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Mit 57 noch einmal auf die Schulbank

Wismar Mit 57 noch einmal auf die Schulbank

Im Unternehmen KIS Kran- und Industrieservice wurde ein älterer Mitarbeiter zum Azubi-Betreuer qualifiziert

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KIS-Geschäftsführer René Wenzel (29) mit Heino Goldschmidt an aufgearbeiteten Industriespindeln. Der 57-Jährige wird sich nach einem geförderten Lehrgang um die Azubis kümmern. Fotos (3): Sylvia Kartheuser

Wismar. Heino Goldschmidt ist seit 1991 im Unternehmen. Als Maschinenbauer und -schlosser ist er auf so manchen Kran geklettert, hat so manche Schweißnaht erneuert.

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Im Unternehmen KIS Kran- und Industrieservice wurde ein älterer Mitarbeiter zum Azubi-Betreuer qualifiziert

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Jetzt ist er 57 Jahre alt und die Knochen machen bei schweren Arbeiten nicht mehr mit. „Wir haben nach einem Weg gesucht, wie wir ihn weiter bei uns beschäftigen können, denn auf sein Wissen wollten wir nicht verzichten“, sagt René Wenzel (29), Geschäftsführer der KIS Kran- und Industrieservice GmbH. Gefunden haben er und sein Bruder André (28), Prokurist des Unternehmens, das Programm WeGebAU der Bundesagentur für Arbeit.

Bei der „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ (WeGebAU) können Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern 75 Prozent der Kosten erstattet bekommen, denn der Beschäftigte über 45 Jahre alt ist. Die Kran- und Industrieservice GmbH ist das erste Unternehmen im Bereich der Geschäftsstelle Wismar der Arbeitsagentur, das dieses Programm nutzt. „Wir möchten nicht nur in Städten, sondern in der Fläche dafür werben, damit möglichst viele davon profitieren“, erklärt Elke Gronke. Zudem stünden für die Fördermaßnahme ausreichend finanzielle Mittel bereit, sagt die Teamleiterin im Jobcenter Schwerin und Verantwortliche für das Programm.

Heino Goldschmidt hat es bereits durchlaufen. Vier Wochen hat er gebüffelt und sich zwei Tage prüfen lassen. „Das war schon eine ungewohnte Situation nach etwa 20 Jahren mal wieder so konzentriert die Schulbank zu drücken“, berichtet der Industriemechaniker. Die Qualifizierungsmaßnahme hat ihn auf den neuesten Stand der Technik gebracht und damit zu einem geeigneten Betreuer für die Auszubildenden im Familienbetrieb KIS.

„Er weiß so unglaublich viel und wir würden es gern sehen, wenn er sein Wissen an unsere Lehrlinge weitergibt. Die Qualifizierung sollte ihm auch die Sicherheit geben, dass er es kann“, führt André

Wenzel aus. Durchschnittlich hat das Unternehmen jedes Jahr acht junge Menschen in der Ausbildung. „Und die müssen manchmal schon an die Hand genommen werden. Dafür haben wir jetzt Herrn Goldschmidt“, sagt René Wenzel. Er werde seinen Teil dazu beitragen, dass die Azubis ihren Abschluss schaffen und anschließend von der Firma übernommen werden.

Aus der Firmengeschichte

1991 wird die Abteilung Instandhaltung der Werft MTW ausgegliedert. Peter Urban startet mit 44 Mitarbeitern.

1997 firmiert das Unternehmen ab dem 1. Dezember unter dem Namen KIS Kran- und Industrieservice und hat 50 Mitarbeiter.

2009 die Insolvenz der Werft Wadan Yards, mit der KIS eng zusammenarbeitet, wird ohne Personalabbau bewältigt. 60 Mitarbeiter sind in der Firma beschäftigt.

2013 legt Peter Urban die Geschäftsführung der Firma in die Hände seiner Enkel René und André Wenzel. Sie stehen seitdem als Geschäftsführer und Prokurist an der Spitze des Familienunternehmens.

Das Programm WeGebAU — Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen — der Agentur für Arbeit hat drei Säulen: 1. Qualifizierung von Beschäftigten in Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern. 2. Abschlussbezogene Weiterbildung von Beschäftigten mit geringer Qualifikation. 3. eine berufsqualifizierende Ausbildung mit Abschluss.

Von Sylvia Kartheuser

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