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Mit Kunst zu neuer Schulpartnerschaft

Neukloster Mit Kunst zu neuer Schulpartnerschaft

Neuklosters Gymnasiasten haben Römer zu Gast / Der gemeinsame Unterricht dauert eine Woche

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Die italienische Schülerin Maya Caroni stellt in Wismar einen Ziegelstein her.

Neukloster. Aus der Weltstadt Rom ins beschauliche Neukloster: Für den 17-jährigen Italiener Davide De Gennaro ist das eine „großartige Erfahrung“. Statt Großstadtlärm genießt er den Anblick des vielen Grüns, der weiten Felder – und einen etwas anderen Unterricht im Gymnasium „Am Sonnenkamp“. Eine Woche lang steht dort deutsche und italienische Kunst im Fokus. Nicht nur bei Davide De Gennaro, sondern bei insgesamt 30 Gymnasiasten. Die eine Hälfte ist aus Rom, die andere aus Neukloster. Gesprochen wird Englisch.

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Neuklosters Gymnasiasten haben Römer zu Gast / Der gemeinsame Unterricht dauert eine Woche

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Seit 2015 bauen die Neuklosteraner eine Schulpartnerschaft mit dem Liceo „Luciano Manara“ in Rom auf – inklusive gegenseitiger Besuche. „Es ist schön, mal eine andere Kultur, ein anderes Bildungssystem kennenzulernen“, sagt der junge Davide. Auch Martin Höppner, Musik- und Englischlehrer im Haus „Am Sonnenkamp“ ist begeistert und großer Italien-Fan. Vor allem wegen der „wunderschönen Musik und Sprache“. Viermal ist der 52-Jährige schon in Rom gewesen. Seine Augen funkeln voller Freude, als er über den Schüleraustausch spricht. Ermöglicht habe den die Warburg-Melchior-Olearius-Stiftung, die Projekte mit alten Sprachen finanziell unterstützt. Und sprechen müssen die Schüler in diesem Fall Latein. „Wenn man das beherrscht, fällt einem das Erlernen vieler Fremdsprachen leichter“, sagt Lehrerin Kristin Falz. Ihr Fach kommt bei den Schülern gut an, gut ein Drittel der Siebtklässler hat sich dafür entschieden. „Es dreht sich nicht nur um die Sprache, auch Geschichte und Kunstgeschichte spielen eine Rolle“, ergänzt Kristin Falz.

Für Kunst interessiert sich auch Sebastian Piechowski aus Passee. „Aber mehr für architektonische Kunst“, betont der 16-Jährige. Unterschiedliche Baustile bekommt er während der Ausflüge zu sehen.

Der praktische Unterricht führt die Gruppe in drei Städte – nach Wismar, Schwerin und Güstrow. Dort setzen sie verschiedene Kunst- und Architekturprojekte um. In Wismar fertigen sie während eines Seminars über Backstein-Gotik Ziegelsteine aus Ton an. In Güstrow, wo die Ernst-Barlach-Stiftung ihren Sitz hat, vergleichen sie das Schaffen des Bildhauers und Zeichners mit dem vom Gian Lorenzo Bernini, einem bekannten italienischen Bildhauer und Architekten. „Außerdem fertigen wir noch Kohlezeichnungen und Skulpturen an“, verrät Martin Höppner.

Es ist das zweite Kunstprojekt, das das Gymnasium Neukloster mit dem römischen Liceo Ginnasio Statale umsetzt. Bereits 2015 haben sich die Schülergruppen gegenseitig besucht und am Unterricht teilgenommen. Die Nachfrage für die Neuauflage ist groß gewesen – sowohl in Neukloster als auch in Rom haben sich mehr Jugendliche für das Projekt interessiert, als Plätze waren. „Sie wollen Freundschaften in Europa knüpfen, neue Erfahrungen sammeln“, sagt Francesco Castiglione. Der Lehrer aus Rom ist das erste Mal in Neukloster und wohnt die Woche über bei Martin Höppner. Sebastian Piechowski hat wie alle Projektbeteiligten einen Interessen-Fragebogen ausgefüllt, um den passenden Gastschüler für sich zu finden. Denn auch die Freizeitgestaltung soll für niemanden langweilig sein: „Mein Gastschüler und ich finden Meeresbiologie spannend, deshalb geht es ins Ozeaneum nach Stralsund“, berichtet Sebastian Piechowski. Ein bisschen aufgeregt sei es gewesen, als das Projekt gestartet ist. Doch die Unruhe sei schnell verflogen. „Der Unterricht macht sehr viel Spaß“, betont er. Und dann sei da noch die Vorfreude: Im April geht es zum Gegenbesuch in die Weltstadt Rom.

Austauschschüler wollen Sprache verbessern

20 000 deutsche Jugendliche begeben sich jedes Jahr für einen Schüleraustausch ins Ausland. Bevorzugtes Ziel eines mindestens fünfmonatigen Austauschs (etwa 9000 Schüler) sind die USA. Es folgen Australien, Kanada und Neuseeland. Auch Lateinamerika und China werden immer beliebter. Bei vielen Schülern stehen neben der Neugier auf eine andere Kultur vor allem Karriereaspekte und bessere Sprachkenntnisse im Vordergrund.

Kerstin Schröder

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