammer. Er gab Details seines Gesprächs mit dem Angeklagten am Tattag nur lückenhaft und auf wiederholtes Nachfragen des Gerichtes preis. Demnach sagte der Angeklagte ihm, er habe einen schrecklichen Fehler gemacht. Er habe denjenigen getroffen, mit dem er sich im Netz gestritten habe und zugestochen. Der Zeuge sagte, er habe ihm geraten, zur Polizei zu gehen. Dann sei sein Freund mit ihm zum Hort gegangen, um die Tochter des Zeugen abzuholen. Anschließend sei man noch auf einem Spielplatz gewesen, wo der Angeklagte abwesend und in sich gekehrt gewirkt habe. „Er ging dann ohne Verabschiedung weg.“

Der Freund arbeitete mit dem Angeklagten zusammen in Dänemark als Maler und Lackierer. Sie verbrachten nach Aussage des Mannes meist die Woche dort, um am Wochenende nach Wismar zurückzukehren. In der Freizeit hätten sie häufig Online-Rollenspiele gespielt. Zusammen hätten sie im Jahr 2016 in einem Supermarkt zwei Messer mit scharfer Keramikklinge gekauft, um auf der Baustelle eines dabei zu haben. Der Angeklagte soll mit seinem Messer die Tat verübt haben.

Iris Leithold

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