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Wismar Missbrauch: Kein Interesse bei Politikern
Mecklenburg Wismar Missbrauch: Kein Interesse bei Politikern
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00:00 25.01.2018
Wismar/Grevesmühlen

Der Vater des misshandelten dreijährigen Jungen und die Stiefmutter sind vom Landgericht Schwerin zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung hat Revision gegen das Urteil eingelegt. Inzwischen beschäftigt der Fall auch den Jugendhilfeausschuss des Landkreises. Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den damals zuständigen Sozialarbeiter. Er hat womöglich dazu beigetragen, dass die Taten im Frühjahr 2016 über einen so langen Zeitraum überhaupt möglich waren. Die Behörde ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen und der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht. Nun hat der Jugendhilfeausschuss das Thema auf dem Tisch. Das Gremium tagte hinter verschlossenen Türen. „Wir wurden über den Fall informiert, und zwar über den gesamten Zeitraum“, erläuterte Judith Keller, Vorsitzende des Ausschusses, auf Anfrage der OZ. Eingeladen zu der Sitzung waren sämtliche Kreistagsmitglieder. „Aber außer denen, die zu unserem Ausschuss gehören, kamen nur drei. Das finde ich schon seltsam angesichts der Kritik, die im Kreistag zu diesem Fall geäußert wurde.“ Laut Judith Keller wird die Landrätin auf der nächsten Kreistagssitzung am 22. Februar den Fall erneut schildern. „Für uns als Jugendhilfeausschuss ist es wichtig, dass wir auch weiterhin unterrichtet werden. Fest steht, dass sich in dem Fachgebiet bereits einiges getan hat“, so die Ausschussvorsitzende. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, da ein anonymes Schreiben im Frühjahr 2016 die Arbeitsbelastung im Jugendamt anprangerte. Der damals drei Jahre alte Junge war über Wochen misshandelt worden, obwohl die Familie in Kontakt mit der Behörde stand.

Michael Prochnow

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